11. Mai 2021
Corona: Erkältungsviren können teilweise immun machen

Corona: Bestimmte Erkältungsviren können laut Studie teilweise immun machen

Bereits im letzten Jahr berichteten Wissenschaftler davon, dass eine vorausgegangene Erkältung mit einem anderen Coronavirus eine gewisse Immunität gegenüber SARS-CoV-2 bewirken könne. Jetzt gibt es neue Forschungsergebnisse, die belegen, dass dies nach einer Infektion mit bestimmten Erkältungsviren tatsächlich so ist.

Bereits im letzten Jahr zeigten Studien der Berliner Charité sowie Forschungsergebnisse kalifornischer Wissenschaftler unabhängig voneinander, dass Menschen, die eine Infektion durch andere Coronaviren hatten, auch eine Immunreaktion auf das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zeigen können. Das Phänomen, das man während einer Infektion mit einem verwandten Krankheitserreger Abwehrkräfte gegenüber einem noch unbekannten Erreger entwickelt, wird als Kreuzimmunität bezeichnet. Jetzt ergaben neue Studienergebnisse, um welche Coronaviren es sich dabei handelt.

Bin ich nach einer Erkältung immun gegen Corona?

Forscher der Berliner Charité untersuchten im letzten Jahr eine Gruppe gesunder Menschen, die noch nie mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren und fanden heraus, dass rund 34 Prozent der Teilnehmer reaktive T-Zellen im Blut hatten. Ein Teil dieser Zellen kann sich zu sogenannten Gedächtniszellen entwickeln, die reaktiviert werden, wenn ein verwandter Erreger in den Körper gelangt. Die T-Zellen sind Teil der Immunabwehr des Körpers, spüren vom Virus befallene Zellen auf und zerstören diese. Die T-Zellen spielen also eine wichtige Rolle bei der Virusbekämpfung und könnten zumindest auch Teile des neuartigen Virus erkennen.

Muss ich also, wenn ich in letzter Zeit eine Erkältung oder einen Schnupfen hatte, keine Sorge mehr haben, mich mit SARS-CoV-2 anzustecken? Ganz so einfach ist es leider nicht. Es ist jedoch möglich, dass Menschen, die bereits mit anderen Coronaviren infiziert waren, eine bessere Immunabwehr gegen Erreger des neuartigen Coronavirus haben.

Corona: Bestimmte Erkältungsviren können laut Studie teilweise immun machen

Innerhalb einer neuen Studie der Universität Münster, untersuchten Wissenschaftler nun, welche Coronaviren für einen besseren Schutz vor dem neuartigen Coronavirus sorgen können. Hierfür wurden die bekannten Coronaviren HCoV-229E, HCoV-NL63, HCoV-HKU1 sowie HCoV-OC43 untersucht, die dem neuartigen SARS-CoV-2 alle ähneln. Aufgrund dieser Ähnlichkeit können alle während einer Infektion gebildeten T-Zellen zum Teil auch SARS-CoV-2 erkennen. Laut der Wissenschaftler funktionierte dies besonders gut bei HCoV-OC43. Innerhalb von zwei Versuchen wurde nachgewiesen, dass Menschen mit Antikörpern gegen die bekannten Coronaviren, insbesondere HCoV-OC43, ein geringeres Risiko hatten, am neuen Coronavirus zu erkranken. Ebenso sank das Risiko für einen schweren Verlauf.

Brauche ich trotzdem noch eine Corona-Impfung?

Auch wenn durch eine vorangegangene Infektion mit einem anderen Coronavirus ein geringeres Risiko bestehen kann, am neuen Coronavirus zu erkranken, ersetzt dies keine Corona-Impfung. Laut den Forschern reicht die Kreuzimmunität nicht aus, um Infektionen mit SARS-CoV-2 komplett zu verhindern – der Krankheitsverlauf kann jedoch oft abgemildert werden.

Video: Neue Studie – So lange ist man nach Corona-Erkrankung immun

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