Coronavirus Influenza und Covid-19: Was Sie zur Grippeimpfung wissen sollten

Mit dem Herbst kehren auch die Grippeviren zurück. Besonders in Coronazeiten machen sich viele Menschen Sorgen um die bevorstehende Grippewelle. Ist eine Grippeimpfung deshalb jetzt sinnvoll? Wir klären auf!

Impfung

Der Sommer ist vorbei und mit den fallenden Temperaturen kehrt langsam auch die Grippewelle zurück. Viele sorgen sich zusätzlich zum Coronavirus nun auch um die Auswirkungen der Influenza. Doch wie sinnvoll ist es, sich jetzt gegen Grippe impfen zu lassen?

 

Grippeimpfung – sinnvoll oder doch nicht?

Die EU-Kommission rät allen Mitgliedsstaaten, möglichst zeitnah und möglichst viele Menschen gegen Grippe zu impfen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hingegen empfiehlt jedoch, dass eine Immunisierung zu jeder Zeit sinnvoll ist – also auch, wenn die Fallzahlen der Grippe schon ansteigen. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn gäbe es dieses Jahr um die 25 Millionen Impfdosen – deutlich mehr als die 16,5 Millionen Dosen im letzten Jahr.

Ziel ist es, dass in Coronazeiten weniger Menschen an Grippe erkranken, sodass ein Ansturm auf die Arztpraxen und Testzentren für einen Covid-19-Test verhindert wird. Somit wären auch mehr Intensivplätze und Beatmungsgeräte verfügbar, die sowohl beim Coronavirus als auch bei der Grippe zum Einsatz kommen können. Somit würde das Gesundheitssystem sogar entlastet werden. Gleichzeitig würde das Risiko von Doppelinfektionen minimiert werden.

Erhöht die Grippe das Risiko, am Coronavirus zu erkranken?

Forschende des Max-Plank-Instituts für Infektologie  in Berlinund das Institut Pasteur in Paris haben mit einem mathematischen Modell die ersten Monate der Corona-Pandemie in Europa untersucht. Laut ihnen hängt u.a. das Ende der Grippesaison mit den abflachenden Coronainfektionen zusammen. Ebenso sei dem Modell nach die Corona-Übertragung durch Grippeerkrankungen um das 2,5-fache erhöht. 
Eine Laborstudie konnte vor Kurzem nachweisen, dass Grippeviren im Körper die vermehrte Herstellung von Rezeptoren bewirken, die das Coronavirus benötigt, um an menschliche Zellen anzudocken. Offen bleibt bisher jedoch die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit Grippekranke das Coronavirus auf andere übertragen könnten und ob eine Grippeerkrankung Menschen anfälliger für das Coronavirus macht.
 

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Laut der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) können sich mit 25 Millionen Impfdosen nicht alle 83 Millionen Einwohner impfen lassen. Ebenso raten Experten sogar davon ab, dass auch Nicht-Risikogruppen geimpft werden. Stattdessen empfiehlt die STIKO die Impfung für diese Personengruppen:
  • Menschen ab 60 Jahren
  • Schwangere
  • Chronisch Kranke (z. B. Asthma, COPD, Diabetes)
  • Medizinisches Personal
  • Bewohner in Alten- und Pflegeheimen
  • Kinder 
Johannes Hübner, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektologie, erklärte gegenüber der Welt am Sonntag, dass Kinder das Influenza-Virus übertragen und es im Winter auch viele Kinder gibt, die wegen Grippe stationär aufgenommen und mit Sauerstoff versorgt werden müssten. Allerdings ist es auch möglich, dass Kinder keine ausgeprägten Symptome zeigen und die Influenza-Viren an ihre Großeltern oder Eltern übertragen. Daher wird die Impfung für Kinder ab dem Schulalter empfohlen. Bei Säuglingen hingegen muss sich das Immunsystem erst noch entwickeln, weshalb die Grippeimpfung hier nicht sinnvoll ist.
Ebenso empfiehlt der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, dass eine Grippeimpfung bei jungen Menschen sinnvoll ist, wenn eine erhöhte Gefährdung infolge eines Grundleidens vorliege, z. B. Asthma, Diabetes oder eine Erkrankung des Immunsystem. 
 
Auch das RKI betont, dass die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln weiterhin oberste Priorität habe, um Ansteckungen zu verhindern. Auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kann dazu beitragen, dass sich sowohl Corona- als auch Grippe-, und Erkältungsviren langsamer und weniger heftig verbreiten. Das könnte die Fallzahlen der Grippe- und Coronainfizierten gering halten.
Datum: 17.09.2020
Autorin: Christina Liersch
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