Corona-Mittel Remdesivir erhält Zulassung in Europa

Die EU-Kommission hat entschieden, dass das Mittel Remdesivir in Europa zur Behandlung von schweren Covid-19-Fällen zugelassen wird.

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Freitag: 3.7.2020: Remdesivir erhält Zulassung in Europa

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung von schweren Covid-19-Fällen zugelassen. Das gab die EU-Kommission bekannt. Schon jetzt hat sich die USA nach eigener Aussage die gesamte Produktionsmenge des Medikaments gesichert. Die EU pocht jedoch auch die Lieferung der bestellten Menge. Deutschland hat bereits Vorräte des Wirkstoffs angelegt.

Wirkstoff kann Covid-19-Verläufe mildern

Der Wirkstoff Remdesivir ist eines von wenigen Mitteln, die sich als wirksam gegen das Coronavirus erwiesen haben. Ursprünglich wurde es zur Behandlung von Ebola eingesetzt. Studien zufolge kann es den Krankenhausaufenthalt einige Tage verkürzen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfielt die Behandlung für Personen ab zwölf Jahren, die eine Lungenentzündung haben und mit Sauerstoff versorgt werden müssen. 

Mittwoch, 24.06.2020: Virologe Drosten warnt vor zweiter Welle

Nach den Coronavirusausbrüchen in Göttingen und bei Tönnies in Gütersloh befürchtet Virologe Christian Drosten, dass sich das Virus unbemerkt in der Bevölkerung weiterhin ausbreitet. "Die Verbreitung über die jetzt betroffenen Regionen hinaus zu verhindern, sei jetzt das Entscheidende", sagte Drosten in der NDR-Podcastfolge am Dienstag. Aus der Sicht des Virologen ist deshalb jetzt schon große Vorsicht geboten, damit es nicht zu einer zweiten Coronawelle kommt. Dabei verwies er auf die Lage in den Südstaaten der USA, wo sich trotz hoher Umgebungstemperaturen eine "furchtbare Situation" entwickle. Dort sei zu früh gelockert worden, da die Wissenschaftler zu Beginn der Pandemie hofften, dass der Sommer und die höheren Temperaturen die Ausbreitung des Virus verlangsamen könnten.

"Alle Alarmsensoren anschalten"

"Ich bin nicht optimistisch, dass wir in einem Monat noch so eine friedliche Situation haben wie jetzt, was die Epidemietätigkeit angeht", sagte Drosten. "In zwei Monaten, denke ich, werden wir ein Problem haben, wenn wir nicht jetzt wieder alle Alarmsensoren anschalten." Die Bevölkerung müsse einsehen, dass die Gesundheitsbehörden Unterstützung und Konsens bräuchten. 
 

Mittwoch, 17.06.2020: Medikament erfolgreich gegen schwere Covid-19-Fälle getestet

Forscher der britischen Oxford Universität haben in einer Studie das Medikament Dexamethason an schweren Covid-19-Fällen getestet – mit Erfolg! Die Sterblichkeit konnte mithilfe des Medikaments gesenkt werden. Bei dem Medikament handelt es sich um ein entzündungshemmendes, künstlichen Glucocorticoid (Nebennierenrindenhormon), welches schon gegen Entzündungen, allergische Reaktionen und Atemwegserkrankungen zum Einsatz kommt.

Sterblichkeit um ein Drittel verringert

In der Studie mit dem Namen "Recovery" konnte nun erfolgreich festgestellt werden, dass schwerkranke Covid-19-Patienten, die an ein Beatmungsgerät angeschlossen waren, von dem Medikament profitieren. Auch bei Patienten, die zwar nicht künstlich beatmet wurden, dennoch Sauerstoff erhielten, schlug die Behandlung an. Bei Patienten, die keine Unterstützung bei der Beatmung benötigten, soll Dexamethason keine Wirkung gezeigt haben. Dennoch sprechen die Forscher von einer Verringerung der Todesrate um ein Drittel und empfehlen, das Medikament als Standardtherapie einzusetzen. Laut der Forscher liegt das Medikament schon auf Vorrat, um weltweit Leben zu retten.
 

Freitag, 05.06.2020: Kanzlerin betont Notwendigkeit der Corona-Regelungen

„Ich werde unruhig, wenn zum Beispiel Menschen glauben, wir brauchen die Abstandsmaßnahmen nicht mehr. Die brauchen wir." Dies stellte die Kanzlerin am Donnerstagabend in der TV-Sendung „Was nun?" des ZDF klar.
Trotz Lockerungen sind die Hygiene- und Abstandsmaßnahmen bis auf weiteres unbedingt ernst zu nehmen und dringend einzuhalten. Dazu zählt auch das Tragen der Schutzmasken – vor allem in Situationen, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. „Das wird so bleiben, so lange wir keinen Impfstoff haben und kein Medikament haben“, betonte Merkel.
Bis die Forschung soweit ist, könne es noch dauern. Zwar sind Experten im Hinblick auf die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes zuversichtlich, dennoch braucht eine verlässliche und seriöse Lösung Zeit. „Uns sagen alle Experten, unter einem Jahr bis 18 Monaten ist nichts zu machen,“ so Merkel.

Mittwoch, 03.06.2020: Reisen innerhalb von Europa

Aufhebung der Reisewarnung für 31 Staaten

Aufgrund der Corona-Pandemie gilt seit März eine weltweite Reisewarnung für touristische Urlaube. Nach schrittweisen Lockerungen sollen ab dem 15. Juni nun auch die bisherigen Reisewarnungen weichen.

Reisehinweise statt Reisewarnungen

Für 31 europäische Staaten wurde die bisherige Reisewarnung aufgehoben und durch individuelle Reisehinweise ersetzt. Damit macht die Bundesregierung das Reisen innerhalb Europas noch vor den Sommerferien wieder möglich. Voraussetzung: Die Entwicklung der Corona-Pandemie bleibt weiterhin auf einem zulässigen Level.
Dennoch warnt Maas vor Euphorie und Unvorsichtigkeit: „Reisewarnungen sind keine Reiseverbote und Reisehinweise sind keine Reiseeinladungen“.
Ab dem 15. Juni werden zu jedem der europäischen Länder alle verfügbaren Informationen aufgelistet und bei Bedarf aktualisiert. Das aktuelle Infektionsgeschehen wird dabei im Auge behalten und gegebenenfalls darauf reagiert.

In welche Länder darf man reisen?

Zu den Ländern, für die die Reisewarnung aufgehoben werden soll zählen neben den 26 Partnerländern Deutschlands in der EU auch Großbritannien, Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Dienstag, 2. Juni 2020: Ende der telefonischen Krankschreibungen

Seit gestern, dem 1. Juni 2020, soll es keine telefonischen Krankschreibungen mehr geben. Um Ansteckungen zu vermeiden, war in den letzten Wochen die Ausnahmeregelung in Kraft, Krankschreibungen für leichte Atemwegsbeschwerden von seinem Hausarzt per Telefon zu erhalten. 
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die bestehende Sonderregelung für die telefonische Krankschreibung (AU) bei Atemwegserkrankungen in der Corona-Krise über den Mai hinaus nicht verlängert, wodurch sie ab Juni ihre Gültigkeit verliert. Von nun an müssen sich Patienten wieder auf dem regulären Weg durch einen Besuch bei ihrem Hausarzt krankschreiben lassen.

Freitag, 29. Mai 2020: Drosten sieht Möglichkeit, dass zweite Corona-Welle ausbleibt

Werden wir doch nicht von einer zweiten Corona-Welle überrollt? In seiner neuesten Podcast-Folge zieht Virologe Christian Drosten die Möglichkeit in Betracht, dass die Pandemie in Deutschland weiterhin so beherrschbar sein könne, dass wir bis zum Herbst und Winter "ohne eine tödliche neue zweite Welle" durchkommen könnten.

Und auch im Gespräch mit dem Spiegel zeigt sich der Wissenschaftler der Berliner Charité optimistischer als noch zuletzt: "Vielleicht entgehen wir einem zweiten Shutdown."

Dafür sei es wichtig, das Umfeld sogenannter "Superspreader" – Infizierte, die andere Menschen in überdurchschnittlicher Zahl anstecken – rechtzeitig zu isolieren. Wer Kontakt mit einem "Superspreader" hatte, solle infolge isoliert werden, unabhängig von seinem Testergebnis. Man folge damit dem Beispiel von Japan, wo "Cluster (...) sofort identifiziert und isoliert werden."  

Donnerstag, 28. Mai 2020: Erhöhtes Sterblichkeitsrisiko durch Fettleibigkeit

Was erste Datenauswertungen bereits nahelegten, bestätigt sich nun mit einer neuen britischen Studie: Wer an Fettleibigkeit leidet, läuft eher Gefahr, bei einer Covid-19-Erkrankung einen tödlichen Verlauf zu nehmen. 

Britische Forscher werteten seit Januar 2020 die Daten von 20.000 Krankenhauspatienten aus England, Wales und Schottland aus. Das Ergebnis ihrer Kohortenstudie untermauert bisherige Annahmen, Fettleibigkeit (ab einem BMI von 30) sei eine Hauptursache dafür, dass eine Covid-19-Erkrankung einen schweren bis tödlichen Verlauf nehmen könne. Auch ein höheres Alter, männliches Geschlecht und Vorerkrankungen – etwa eine chronische Herzerkrankung – werden als Faktoren für eine erhöhte Sterblichkeit gewertet (hier geht es zur englischsprachigen Studie).

Freitag, 22.05.2020: Katzen können sich mit Covid-19 infizieren

Wissenschaftler der University of Wisconsin School of Veterinary Medicine fanden bei einem Experiment heraus, dass Katzen sich mit dem Coronavirus infizieren und auch weitergeben können – jedoch ohne Symptome zu zeigen. Die Studienergebnisse wurden im englischsprachigen Fachblatt New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Katzen können Überträger sein

Die Wissenschaftler isolierten Covid-19-Erreger von einem menschlichen Patienten und infizierten damit drei Katzen. Diese wurden mit je einem gesunden Tier zusammengebracht. Schon einen Tag später konnten die Forscher das Virus in den Nasengängen der Tiere nachweisen, zeigten jedoch keine Symptome. Nach sechs Tagen waren die Tiere wieder virusfrei. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Katzen das Virus weiterverbreiten können.

Risiko höher die Katze zu infizieren als anders herum

Bei häuslicher Quarantäne sollte der Kontakt zu Katzen möglichst verhindert werden. Sind die Tiere Freigänger, sollten diese während der Quarantäne zur Sicherheit das Haus nicht verlassen.
Keith Poulsen, Direktor des Veterinary Diagnostic Laboratory of Wisconsin, schätzt jedoch das Risiko um ein Vielfaches höher ein, dass Katzen durch ihre Halter infiziert werden als umgekehrt. Laut ihm sei es ungefährlich, mit Katzen zu spielen, solange man sich selbst nicht mit dem Coronavirus infiziert hat.

Dienstag, 19.05.2020: Coronavirus: Wo das Infektionsrisiko am größten ist

Ohne Schutzmaßnahmen steckte in der Anfangszeit der Pandemie jeder Coronainfizierte im Durchschnitt zwei bis drei Personen an. Da es sich nur um einen Durchschnittswert handelt, ist das Risiko, das Virus weiterzugeben, in verschiedenen Situationen unterschiedlich groß. Entscheidend ist die Viruslast, mit der eine Person in Berührung kommt. Forscher untersuchen dafür nun Situationen, um zu verstehen, in welchen Momenten besondere Vorsicht geboten ist.

Erhöhte Infektionsrisiken

Sogenannte Kontakt-Verfolgungs-Studien untersuchen, mit wie vielen Menschen ein Infizierter Kontakt hatte und wie viele sich davon angesteckt haben. Besonders enge Kontakte und der Aufenthalt in geschlossenen Räumen erhöhen das Infektionsrisiko. 
Auf Twitter trug die Virologin Muge Cevik von der britischen University of St. Andrews, laut Spiegel Online, Anfang Mai alle Studien zu diesem Thema zusammen. Es stellten sich erhöhte Infektionsrisiken in folgenden Situationen heraus:
  • im eigenen Haushalt
  • bei Zusammentreffen von Familien und Familienfeierlichkeiten
  • in Transport- und Verkehrsmitteln
  • in geschlossenen Räumen ohne Luftzirkulation und Austausch

Montag, 18.05.2020: Erneuter Coronavirus-Ausbruch in deutschem Schlachthof

Am Sonntag teilte der Gesundheitsdienst des Landkreises Osnabrück mit, dass in einem Schlachthof im niedersächsischen Dissen 92 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Produktion im Schlachthof ruht und die Infizierten und ihre Kontaktpersonen befinden sind in Quarantäne. Dadurch soll verhindert werden, dass Kontaktpersonen in andern Betrieben der Fleischindustrie eingesetzt werden und dort möglicherweise das Virus verbreiten. 

Die Landkreise Gütersloh, Steinfurt, Wesel und Vechta wurden ebenfalls über die Infektionen informiert, da 30 der positiv Getesteten dort wohnten. 

Bundesregierung will über Zustände beraten

Aufgrund der massiven Coronainfektionen will die Bundesregierung heute über die Missstände beraten. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) schlägt deshalb eine Änderung des Arbeitsschutzgesetzes vor: "Wir brauchen verbindliche Quoten für die Kontrollen, schmerzhafte Bußgelder bei Verstößen und klare, unmissverständliche Verantwortung eines Arbeitgebers für seine Betriebsabläufe." Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josepf Laumann (beide CDU) fordern, Bußgelder für Verstöße gegen Arbeits- und Unterkunftsbedingungen von bisher 15.000 Euro auf 30.000 Euro zu verdoppeln. Im Gespräch sind ebenso eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleisch sowie ein Mindestpreis auf Tierprodukte.

Freitag, 15.05.2020: Telefonische Krankschreibung nur noch bis Ende Mai

Arbeitnehmer können sich noch bis Ende Mai nach Rücksprache mit dem Arzt telefonisch krankschreiben lassen. Ab dem 1. Juni wird diese Sonderregelung wieder rückgängig gemacht, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen gestern einstimmig beschloss. 

Aufgrund der aktuellen positiven Einschätzung der Gefährdungslage, wodurch vermehrt Lockerungen zustande kamen, wird die Sonderregelung nun abgeschafft. Bis zum 31. Mai ist es aber noch möglich, sich wegen leichter Atemwegserkrankungen oder Erkältungssymptomen sieben Tage telefonisch krankschreiben zu lassen. 

Ansteckungsgefahr in Praxen reduzieren

In Arztpraxen wird die hygienische Ausrüstung, bestehend aus Schutzmasken und Desinfektion, zum Schutz der Patienten vorhanden sein. So können Patienten eine ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen, ohne sich einem erhöhten Infektionsrisiko auszusetzen. 
Sollte sich die Infektionsrate wieder erhöhen, könnte auch kurzfristig eine neue Sonderregelung beschlossen werden.

Dienstag, 12.05.2020: Übergewicht erhöht Risiko, an Covid-19 zu sterben

Laut Robert-Koch-Institut gehören Menschen, die älter als 65 Jahre und mit z. B. Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen des Atmungssystems vorbelastet sind, zu den Risikopatienten. Forscher aus den USA, Großbritannien und Frankreich haben nun herausgefunden, dass Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 bis 40 viermal so gefährdet sind, mit einer Covid-19-Infektion ins Krankenhaus zu kommen wie Normalgewichtige (BMI von 18,5 bis 24,9). Ein noch höherer BMI erhöht die Wahrscheinlichkeit sogar um das Sechsfache. 

Wie beeinflusst Übergewicht den Krankheitsverlauf?

Forscher vom Generalkrankenhaus Peking sehen verschiedene Erklärungansätze für einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und einer schweren Coronavirus-Erkrankung. So will das Forscherteam herausgefunden haben, dass sich im Fettgewebe mehr ACE2-Rezeptoren befinden als im Lungengewebe. Diese Rezeptoren nutzt das Virus, um im Körper anzudocken. Ebenso wird durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Übergewicht mit der Entstehung von Diabetes und kardiovaskulärer Krankheiten assoziiert, welche sich negativ auf den Krankheitsverlauf der Covid-19-Erkrankung auswirken. Ebenso gehen Forscher davon aus, dass Bauchfett sogenannte "stille Entzündungen" im Körper verursacht, wodurch die sich die Entzündungswerte im Körper erhöhen, was eine extreme Belastung für das Herz-Kreislauf-System ist.

Montag, 11.05.2020: Steigender R-Wert und sinkende Neuinfektionen: Wie passt das zusammen?

Laut Robert-Koch-Institut hat die Reproduktionszahl zum zweiten Mal in Folge den kritischen Wert von 1,0 überschritten. Lag der R-Wert am Samstag noch bei 1,1, stieg er jetzt auf 1,13, trotz sinkender Neuinfektionen. Somit steckt statistisch gesehen jeder Infizierte mehr als eine weitere Person an. Das RKI betont jedoch regelmäßig, wie wichtig ein R-Wert unter 1,0 ist, um die Pandemie abflauen zu lassen. 

R-Wert gibt nicht aktuelle Situtation wieder

Der Wert von 1,13 bildet nicht die aktuelle Situation ab und bezieht sich eher auf Infektionen, die schon vor einer gewissen Zeit stattfanden. Dass die Lockerungen, welche vergangenen Mittwoch von der Bundesregierung beschlossen wurden, Auswirkungen auf den R-Wert haben, lässt sich davon aus methodischen Gründen noch nicht ablesen. Die Reproduktionszahl gilt laut RKI daher nicht als das "Maß der Wirksamkeit oder Notwendigkeit von Maßnahmen". Wichtig seien außerdem die absolute Zahl der Neuinfektionen und die Schwere der Erkrankungen. Erstere sind seit Anfang April mit täglichen Schwankungen rückläufig. 
 
Quelle: RKI

Freitag, 08.05.2020: Forscher entdecken Corona-Antikörper in Lama

Wissenschaftler aus Belgien und Texas konnten bei Lama "Winter" Antikörper gegen das Coronavirus ausfindig machen. Das heute vier Jahre alte Lama, welches mit etwa 130 anderen Lamas auf einem Bauernhof in Belgien lebt, wurde Anfang des Jahres untersucht und konnte bereits SARS- und MERS-Viren abwehren. Die Forscher prüften daraufhin auch, ob es bei Coronaviren auch funktioniert. Mit Erfolg!

Die Forscher hoffen nun, dass ihre Entdeckung bei der Erforschung von Medikamenten gegen das Coronavirus helfen kann. Zunächst sollen die Lama-Antikörper bei Hamstern und Affen getestet werden. Erst danach sollen Tests an Menschen folgen.

Antikörper-Therapie wirkt sofort

Anders als Impfstoffe, die ca. ein bis zwei Monate vor einer Infektion verabreicht werden müssen, um zu schützen, wirkt eine Antikörper-Therapie sofort. Antikörper können zudem den Krankheitsverlauf von bereits infizierten Personen abmildern.

Quelle: Cell

Donnerstag, 07.05.2020: Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt wieder

Nachdem die Bundesregierung gestern erweiterte Lockerungspläne beschlossen hat, soll die Zahl der Neuinfektionen nun unter 50 pro 100.000 Einwohner gehalten werden. Lag die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland in den letzten fünf Tagen bei unter 1000, ist sie laut Robert-Koch-Institut (RKI) jedoch wieder gestiegen – und zwar um 1.284 auf 166.091 (Stand: 7.5.2020).
Die gute Nachricht: Die Zahl der Coronafälle liegt im Vergleich zum letzten Donnerstag niedriger. Der Grund dafür ist, dass über das Wochenende das RKI einen Meldeverzug verzeichnet, weshalb die Zahl der Infizierten im Laufe der Woche ansteigt. 

Reproduktionsrate sinkt

Laut RKI sinkt die Reproduktionsrate von Dienstagabend wieder auf 0,71. Zuvor ging man von einer Rate von 0,76 aus. 
 
Quelle: RKI

Mittwoch, 06.05.2020: Virologe Kekulé hält die Lockerungspläne für "brandgefährlich"

Die Bundesregierung will heute den Ländern Lockerungen der Corona-Maßnahmen vorschlagen. Es soll um Schulen, Geschäfte, Gastronomie, Kinderbetreuung, Tourismus, den Gesundheits- und Kulturbereich, Breitensport, Großveranstaltungen und Profifußball gehen. Die Lockerungen sollen dabei nach Regionen erstellt werden. Sollte die Zahl der Neuinfektionen in einem Landkreis innerhalb einer Woche 50 Fälle pro 100.000 Einwohner übersteigen, könnten Lockerungen wieder rückgängig gemacht werden.

Kekulé kritisiert die Lockerungen scharf

Virologe Alexander Kekulé, der für die "Zeit" einen Gastbeitrag schrieb, hält das Prinzip der "Eingriffe in Intervallen" für "brandgefährlich". Er kritisiert besonders die Lockerung der Maßnahmen, ohne ein neues Schutzkonzept, z. B. einen Impfstoff, zu haben. Dadurch werde es erneut zu Infektionen und wieder mehr Toten kommen. Vor allem im Herbst erwartet Kekulé einen erneuten Anstieg der Coronafallzahlen. Ebenso kritisiert er die Wiedereröffnung von Schulen und Kitas. „Kinder in diesem Alter durch Mundschutz und Hygieneerziehung vor Infektionen zu schützen ist illusorisch und hätte das Potenzial, eine ganze Generation psychisch zu traumatisieren“, schreibt Kekulé in der „Zeit“.

Dienstag, 05.05.2020: Vitamin-D-Mangel erhöht Risiko am Coronavirus zu sterben

Indonesische Forscher der Kliniken RSUD Kabupaten Sukamara, Kec. Sukamara, Kabutpaten Sukamara und Kalimantan Tengah haben bei 780 Patienten, die schwere Krankheitsverläufe des Coronvirus aufwiesen, neben weiteren Faktoren auch ihren Vitamin-D-Spiegel analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass ein geringer Vitamin-D-Spiegel das Sterberisiko bei einer Covid-19-Erkrankung erhöht. Ziel der Studie war es, Mortalitätsmuster und die damit verbundenden Faktoren zu bestimmen, weshalb die Forscher vor allem Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen, den Vitamin-D-Spiegel und den Krankheitsverlauf dokumentierten. 

Auswertung legt Daten offen

Die Forscher konnten bei der Auswertung der Daten feststellen, dass vor allem Männer höheren Alters, die bereits an einer Vorerkrankung litten, ein erhöhtes Sterberisiko hatten. Bei 49,7 Prozent aller untersuchten Patienten wurde ein normaler Vitamin-D-Spiegel festgestellt. Von ihnen verstarben lediglich 4 Prozent. Bei 27 Prozent wurde jedoch ein zu geringer Vitamin-D-Spiegel festgestellt. Von ihnen verstarben 88 Prozent. Bei rund 30 Prozent wurde einer schwerer Mangel festgestellt, sodass von ihnen 99 Prozent starben. Nun sind weitere Studien nötig, um zu untersuchen, ob eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D das Sterberisiko bei Covid-19 senkt.

Donnerstag, 30.04.2020: Forscher testen erstmals erfolgreich Impfstoff gegen das Coronavirus

Zahlreiche Wissenschaflter arbeiten weltweit an einem möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus. Ein Forscherteam aus China konnte mit einem sogenannten Totimpfstoff nun erste Erfolge im Kampf gegen das Virus zeigen. Der Impfstoff beinhaltet abgetötete Krankheitserreger oder Bestandteile dieser, welche vom Immunsystem als Erreger erkannt werden, worauf Antikörper gebildet werden. Diese Art der Impfung gibt es auch schon gegen Keuchhusten, Diptherie, Hepatits B, Kinderlähmung und Tetanus.

Das Fachblatt bioRxiv veröffentlichte dazu eine Studie, die zeigt, dass Rhesusaffen nach einer Impfung eine Immunität gegen das Coronavirus entwickelten. Nachdem vorerst Ratten und Mäuse positiv auf den Impfstoff reagierten, wurden Rhesusaffen getestet, da sie bei einer Corona-Infektion ähnliche Symptome wie Menschen zeigen.

Klinische Studien folgen
Die Affen bildeten Antikörper, sodass sie vor einer Infektion geschützt waren. Gleichzeitig kam es zu keinen gravierenden Nebenwirkungen. Jetzt wollen die Wissenschaftler mit klinischen Studien beginnen.

Quelle: bioRxiv

Dienstag, 28.04.2020: RKI-Chef Wieler warnt vor gestiegener Ansteckungsrate

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus in Deutschland wieder gestiegen. Aktuell liegt die sogenannte Reproduktionsrate bei 0,96 und wird auf 1,0 aufgerundet. Das bedeutet, dass die Zahl der Neuinfektionen aktuell nicht zurückgeht. 
"Pro 1000 Einwohner haben wir derzeit 188 Fälle in Deutschland. Aber es gibt große regionale Unterschiede", sagte RKI-Chef Lothar Wieler in der Pressekonferenz des RKI. Als Vorbild gelten Bayern und Österreich mit einer Reproduktionsrate von 0,57 bzw. 0,59. Dies zeige, dass die frühzeitig ergriffenen Maßnahmen Wirkung erbringen. Wieler betonte, dass wir uns sicherer fühlen können, je weiter die Zahl unter 1,0 sinke.
Zusätzlich appellierte er an die Disziplin der Bürger: "Wir alle wünschen uns eine neue Normalität. Aber gerade vor dem Hintergrund der Lockerung von Maßnahmen müssen wir darauf achten, den Erfolg zu verteidigen. Wir wollen nicht, dass die Fallzahlen wieder zunehmen. Wir wollen nicht, dass wir in unserem Land wieder mehr schwer an COVID-19 erkrankte Menschen behandeln müssen. Und wir wollen unser Gesundheitssystem nicht überlasten."
 
Quelle: RKI

Hamburger Umweltinstitut warnt vor Desinfektionsmittel

Entweder ist es ausverkauft oder es wird zu Höchstpreisen verkauft: Desinfektionsmittel. In Zeiten des Coronavirus wird es großflächig zur Desinfektion von Händen, Gegenständen und Böden eingesetzt. Laut Umweltinstitut seien jedoch Aspekte zu berücksichtigen, "die vielleicht im Eifer des Kampfes gegen die Pandemie zu wenig beachtet werden". 

Viele der Inhaltsstoffe von Desinfektionsmitteln seien sensibilisierend, allergieauslösend, krebserregend sowie lungen-, nieren- und nervenschädigend. Das gelte für beim Einatmen des Sprühnebels und bei der Anwendung auf der Haut.

Die fettlösenden Bestandteile des Desinfektionsmitteln schädigen zusätzlich die Hautflora, wodurch sich Resistenzen gegen bestimmte Keime bilden können. Für die ausgetrocknete Haut besteht ein höheres Risiko Keime zu übertragen. Cremes können das Problem verstärken, da sich die Viren an der fetthaltigen Seite aktiv festhalten.

Quelle: Hamburger Umweltinstitut

Montag, 27.04.2020: Maskenpflicht: Hier werden Bußgelder fällig?

Ab heute gilt in 15 Bundesländern eine Mund-Nasen-Maske-Pflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Einzelhandel. Am Mittwoch zieht Schleswig-Holstein noch nach. Wer keine Maske trägt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Diese Regelungen gelten jetzt:

Verhüllung beim Autofahren
Seit Oktober 2017 ist es verboten, beim Führen eines Fahrzeugs eine Haube, Schleier oder Maske zu tragen, die das ganze Gesicht oder wesentliche Teile des Gesichts verhüllt. Möchte ein Fahrer durch eine Schutzmaske seine Identifizierung absichtlich verhindern, wird ein Verstoß gegen das Verhüllungsverbot mit 60 Euro Bußgeld fällig. Sind nur Mund und Nase verdeckt und somit Augen und Stirn frei, sodass die Identifizierung möglich ist, wird kein Bußgeld fällig.
 
Diese Bußgelder gelten in den Bundesländern:
  • Baden-Württemberg: Konkrete Bußgelder stehen noch nicht fest. Ab dem 4. Mai 2020 soll es jedoch welche geben, wenn gegen die Maskenpflicht verstoßen wird.
  • Bayern: Wer in Bussen, Bahnen und Geschäften keinen Schutz trägt, darf 150 Euro zahlen. Wer mehrmals gegen die Maskenpflicht verstößt, muss mit dem doppelten Bußgeld rechnen. Ladenbesitzer, deren Mitarbeiter keine Masken tragen, können mit bis zu 5000 Euro bestraft werden.
  • Hamburg: In Hamburg gilt zusätzlich eine Maskenpflicht auf Wochenmärkten. Für Einzelpersonen sind Bußgelder derzeit nicht geplant, Ladenbetreiber, die Kunden ohne Maske in den Laden lassen, dürfen jedoch mit Bußgeldern von 500 bis 1000 Euro rechnen.
  • Hessen: Hier werden wiederholte Verstöße gegen die Maskenpflicht mit bis zu 50 Euro bestraft.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Bei Nichteinhalten der Maskenpflicht wird ein Bußgeld von 25 Euro fällig. Für Ladenbesitzer gibt es keine Regelungen.
  • Nordrhein-Westfalen: In NRW sind keine bestimmten Summen festgelegt. Die Ordnungsämter der Kommunen entscheiden über die Höhe des Bußgeldes. 
  • Rheinland-Pfalz: Diese Woche soll es noch keine Bußgelder geben. Ab kommender Woche verbleibt es bei einem Verwarngeld von 10 Euro. Mitarbeiter in geöffneten Geschäften zahlen beim Verstoß keine Maske zu tragen bis zu 250 Euro.
Hier gibt es bisher keine Bußgelder:
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Niedersachsen
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen
Quelle: Bild

Donnerstag, 23.04.2020: Ärztechef hält Schutzmasken für lächerlich

Der Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery (67) hält nicht viel von der Maskenpflicht, welche ab nächster Woche in zahlreichen Bundesländern eingeführt werden soll. Gegenüber der Rheinischen Post sagte er, er trage "aus Höflichkeit und Solidarität" eine Maske, halte sie aber als gesetzliche Pflicht für falsch. Er stellt die Sinnhaftigkeit infrage, da jemand, der eine Maske trägt, den Mindestabstand vergessen könnte. Ebenso könnten sich Personen eher mit dem Virus infizieren, da sich zum einen das Virus im Stoff konzentriere, zum anderen die Hände beim Abnehmen der Maske eher das Gesicht berühren. 
Auch kritisierte Montgomery das Tragen von Schals und Tüchern vor dem Gesicht als ausreichenden Atemschutz. Es sei "lächerlich". 

Quelle: Rheinische Post

Dienstag, 21.04.2020: Coronavirus scheint auch andere Organe zu befallen

Am Dienstag erklärte der Vize-Präsident des Robert-Koch-Instituts Prof. Dr. Lars Schaade in der Pressekonferenz seine Einschätzung zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland. Auch wenn die Fallzahlen sinken, sei die Situation immer noch ernst und jeder müsse dazu beitragen, dass die Infektionszahlen noch kleiner werden. Schaade äußerte sich ebenfalls dazu, dass das Virus andere Organe wie das Herz, die Nieren und die Blutgerinnung betreffen kann, als man aus den Berichten aus China entnehmen konnte.

Jetzt müssen die Erkenntnisse gesammelt werden, um das Coronavirus vollständig zu beschreiben. Dafür muss laut Schaade das RKI unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen Verstorbene weiterhin obduzieren.

Quelle: RKI

Montag, 20.04.2020: Regelungen könnten laut Spahn noch Monate gelten

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, erwartet Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass die Abstandsregelungen von 1,5 Metern und Hygienevorschriften noch "über Monate" eingehalten werden müssen, wie er gegenüber dem ZDF sagte. "Bis es einen Impfstoff gibt, werden wir miteinander und aufeinander aufpassen müssen", sagte Spahn. Es sei wichtig, dass die Zahl der Neuinfektionen unter dem jetzigen Niveau von 3000 bis 4000 täglich bleibt.

Zusätzlich bekräftigt er, dass die Bundesregierung den Öffentlichen Gesundheitsdienst technisch und personell aufrüsten möchte. So sollen Personalkapazitäten geschaffen werden. Es müsse ein Team von mindestens 5 Personen pro 20.000 Einwohner her.

Quelle: ZDF, Tagesschau

Freitag, 17.04.2020: Jena verzeichnet seit acht Tagen keine Neuinfektionen

In Jena (Thüringen) gilt seit gut zwei Wochen in Bussen, Bahnen und Supermärkten eine Maskenpflicht, seit einer Woche auch an der Arbeitsstätte. Mit Erfolg: Die Stadt zählt seit acht Tagen keine Neuinfektion. Ob es an der Maskenpflicht liegt? Darauf will sich das Rathaus nicht festlegen.
 
Zusätzlich zur Maskenpflicht wurden in Jena zeitnah Maßnahmen ergriffen, um die Corona-Verbreitung einzudämmen. So wurden frühzeitig Veranstaltungen verboten und Reiserückkehrer sofort in Quarantäne gesteckt. 
 
 
Quelle: Bild

Reproduktionsrate sinkt und gibt Hoffnung

Die Anteckungsrate des Coronavirus ist zurückgegangen, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) gestern Abend mit. So liegt die Reproduktionsrate nur noch bei 0,7 und damit weit unter der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) genannten Rate von 1. Jeder Infizierte steckt im Durchschnitt 0,7 Menschen an. Das gibt Hoffnung, da die Zahl der Neuerkrankungen zurückgeht. Anfang März lag die Ziffer noch bei 3 und am 8. April bei 1,3. 

Am Mittwoch appellierte die Kanzlerin, dass die Rate die Ansteckungszahl von 1 nicht überschritten werden darf. In einem Rechenbeispiel veranschaulichte Merkel, dass bei einer Ansteckungsrate von 1,1 das Gesundheitssystem spätestens im Oktober überlastet wäre, bei einer Zahl von 1,2 bereits im Juli. 

Das RKI hält neben dem Rückgang der Neuinfektionen auch weitere Faktoren für Lockerungen der Coronamaßnahmen für nötig: Es zählt, wie viele Menschen immun gegen das Virus sind und wie ausreichend die Versorgungskapazitäten im Gesundheitssystem sind.

Quelle: RKI

Donnerstag, 16.04.2020: Hanau führt Maskenpflicht ein

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern das Tragen einer Mund-Nase-Maske in der Öffentlichkeit empfahl, macht die Stadt Hanau in Hessen aus der Empfehlung eine Pflicht. Ab kommendem Montag muss jede Person in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln eine Behelfsmaske oder Alltagsmaske tragen.

Der Oberbürgermeister der Stadt Claus Kaminsky (SPD) sagte, dass die schrittweisen Lockerungen nicht den Eindruck erwecken dürften, dass die Corona-Krise beendet sei. So erlaubte er auch das Tragen von Halstüchern und Schals als Maskenersatz.

Quelle: Hessenschau

Dienstag, 14.04.2020: RKI-Chef Wieler lobt die Bemühungen der Bürger, mahnt aber weiterhin zur Disziplin

Am Dienstag gab der Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler bekannt, dass Deutschland nun zwei wichtige Etappenziele erreicht habe: Zum einen konnte man die Grippewelle vor dem Covid-19-Ausbruch entkoppeln, zum anderen gibt es in Deutschland genügend Intensivbetten und Beatmungsplätze. Ebenso seien die Behandlungskapaziäten vorhanden und die ergriffenen Maßnahmen zeigen Wirkung. 

Obwohl sich die Infektionszahlen aktuell auf einem hohen Niveau eingependelt haben und es noch keinen eindeutigen Trend zum Rückgang der Infektionen gibt, gibt sich das RKI optimistisch. "Wir sehen eine Verlangsamung", so Wieler. Wichtig sei es jetzt, weiterhin an den Maßnahmen wie die Abstandsregel und Hygiene festzuhalten, um die positiven Tendenzen nicht zu verlieren. 

Die Forderungen der Leopoldina (Nationale Akademie der Wissenschaften), die sich eingehend mit möglichen Lockerungsszenarien befasst hatte, unterstützte Wieler weitgehend. Nur sollten ältere Schüler zur Schule geschickt werden, da diese die Abstandsregeln besser einhalten können. Ebenso forderte Wieler, dass Einreisende aus dem Ausland für zwei Wochen in Quarantäne gehen sollten. Auch sei es immens wichtig, die Todesursache bei Verstorbenen festzustellen, da neben dem Coronavirus auch andere Erkrankungen ursächlich sein können.

Quelle: RKI/Spiegelonline

Donnerstag, 09.04.2020: Spahn hält Lockerungen nach Ostern für möglich

Die Corona-Infektionszahlen gehen langsam zurück und die Forderungen nach einer Rückkehr in die Normalität werden immer lauter. Gesundheitsminister Jens Spahn hält Lockerungen nach Ostern für möglich, vorausgesetzt die Bevölkerung halte sich über Ostern an das Kontaktverbot, die Abstandsregelung und Hygienemaßnahmen. 

Gegenüber dem Handelsblatt sagte Spahn, man könne über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nach den Osterferien reden. Für eine Entwarnung sei es noch zu früh, da es Krankheitsverläufe gäbe, bei denen ein Patient erst nach zehn bis 20 Tagen auf der Intensivstation lande. 

Auch eine Rückkehr in die Wirtschaft ist geplant

Um eine erneute Verbreitung des Virus zu verhindern und somit sicherer zurück in die Wirtschaft zu kehren, erklärte Spahn, "dass man die Fabrik oder das Geschäft sicher für Kunden organisieren kann". Unternehmen, die Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen sicherstellten, könnten schneller zurück zur Normalität. 

Quelle: ARD/Handelsblatt

Mittwoch, 08.04.2020: Gutscheine für Verbraucher zum Schutz der Veranstalter

In der Coronakrise sind sämtliche Kultur-, Freizeit- und Sportveranstaltungen abgesagt oder geschlossen, sodass Tickets, Abos und Dauerkarten nicht genutzt werden können. Die bisherige Gesetzeslage besagt, dass Verbraucher Anspruch auf Erstattung haben. 

Nun aber hat heute die Bundesregierung darüber entschieden, dass Veranstalter anstelle von Erstattung des Geldes einen Gutschein ausstellen dürfen, welcher bis zum 31. Dezember 2021 eingelöst werden kann. Nach dieser Frist bekäme der Verbraucher den Betrag ausgezahlt. Die Regierung versucht so zu verhindern, dass Veranstalter und besonders kleine Unternehmen nicht in die Pleite rutschen (Quelle: ARD)Die neue Regelung gilt für alle vor dem 8. März gekauften Tickets oder abgeschlossene Abos. Dazu zählen:

Tickets für:

  • Konzerte
  • Festivals
  • Kinos
  • Theater
  • Sportwettkämpfe
Monats- oder Jahreskarten für:
  • Museum
  • Freizeitpark
  • Schwimmbad
  • Fitnessstudio
  • Sportvereine
Verbraucherschützer sehen die Regelung kritisch. Schließlich würden Verbraucher trotzdem auf den Kosten sitzen bleiben, sollte der Veranstalter bankrott gehen. 

Montag, 06.04.2020: RKI empfiehlt Schutzmasken zu tragen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Einschätzung für das Tragen von Schutzmasken geändert. Um das Übertragungsrisiko des Virus zu minimieren, sollten Menschen, auch ohne Symptome, einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Bisher hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen. 

Da Schutzmasken gerade rar sind, können sie auch selbst genäht werden. Sie schützen andere, wenn auch nicht vollständig, vor einer Infektion, ähnlich wie Chirurgenmasken. Daneben gibt es noch die Atemschutzmaske mit Ventil (ab FFP2 und höher), welche den Träger, dafür aber andere nicht schützt und die Atemschutzmaske ohne Ventil (ab FFP2 und höher). Diese schützt sowohl den Träger als auch andere Personen. Herkömmliche Masken sollten nur einmal getragen und anschließend entsorgt werden. Selbstgenähte Masken können hingegen bei mindestens 60° Celsius gewaschen und erneut getragen werden.

Zusätzlich zur Maskenempfehlung gelten weiterhin die bekannten Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, der Mindestabstand zu fremden Personen und das Niesen und Husten in die Armbeuge oder Schutzmaske.

Donnerstag, 02.04.2020: Kontaktverbot bleibt bis nach Ostern bestehen

Nach Absprache mit den Ministerpräsidenten der Länder hat Angela Merkel entschieden, dass das Kontaktverbot mindestens bis zum 19. April bestehen bleibt. Am Dienstag nach Ostern wolle sie mit den Ministerpräsidenten die Corona-Situation neu bewerten, auch unter Einschätzung des Robert-Koch-Instituts. 

Für die Deutschen bedeutet das nun für die Ostertage, dass es keine Familienfeiern, Gottesdienste oder Ausflüge geben wird. Merkel sagte, Bürgerinnen und Bürgen blieben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakt zu andern Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands gemäß der geltenden Rewgeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Mittwoch, 01.04.2020: Erntehelfer und die Stopp-Corona-App

Erntehelfer gesucht
In Deutschland fehlen für die kommende Saison Erntehelfer. Seitdem die Grenzen geschlossen wurden, dürfen ausländische Erntehelfer nicht mehr einreisen. Problematisch, da den Bauern nun jegliche Unterstützung fehlt. Insgesamt sind es 300.000 Erntehelfer, die zur Zeit noch gesucht werden. Um dennoch möglichst viel Ernte einfahren zu können, wurde die Seite "Das Land hilft" ins Leben gerufen. Mitmachen können Studenten und alle, die aktuell von ihrem Beruf freigestellt sind. Wer Geld durch Kurzarbeit bezieht, darf dies übergangsweise bis Oktober 2020 bis zum Nettolohn des eigentlichen Beschäftigungsverhältnisses aufstocken. 

Stopp-Corona-App
Die Idee der Stopp-Corona-App ist aktuell in aller Munde. Während die Regierung noch zögert, sind viele Bürger für die App. Die App soll eine schnelle Ausbreitung des Virus verhindern, indem sie Standort- und Handydaten nutzt, um Kontaktpersonen von Infizierten anonym zu identifizieren. Wer einen Hinweis auf eine infizierte Person erhielte, könnte das Gesundheitsamt um einen Corona-Test bitten. So würden die Tests effektiver eingesetzt werden.

Dienstag, 31.03.2020: Jena führt Maskenpflicht ein

Als erste deutsche Stadt hat Jena nun eine Maskenpflicht eingeführt. Sobald die Masken ausgehändigt werden können, aber spätestens ab nächster Woche, gilt die Pflicht, in Verkauffsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr eine Schutzmaske zu tragen. Diese Maßnahme sei vom Fachdienst Gesundheit angemahnt worden, um die Sicherheit von Personal im öffentlichen Leben zu erhöhen. Nach Ostern soll die Maskenpflicht auch auf den Arbeitsplatz ausgeweitet werden. 
Neben Masken werden auch Schals und Tücher anerkannt, solange sie Mund und Nase bedecken!

Freitag: 27.03.2020: Deutschland nimmt Corona-Patienten aus Italien auf

Am Donnerstagabend berichtete das Auswärtige Amt auf Twitter von Zusagen von verschiedenen Bundesländern zur Behandlung von 47 Intensivpatienten. Beteiligt sich Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Niedersachsen, Berlin und Hessen. Auch in anderen Bundesländern werden schon Intensivpatienten aus Frankreich und Italien behandelt. Beide Länder sind vom Coronavirus schwer getroffen. 
Zusätzlich kündigte die Universitätsklinik Jena an, ein Versorgungsteam nach Italien zu schicken. 

Mittwoch, 25.03.2020: NRW und Bremen veranlassen Bußgelder

In Nordrhein-Westfalen wurden nun Bußgelder eingeführt, wenn gegen das Kontaktverbot verstoßen wird. Bremen folgt dieser Entscheidung ebenfalls.

Bußgelder in NRW

  • Öffentliche Treffen von mehr als zwei Personen: 200 Euro
  • Verstoß gegen das Besuchsverbot in Krankenhäusern oder Altenheimen: 200 Euro
  • Verstoß gegen Mindestabstand von 1,5 Metern: 200 Euro
  • Picknick und Grillen: 250 Euro
  • Betreiben von Bars, Discos und Fitnessstudios: 5000 Euro
  • Betreiben von Restaurants: 4000 Euro
Bußgelder in Bremen
  • Öffentliche Treffen von mehr als zwei Personen: 100 bis 150 Euro
Die anderen Länder Deutschlands berufen sich derweil auf das Infektionsschutzgesetz. Strafen bei Verstößen könnten sich hierbei auf bis zu 25.000 Euro belaufen. Nach Auskunft des saarländischen Innenministeriums könnten Verstöße mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten bis fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft werden.

Dienstag, 24.03.2020: Frankreich verschärft Maßnahmen - auch bei uns möglich?

Angesichts steigender Infektionszahlen hat Frankreich seine Maßnahmen gegen das Coronavirus verstärkt. So wird nun körperliche Betätigung eingeschränkt und die meisten Märkte müssen schließen, außer dieser sei die Hauptbezugsquelle für Lebensmittel. Joggen, Spazierengehen oder mit dem Hund gehen dürfen nur noch in einem Umkreis von einem Kilometer des Wohnortes stattfinden, sowie nur noch einmal täglich maximal eine Stunde. 

Frankreich verschärft seine Maßnahmen, da es trotz Ausgangssperre vor allem aus Paris Bilder gab, auf denen sich Menschen eng aneinander drängten und Jogger sich durch Menschenmassen drückten. Da in Deutschland sich mittlerweile immer mehr Menschen an die Sicherheitsvorkehrungen halten, Zuhause bleiben, allein oder maximal zu zweit rausgehen und Abstand halten, sollten wir hier vorerst keine so drastische Maßnahmen erwarten!

Montag, 23.03.2020: Kontaktverbot beschlossen

Am Wochenende hat die Bundesregierung neue Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionszahlen beschlossen:

  • Kontakte sollen auf das allernötigste reduziert werden.
  • Ein Mindestabstand von 1,5 Metern soll zu Personen eingehalten werden.
  • Draußen darf man sich nur noch mit einer (haushaltsfremden) Person oder der Familie bewegen.

Zusätzlich nicht mehr erlaubt:

  • feiernde Gruppen und sogenannte Corona-Partys
  • Restaurants müssen schließen, nur solche mit Lieferservice bleiben geöffnet.
  • Friseur-, Kosmetik- und Massagebesuche

Erlaubt bleiben:

  • Der Weg zur Arbeit
  • Wege zur Notbetreuung
  • Einkäufe
  • Prüfungen
  • Hilfe für andere
  • Spazierengehen
  • Sport
Verstöße:
Verstöße werden hart durch Bußgelder bis 25.000 Euro und strafrechtliche verfolgt!

Dienstag, 17.03.2020: Bundesregierung beschließt Maßnahmen gegen das Coronavirus

Die Bundesregierung und die Regierungschefinnen und -chefs der Bundesländer haben am Montag gemeinsam Maßnahmen für das öffentliche Leben beschlossen, um die Anzahl der Infektionen mit Covid-19 einzudämmen. Die aktuelle Zahl der Corona-Fälle in Deutschland liegt bei 7272, von denen 67 wieder gesund, jedoch 17 verstorben sind. (Stand: 17.03.2020, 8 Uhr)

Welche Geschäfte bleiben geöffnet?

  • Einzelhandel für Lebensmittel
  • Apotheken, Drogerien
  • Banken
  • Lieferdienste
  • Poststellen
  • Dienstleister und Handwerker können weiterhin ihrer Tätigkeit nachgehen
  • Einrichtungen im Gesundheitswesen bleiben unter Beobachtung von Hygieneanforderungen geöffnet.
Was wird geschlossen?
  • Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen
  • Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen
  • Messen, Ausstellungen, Kinos
  • Freizeit- und Tierparks, Anbieter von Freizeitangeboten
  • Sporteinrichtungen, Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder, Spielplätze
  • Einzelhandel-Verkaufsstellen
Wohin darf ich noch reisen?
Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab. An den Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark werden Grenzkontrollen durchgeführt. Reisende ohne triftigen Grund, sowie Personen mit Krankheitssymptomen dürfen die Grenze nicht mehr passieren. Berufspendler und der Warenverkehr sind davon ausgenommen. 

Freitag, 28.02.2020: Coronavirus verbreitet sich in Deutschland

Am Donnerstagabend (27.02.) wurde der erste Coronavirus-Fall in Hamburg bestätigt. Der betroffene Arzt der Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Eppendorf kehrte am Sonntag aus dem Urlaub im italienischen Trentino zurück, welches bisher nicht als Risikogebiet eingestuft war. Am Montag ging er wieder zur Arbeit, stellt aber am darauffolgenden Tag Symptome des Virus fest. Donnerstag wurde bei ihm das Virus festgestellt. Der Mann befindet sich seitdem in häuslicher Quarantäne in Schleswig-Holstein. Alle Personen, die mit dem Mann Kontakt hatten, werden nun ebenfalls untersucht und isoliert.

Fälle in Deutschland: Aktuell ingesamt 30 in NRW, Hamburg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg und Hessen.

Fälle in Italien: 650 positiv getestet Menschen, viele davon sind wieder genesen, es gibt 17 Todesfälle

Fälle in Frankreich: aktuell sind es 38 bestätigte Infektionen

Fälle in den Niederlanden: eine bestätitgte Infektion

Freitag, 31.01.2020: WHO ruft Gesundheitsnotstand aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat aufgrund der schnellen Ausbreitung des Coronavirus den internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Die mehr als 190 Mitgliedsländer der WHO sollen nun gegen die Ausbreitung untereinander koordinieren. Noch sei die Zahl der Infektionsfälle außerhalb Chinas gering, gab der WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend bekannt. Dennoch kann das Virus nur gemeinsam aufgehalten werden. Länder mit schlechter medizinischer Versorgung müssen jetzt besonders geschützt und unterstützt werden. Zudem soll die Arbeit an Impfstoffen und Medikamenten beschleunigt werden.

Donnerstag, 30.01.2020: Infizierte Deutsche sind symptomfrei

Laut des behandelnden Chefarztes in München sind die vier deutschen Patienten symptomfrei und in einem klinisch gutem Zustand. 

Mittwoch, 29.01.2020: Direktflüge von und nach China gestrichen

Nach British Airways haben auch die Lufthansa, sowie die Tochergesellschaften Swiss und Austrian, alle Direktflüge von und nach China gestrichen. Alle Flüge sollen vorerst bis zum 9. Februrar ausgesetzt werden, um die weitere Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Betroffene Passagiere haben bei der Lufthansa die Möglichkeit den Flug einmalig kostenfrei umzubuchen oder die Reise zu stornieren.

Zusätzlich können bis Ende Februar keine Flüge nach China gebucht werden.

Dienstag, 28.01.2020: Drei weitere Infizierte in Bayern

Am Dienstagabend gab das bayerische Gesundheitsministerium bekannt, dass sich drei weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Die vier Fälle stehen alle im Zusammenhang mit der Firma Webasto im Landkreis Starnberg. Auf einer Fortbildungsveranstaltung des international tätigen Automobilzulieferers Webasto am Dienstag vergangener Woche hatte eine chinesische Kollegin teilgenommen, wodurch die Krankheit nach Bayern gelangt sein könnte. Bei ihrer Rückkehr nach China wurde sie auf das Virus positiv getestet. Unklar ist jedoch, ob sich die drei neuen Infizierten bei der chinesischen Kollegin oder beim deutschen Kollegen angesteckt haben. Die Patienten wurden stationär aufgenommen und isoliert. Kontaktpersonen werden aktuell getestet, ob eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt.

Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, schließt Webasto die Firmenzentrale vorübergehend. Ebenso wird es keine Dienstreisen geben. 

Das sagt Gesundheitsminister Jens Spahn zum Coronavirus in Deutschland

Montag, 27.01.2020: Coronavirus erreicht Deutschland

Das bayerische Gesundheitsministerium bestätigte am späten Montagabend den ersten Fall einer Infizierung mit dem Coronavirus. Der männliche Patient aus dem Landkreis Starnberg sei "klinisch in einem guten Zustand". Das Gesundheitsministerium erkälte, dass der Patient überwacht und isoliert wird. Kontaktpersonen werden zudem über mögliche Symptome, Übertragungsmöglichkeiten und Hygienemaßnahmen informiert. Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und Robert-Koch-Institut (RKI) wird das Infektionsrisiko in Bayern "derzeit als gering erachtet"!

Was ist über das Coronavirus bekannt?

Es wird stark vermutet, dass das Coronavirus seinen Ursprung auf einem Fischmarkt in Wuhan, einer Stadt mit elf Millionen Einwohnern in der ostchinesischen Provinz Hubei hat. Der Erreger zählt zur Familie der Coronaviren, von denen die meisten nur leichte Erkältungsinfekte auslösen. Das Coronavirus kann hingegen zu Lungenentzündungen und schweren Atembeschwerden führen. 

Wie viele Menschen sind bis jetzt infiziert?

  • Bisher gibt es mehr als 200 Tote (Stand: 31.01.2020)
  • Die bestätigten Neuinfektionen häufen sich aktuell auf rund 8100
  • 50 Fälle sind außerhalb Chinas bestätigt, u.a. in Frankreich, Thailand, Vietnam, Singapur, Malaysia, Nepal, Australien, USA, Kanada und Deutschland, Südkorea, Indien, Japan, Philippinen 

Was sind die Symptome des Coronavirus?

  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Atemnot
  • Atemwegsprobleme
  • Grippeähnliche Symptome

Wie wird das Virus übertragen?

Der Erreger wird zwischen Tier und Mensch übertragen, da gerade Säugetiere und Nutztiere die Keime in sich tragen. Die chinesische Regierung bestätigt allerdings, dass das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Bisher infizierten sich mehrere hundert Menschen mit dem China-Virus, darunter auch Menschen in Südkorea, Thailand, Japan und Taiwan. Auch in den USA wurde ein Fall der Lungenkrankheit nachgewiesen.

Angesichts der schnellen Ausbreitung des Virus, hat China in der Privinz Hubei 14 Städte weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Zugverbindungen, Flüge und der öffentliche Nahverkehr wurden gestoppt, damit das Virus nicht verschleppt wird. Selbst Peking und Shanghai ziehen mit. 

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?

In China konnten Ärzte erste Erfolge gegen das Virus melden. Elf Patienten konnten der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua behandelt werden, sodass das Fieber zurückgegenagen und das Virus nicht mehr nachgewiesen werden konnte.

Wie hoch ist die Gefahr für Deutschland?

Nach Einschätzungen der Bundesregierung besteht aktuell keine Ansteckungsgefahr in Deutschland! Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts, wonach das Risiko als "sehr gering" eingestuft wurde. Dennoch bleiben Krankenhäuser und Ärzte wachsam und bereiten das Gesundheitssystem auf eventuelle Infektionen der China-Seuche vor. Die Berliner Charité habe bereits "alle Testsysteme hochgefahren", um eine Infektion mit dem Coronavirus schnell nachweisen zu können.

Wie bereitet sich Deutschland auf den Ernstfall vor?

Ein Sprecher des Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) sagte der WELT, dass Deutschland auf einen Pandemiefall gut vorbereitet sei. Dafür gäbe es Pandemiepläne, sowie regelmäßige Übungen und Ressourcen, um schnell und effektiv zu arbeiten. 

Für den Fall, dass sich eine Person mit dem Corona-Virus ansteckt, sind Maßnahmen zur Isolierung vorgesehen. Zusätzlich wird das Umfeld der Person überprüft. Dazu zählen engere Kontakte und auch Mitreisende in den zwei Reihen vor und hinter der Person im Flugzeug. 

In Berlin hängen mittlerweile Plakate auf Deutsch, Englisch und Chinesisch, die auf das Virus hinweisen. Wer aus der chinesischen Region kommt und Symptome wie Atemnot, Fieber oder Husten bemerkt, soll schnellstmöglich das Flughafenpersonal informieren. Auch der Frankfurter Flughafen bereitet sich auf den Ernstfall vor. 

Datum: 03.07.2020

Autor: Christina Liersch

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