Pharmakonzern Iberogast: Nach einem Todesfall ermittelt jetzt die Staatanwaltschaft

Bei Magenproblemen greifen viele Menschen häufig zum bekannten Medikament Iberogast. 2018 starb ein Mann an Leberversagen, der das Mittel regelmäßig einnahm. Nun wird dem Pharmakonzern Bayer vorgeworfen, es fehle der Hinweis im Beipackzettel auf die Gefahr von Leberschäden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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Bei Magen- und Darmbeschwerden wie Magenschmerzen, Völlegefül, Sodbrennen, Übelkeit oder Krämpfe gereifen viele Menschen zum bekannten Medikament Iberogast. Das Produkt wirkt rein pflanzlich. Dennoch enthält es das umstrittene Schöllkraut, welches zu schweren Nebenwirkungen führen soll. 

Todesfall durch Iberogast?

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt nun gegen den Pharmakonzern, da die Gefahr vor Leberschäden als Nebenwirkung im Beispackzettel nicht deklariert wurde. Dem Konzern wird mögliche fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorgeworfen, wie das Handelsblatt berichtet. Eine frühere Warnung hätte den Todesfall verhindern können. Im Oktober 2018 hat Bayer, erst drei Monate nach Bekanntwerden des Todesfalls, den Beispackzettel geändert. Dort wird vor seltenen, aber schwerwiegenden Leberschäden gewarnt.

Diskussion um den Verdacht zu Leberschädigungen

Obwohl dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) schon seit vielen Jahren 48 Fälle bekannt sind, die auf einen Leberschaden durch Iberogast hinweisen, ist Bayer der Forderung, den Beipackzettel zu ergänzen, nicht nachgekommen. Auch die Firma Steigerwald, die Iberogast zuvor produzierte, weigerte sich jahrelang und legte Wiederspruch ein. 

Giftiges Schöllkraut

Das Magenmittel besteht aus neun verschiedenen Arzneipflanzen, darunter auch Schöllkraut. In geringen Mengen wirkt es krampflösend, in hoher Konzentration, z.B. durch langfristige Einnahme, kann es aber giftig sein und die Leber schädigen.