Welt-MS-Tag Multiple Sklerose: Symptome mit Sport bessern

Multiple Sklerose (MS) ist im wahrsten Sinne eine nervenzehrende Krankheit: Durch eine fehlerhafte Reaktion des körpereigenen Immunsystems wird nach und nach die Schutzschicht der Nerven zerstört. Lesen Sie hier, wie Sie die Symptome der Erkrankung lindern können.

Sport

Die Symptome zeigen sich auf unterschiedliche Weise, manche Beeinträchtigungen sind für Dritte kaum wahrnehmbar und gelten als unsichtbare Symptome. Sport kann Betroffenen helfen, die Lebensqualität zu verbessern. 

Motorische und mentale Störungen durch MS

Rund 200.000 Menschen leben in Deutschland mit MS, mehr als zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Die chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung zieht motorische und mentale Störungen nach sich. „Der Körper reagiert bei MS mit einer Abwehrreaktion gegen eigenes Nervengewebe“, erklärt Neurologe Professor Herbert Schreiber (62) von der Neurologischen Praxis Ulm. „Die Krankheit verläuft bei jedem Betroffenen anders.“ 

Um Angehörige und die Öffentlichkeit für die Probleme und Belange von MS-Patienten zu sensibilisieren, stellt der DMSG Bundesverband (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) den diesjährigen Welt-MS-Tag am 30. Mai unter das Motto „Keiner sieht’s. Eine(r) spürt’s: MS – vieles ist unsichtbar“. 

Neben Sehstörungen, Lähmungen und Spastiken in Beinen und Armen sowie Taubheitsgefühl kommt es auch zu kognitiven Beeinträchtigungen. „Das Gehirn von MS-Kranken ist ständig überlastet,“ sagt Professor Schreiber. „Die noch funktionierenden Nervenbahnen versuchen, die Defizite der geschädigten Bahnen zu kompensieren, indem sie auf Hochtouren arbeiten.“ Dadurch leiden MS-Patienten häufig an extremer Müdigkeit, der sogenannten Fatigue. Sie können sich nur schwer konzentrieren, haben Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen. Diese Symptome sind für Außenstehende kaum wahrnehmbar und werden deshalb auch als unsichtbare Symptome bezeichnet. 

MS mit Sport behandeln

Bislang ist MS nicht heilbar, aber es gibt verschiedene Behandlungsansätze: „Wir haben heute gut wirksame Therapien, die auf das Immunsystem einwirken sowie Therapien mit verschiedenen Antikörpern, die die Entzündung im Gehirn unterdrücken und den Verlauf der MS positiv beeinflussen“, so Neurologe Schreiber. 

Bei vielen Patienten wirkt sich Sport positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Sport stärkt das Herz-Kreislauf-System, reduziert Übergewicht und beugt Folgeerkrankungen wie Depression und Osteoporose vor. Studien belegen, dass MS-Patienten, die Sport treiben, ihre Krankheit besser meistern können.

Die zunehmende körperliche Fitness reduziert die Fatigue und steigert die kognitiven Leistungen. Gezieltes Training, das Ausdauer, Kraft, Koordination und Gleichgewicht schult, kann bei MS-Patienten zudem körperliche Symptome wie Spastiken, Schwächen und Koordinationsprobleme mindern. 

Ausdauersportarten wie Joggen, Nordic Walking, Schwimmen und Langlauf bieten sich besonders an. Zusätzliches Krafttraining ist sinnvoll, um Ermüdungserscheinungen der Muskulatur und Haltungsschäden vorzubeugen. Je häufiger und regelmäßiger das Training stattfindet, desto besser. Lange Sportpausen machen dagegen zuvor erzielte Erfolge zunichte.