Jahresberechnung Foodwatch: Zuckerlimit von Kindern für dieses Jahr erreicht

Kinder essen so viel Zucker, dass die Organisation Foodwatch den 12. August zum "Kinder-Überzuckerungstag" ernannt hat. Am heutigen Tag ist die empfohlene Jahresdosis an Zucker für Kinder aufgebraucht. 

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Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat errechnet, dass die empfohlene Zuckerdosis für ein Jahr bei Kindern heute, am 12. August, aufgebraucht ist. Denn ob Fruchtjoghurt, Ketchup oder Müsli: Große Mengen an Zucker stecken nicht nur in Schokolade und Co. 
Für die Berechnung bezog sich Foodwatch auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Demnach sollten maximal zehn Prozent der täglichen Kalorienzufuhr aus freiem Zucker entstehen. Bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland liegt dieser Wert jedoch bei 16,3 Prozent, wie aus der sogenannten DONALD-Studie hervorgeht. So haben Kinder und Jugendliche bereits am 224. Tag von 365 Tagen des Jahres ihr Zucker-Limit aufgebraucht. Bei Männern ist der Überzuckerungstag am 20. September, bei Frauen am 8. Oktober erreicht.

Tägliche Zuckerempfehlung überschritten

Empfohlen werden für Mädchen maximal 38 Gramm und für Jungen 44 Gramm Zucker pro Tag. Laut Foodwatch nehmen Mädchen hingegen 60 Gramm und Jungen 70 Gramm freien Zucker, also Zucker, der bei der Herstellung von Lebensmitteln extra hinzugefügt wird, zu sich. Zucker aus Obst und Milch fällt nicht unter diese Rechnung. 

Kritik an Getränken, Junk Food und "Kinderlebensmitteln"

Foodwatch kritisiert die Lebensmittelindustrie, da diese eine entscheidene Rolle zur Fehlernährung von Kindern beitrage. Das Problem dabei sei nicht, dass Kinder ab und zu Süßigkeiten essen, sondern, dass von der Industrie ausschließlich Süßigkeiten, überzuckerte Getränke und Junk Food an Kindern vermarktet wird. So müsse sich laut Foodwatch Ernährungsministerin Julia Klöckner für Werbebeschränkungen einsetzen, damit nur ausgewogene Produkte an Kinder vermarktet werden. 
Allerdings liegt es auch am Konsumverhalten und Lebensmittelkenntnissen der Eltern: Je mehr sie über eine gesunde und ausgewogene Ernährung Bescheid wissen, desto weniger "Kinderlebensmittel" würden im Einkaufskorb landen. Daher muss ein Umdenken sowohl in der Industrie als auch bei den Eltern stattfinden.

Autor: Christina Liersch