Gesundheitsnews Gesundheitsminister Spahn lässt mehr als hundert Sterbehilfe-Anträge ablehnen

Patientenakte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat laut einem Zeitungsbericht in mehr als hundert Fällen Anträge auf Sterbehilfe ablehnen lassen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) untersagte 102 schwerstkranken Patienten auf Weisung Spahns den Zugang zu tödlichen Medikamenten, wie der "Tagesspiegel" berichtet. In 31 weiteren Fällen sei noch keine Entscheidung getroffen. 

Das Bundesverwaltungsgericht hatte bereits im März 2017 entschieden, dass schwerstkranken Menschen "in extremen Ausnahmesituationen" der Zugang zu tödlichen Medikamenten nicht verwehrt werden darf. Im Juni 2018 wies das Bundesgesundheitsministerium das BfArM jedoch an, den Erwerb dieser Medikamente nicht zu erlauben. Spahn will nun das Urteil des Bundesverfassungsgericht zum seit vier Jahren geltenden Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe abwarten.

Datum: 13.01.2020

Autor: Karin Dunkel