Stimmungstief Neue Studie: Lichttherapie hilft gegen Winterblues

Im Winter sind die Tage kurz. Es wird morgens erst spät hell und nachmittags schon wieder dunkel. Dazu das kalte und verregnete Wetter mit tiefhängenden dunklen Wolken. Der Lichtmangel schlägt vielen auf die Stimmung. Doch dagegen kann eine Lichttherapie helfen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Lichttherapie

Die Tage im Winter sind kurz, es wir spät hell und früh wieder dunkel. Vielen Leuten schlägt der Lichtmangel auf die Stimmung. Die Folgen sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Schlappheit und der Hunger auf Kohlenhydrate und Süßes. Der Winterblues oder auch die Winterdepression haben zugeschlagen. Eine aktuelle Studie gibt jedoch Hoffnung gegen das Stimmungstief: Lichttherapielampen bringen einen kurzfristigen Nutzen gegen die Winter-Depression.

Die Studie: Das wurde getestet!

Das "Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" (IQWiG) gab den Auftrag zu Studie an Wissenschaftler der Donau-Universität Krems. Untersucht wurden 21 Studien zur Lichttherapie, in denen 1441 Erwachsene teilnahmen. Das Ergebnis: Die Untersuchung der Studien zeigt, dass Lichttherapie durch Lichtlampen depressionsbezogene Symptome lindern kann.

Symptome des Winterblues

  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit
  • erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Hunger aus Süßes und Kohlenhydrate
  • gedrückte Stimmung
  • Gewichtszunahme
Andere Depressionsformen gehen mit Appetitverlust, Schlaflosigkeit und Gewichtsverlust einher.

So funktioniert die Lichttherapie

Bei der Lichttherapie sitzt die Person mit geöffneten Augen vor einer Lichtquelle, z . B. einer Tageslichtlampe, die weißes Licht abgibt. Das künstliche Licht simuliert das Sonnenlicht und regt die Produktion und Ausschüttung des Glückshormons Serotonin an. Bei zu wenig Tageslicht gerät der Hormonhaushalt durcheinander. Der Melatonin-Spiegel steigt, wodurch wir uns müde und kraftlos fühlen. Gleichzeitig sinkt der Serotonin-Spiegel, da ein Teil des Serotonins auch für die Bildung von Melatonin verwendet wird. 
Wichtig: Tageslichtlampen filtern UV-Strahlung und können daher nicht die Vitamin-D-Produktion anregen. Das Vitamin ist ebenfalls für die Serotonin-Produktion im Gehirn verantwortlich.

Tipps für die Anwendung von Tageslichtlampen

Wo kann man die Lichttherapie machen?
Lichttherapien gibt es mittlerweile in Arztpraxen, müssen jedoch selbst gezahlt werden. Wer es weniger aufwendig mag, kann sich eine Tageslichtlampe für Zuhause besorgen.
 
Worauf muss ich bei einer Tageslichtlampe achten?
Eine Tageslichtlampe sollte mindestens 2500 LUX haben. Das ist die durchschnittliche Lichtmenge im Frühling. Die Lichtmenge im Sommer beträgt 10.000 LUX und ist optimal für die Lampe.
 
Wie wende ich die Lichttherapie richtig an?
Setzen Sie sich zweimal täglich vor die Lampe. Entscheidend ist dabei die LUX-Zahl. Je höher diese ist, desto kürzer ist die Behandlungsdauer. Bei 10.000 LUX sind es ca. 30 Minuten täglich, bei 2500 LUX ca. zwei Stunden. Die ersten positiven Effekte machen sich nach weniger Tagen bemerkbar.
 
Was muss ich noch beachten?
Während der Lichttherapie können Sie arbeiten, lesen oder sich anderweitig beschäftigen. Dadurch, dass die Lampen ohne UV-Licht sind und keine Bräunung der Haut entsteht, steigt auch das Risiko für Hautkrebs nicht an. Wichtig: Bei Augenkrankheiten sollten Sie vorher erst mit Ihrem Arzt sprechen. Bei manchen Erkrankungen ist die Lichttherapie nämlich nicht empfehlenswert.

Datum: 27.01.2020

Autor: Christina Liersch