DAK-Psychoreport 2019 Dreimal mehr Fehltage als vor 20 Jahren

Seit den letzten 20 Jahren gab es immer mehr Krankschreibungen wegen seelischer Erkrankungen. Viele Betroffene gehen zudem offener mit dem Thema um, wie die DAK in ihrer Langzeit-Analyse herausfand.

Krankschreibung

In einer Langzeit-Analyse der letzten 20 Jahre kam die DAK-Gesundheit zu dem Ergebnis, dass sich seit 1997 die Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen verdreifacht hat. Dazu hat die DAK für den "Psychoreport 2019" die Krankschreibungen wegen seelischer Leiden ausgewertet. Laut dem erreichten Arbeitnehmer 2017 den Höchstand mit 250 Fehltage pro 100 Versicherte. 2018 gingen sie um etwa 5,6 Prozent auf 236 pro 100 Versicherte zurück. Somit lagen seelische Leiden im letzten Jahr auf dem dritten Platz der Krankheitsarten.

Die häufigsten Diagnosen

Die meisten Fehltage verursachten die Diagnosen Depressionen, gefolgt von Anpassungsstörungen durch Schicksalsschläge oder einschneidene Veränderungen, sowie neurotische Störungen und Angststörungen. Auch Burn out, welches seit 2012 an Relevanz verloren hat, wird wieder häufiger diagnostiziert. Vor allem bei Personen über 60 Jahre ist das der Fall. Burn out entsteht vor allem durch chronischen Stress am Arbeitsplatz. 

Immer mehr psychische Leiden am Arbeitsplatz

Einer der häufigsten Gründe für die gestiegene Anzahl an Krankschreibungen ist der gestiegene Stress am Arbeitsplatz durch immer intensivere Belastungen. Vor allem in der öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitswesen gibt es überproportional viele Fehltage. Dabei sind Frauen allgemein doppelt so häufig betroffen (298 Fehltage je 100 Versicherte) wie Männer (183 Fehltage). Tatsächlich werden heutzutage psychische Probleme häufiger beim Arzt offen angesprochen als noch vor 20 Jahren. Auch das sorgt für eine gestiegene Anzahl an Fehltagen. Laut DAK seien insgesamt 2,2 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Spitzenreiter ist das Saarland mit 3,1 Fehltagen pro Versicherten, Schlusslicht ist Bayern mit 1,9 Fehltagen pro Versicherten. 

In der DAK sind mehr als 5 Millionen Menschen versichert. Sie zählt daher zu den größten gesetzlichen Krankenversicherungen.

Autor: Christina Liersch