Coronavirus Die zweite Corona-Infektionswelle: Was sie für uns bedeuten könnte

Obwohl die Zahl der Neuinfektionen rückgängig ist, befürchten Experten, dass es eine zweite oder auch dritte Coronawelle geben wird. Schon jetzt legen Wissenschaftler Faktoren vor, die einen erneuten Anstieg der Infektionen beeinflussen können.

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Die erste Hürde der Corona-Pandemie gilt als überstanden. Die Zahlen der Neuinfektionen sinken und die der Genesungen steigen. Obwohl das ein Erfolg ist, weisen bereits Wissenschaftler und auch der Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), in der Pressekonferenz am 5. Mai darauf hin, dass es möglicherweise eine zweite und sogar dritte Welle geben wird, in der die Infektionszahlen wieder ansteigen. Bestimmte Faktoren können das Virus immer wieder aufflammen lassen oder abschwächen. Aber auch die immer mehr beschlossenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen könnten dafür sorgen, dass die Zahl der Neuinfektionen wieder ansteigt. Bisher erhofft man sich, dass das Tragen eines Mundschutzes in der Öffentlichkeit die Übertragungen drastisch verringern kann als ohne.

Saisonale Veränderung beeinflussen das Verhalten der Viren

In der gemäßigten Klimazone, zu der auch Europa zählt, kann die Epidemie im Sommer abebben und im Herbst bzw. Winter wieder aufflammen. Gründe dafür sind, dass sich im Sommer mehr Menschen draußen aufhalten, wodurch sich die Viren mehr mit frischer Luft vermischen. Ebenso zerstört im Sommer die erhöhte UV-Strahlung die Viren besser als im Winter. Beim Menschen ist das Abwehrsystem des Körpers dagegen effizienter, da im Sommer mehr Vitamin D als im Winter vorhanden ist. 

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Wissenschaftler legen Papiere zu Corona-Szenarien vor

In ihren Papieren präsentieren die Wissenschaftler drei Szenarien, wie sich das Coronavirus in den nächsten 18 bis 24 Monate verhalten kann. 

Im ersten Szenario folgen auf die erste Welle im Frühling eine Reihe von kleineren Wellen in den Sommermonaten und den folgenden ein bis zwei Jahren, die langsam abflauen. "Dieses Szenario könnte das periodische Einführen und Lockern von Eindämmungsmaßnahmen nötig machen", schreiben die Forscher.

Im zweiten Szenario folgt auf die erste Welle eine mit mehr Infektionen im Herbst oder Winter 2020 und kleineren Wellen im Jahr 2021. Das würde einen neuen Lockdown im Herbst mit sich bringen, um die Gesundheitssysteme nicht zu überlasten.

Im dritten Szenario würde die aktuelle Welle die höchste sein, auf die mehrere kleine Wellen ohne erkennbare Muster folgen. Dieses "Best-Case-Szenario" würde keine weiteren Eindämmungsmaßnahmen mit sich bringen. 

Die Entwicklung dieser Szenarien lassen sich durch die Regelungen zu Lockerungen der Länder, Städte und Gemeinden beeinflussen. Werden Lockerungen zu schnell vorgenommen, kann eine zweite Welle mit noch mehr Infizierten und Toten als bei der ersten Welle folgen.

Vorbereitungen müssen getroffen werden

Um eine zweite Welle in Deutschland besser zu bewältigen, müssen Vorkehrungen getroffen werden. Schon jetzt weiß das medizinische Personal besser, wie es mit dem Virus umzugehen hat und auch die Kapazitäten des Gesundheitssystems sind erhöht. Auch die NATO berät zur Zeit über einen Pandemieplan mit Maßnahmen und Vorbereitungen zum Schutz der Bevölkerung. So müssen Schutzmaterial und Medikamente beschafft werden.

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Datum: 09.05.2020

Autor: Christina Liersch

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