Umweltbewusst Rewe schafft Plastiktüten vorübergehend ab

Jedes Jahr werden laut Schätzungen des Umweltministeriums drei Milliarden dünne Plastiktüten in Deutschland verbraucht. In der kommenden Woche möchte Rewe in einer sechstägigen Testphase auf die Beutel verzichten.

Plastiktüte_Obst

Vom 19. bis zum 24. August schafft Rewe mit der Aktion "Plastikfasten" die kleinen Gratis-Plastikbeutel aus der Obst- und Gemüseabteilung ab. So soll getestet werden, wie die Kunden darauf reagieren. Als Alternative können Mehrweg-Netze für 99 Cent für zwei Stück erworben werden.

Ablauf der Testphase

Der Test wird in etwa 1000 Rewe-Märkten in Berlin, Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Ziel ist es, dass Kunden auf das Thema Plastikvermeidung aufmerksam gemacht werden. So möchte Rewe mit der Aktion dazu beitragen, dass in Zukunft weniger oder gar keine Plastikbeutel mehr benutzt werden. 

Maßnahmen gegen den Plastikverbrauch

Da kostenpflichtige Beutel das Problem des Plastikverbrauchs dauerhaft nicht lösen werden, hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) den Handel aufgefordert, bis zum Herbst Konzepte für weniger Plastik im Supermarkt vorzulegen. Das betrifft neben den Beuteln auch das Obst und Gemüse, welches zum Teil in mehreren Lagen Plastik verpackt ist. 
Bei der Supermarktkette Edeka ist das "Plastikfasten" schon Alltag. So verweist das Unternehmen darauf, dass bereits mehr als die Hälfte des Sortiments in diesem Bereich ohne Plastikverpackung angeboten wird. In den letzten drei Jahren wurden somit schon über 100 Millionen Beutel eingespart. 
Noch stärker möchte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgehen: Er fordert ein deutschlandweites Plastikverbot und will wie Schulze jetzt auch Gespräche mit dem Handel führen.

Das Problem der Plastiktüten

Seit an den Kassen vielerorts die dickeren Plastiktüten verschwunden sind, steigt der Verbrauch der kleinen Plastikbeutel tendenziell weiter an, wodurch jedoch der Umwelt nicht geholfen wird. Die meisten Tüten werden aus Erdöl hergestellt. Landen Sie in der Natur, zerfallen sie innerhalb von 500 Jahren zu Mikroplastik, welches in die Meere und in deren Bewohner gelangt. Die Tiere enthalten giftige Rückstände und sind voll mit Plastik. Essen wir diesen Fisch, nehmen wir das Plastik zu uns. Ein gefährlicher Kreislauf für Tier, Mensch und Umwelt!

Was tun gegen den Plastikwahn?

  • Nehmen Sie Ihre eigene Tasche, Rucksack oder einen Korb mit zum Einkaufen.
  • Verzichten Sie im Supermarkt auf kostenlose Plastiktüten.
  • Kaufen Sie auf dem Markt oder in Unverpacktläden ein.
  • Entsorgen Sie Plastiktüten in der gelben Tonne.
  • Klären Sie Familie und Freunde über Plastik auf!

Autor: Christina Liersch