Seuche in China Coronavirus: WHO ruft internationalen Gesundheitsnotstand aus!

Das Coronavirus breitet sich überraschend schnell länderübergreifend aus, viele Menschen sind bereits gestorben und auch in Deutschland gab es Infektionsfälle. Die WHO hat deshalb den internationalen Gesundheitsnotstand ausgesrufen. Was das nun bedeutet:

Krankenhaus

Freitag, 31.01.2020: WHO ruft Gesundheitsnotstand aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat aufgrund der schnellen Ausbreitung des Coronavirus den internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Die mehr als 190 Mitgliedsländer der WHO sollen nun gegen die Ausbreitung untereinander koordinieren. Noch sei die Zahl der Infektionsfälle außerhalb Chinas gering, gab der WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend bekannt. Dennoch kann das Virus nur gemeinsam aufgehalten werden. Länder mit schlechter medizinischer Versorgung müssen jetzt besonders geschützt und unterstützt werden. Zudem soll die Arbeit an Impfstoffen und Medikamenten beschleunigt werden.

Donnerstag, 30.01.2020: Infizierte Deutsche sind symptomfrei

Laut des behandelnden Chefarztes in München sind die vier deutschen Patienten symptomfrei und in einem klinisch gutem Zustand. 

Mittwoch, 29.01.2020: Direktflüge von und nach China gestrichen

Nach British Airways haben auch die Lufthansa, sowie die Tochergesellschaften Swiss und Austrian, alle Direktflüge von und nach China gestrichen. Alle Flüge sollen vorerst bis zum 9. Februrar ausgesetzt werden, um die weitere Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Betroffene Passagiere haben bei der Lufthansa die Möglichkeit den Flug einmalig kostenfrei umzubuchen oder die Reise zu stornieren.

Zusätzlich können bis Ende Februar keine Flüge nach China gebucht werden.

Dienstag, 28.01.2020: Drei weitere Infizierte in Bayern

Am Dienstagabend gab das bayerische Gesundheitsministerium bekannt, dass sich drei weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Die vier Fälle stehen alle im Zusammenhang mit der Firma Webasto im Landkreis Starnberg. Auf einer Fortbildungsveranstaltung des international tätigen Automobilzulieferers Webasto am Dienstag vergangener Woche hatte eine chinesische Kollegin teilgenommen, wodurch die Krankheit nach Bayern gelangt sein könnte. Bei ihrer Rückkehr nach China wurde sie auf das Virus positiv getestet. Unklar ist jedoch, ob sich die drei neuen Infizierten bei der chinesischen Kollegin oder beim deutschen Kollegen angesteckt haben. Die Patienten wurden stationär aufgenommen und isoliert. Kontaktpersonen werden aktuell getestet, ob eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt.

Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, schließt Webasto die Firmenzentrale vorübergehend. Ebenso wird es keine Dienstreisen geben. 

Das sagt Gesundheitsminister Jens Spahn zum Coronavirus in Deutschland

Montag, 27.01.2020: Coronavirus erreicht Deutschland

Das bayerische Gesundheitsministerium bestätigte am späten Montagabend den ersten Fall einer Infizierung mit dem Coronavirus. Der männliche Patient aus dem Landkreis Starnberg sei "klinisch in einem guten Zustand". Das Gesundheitsministerium erkälte, dass der Patient überwacht und isoliert wird. Kontaktpersonen werden zudem über mögliche Symptome, Übertragungsmöglichkeiten und Hygienemaßnahmen informiert. Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und Robert-Koch-Institut (RKI) wird das Infektionsrisiko in Bayern "derzeit als gering erachtet"!

Was ist über das Coronavirus bekannt?

Es wird stark vermutet, dass das Coronavirus seinen Ursprung auf einem Fischmarkt in Wuhan, einer Stadt mit elf Millionen Einwohnern in der ostchinesischen Provinz Hubei hat. Der Erreger zählt zur Familie der Coronaviren, von denen die meisten nur leichte Erkältungsinfekte auslösen. Das Coronavirus kann hingegen zu Lungenentzündungen und schweren Atembeschwerden führen. 

Wie viele Menschen sind bis jetzt infiziert?

  • Bisher gibt es mehr als 200 Tote (Stand: 31.01.2020)
  • Die bestätigten Neuinfektionen häufen sich aktuell auf rund 8100
  • 50 Fälle sind außerhalb Chinas bestätigt, u.a. in Frankreich, Thailand, Vietnam, Singapur, Malaysia, Nepal, Australien, USA, Kanada und Deutschland, Südkorea, Indien, Japan, Philippinen 

Wie wird das Virus übertragen?

Der Erreger wird zwischen Tier und Mensch übertragen, da gerade Säugetiere und Nutztiere die Keime in sich tragen. Die chinesische Regierung bestätigt allerdings, dass das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Bisher infizierten sich mehrere hundert Menschen mit dem China-Virus, darunter auch Menschen in Südkorea, Thailand, Japan und Taiwan. Auch in den USA wurde ein Fall der Lungenkrankheit nachgewiesen.

Angesichts der schnellen Ausbreitung des Virus, hat China in der Privinz Hubei 14 Städte weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Zugverbindungen, Flüge und der öffentliche Nahverkehr wurden gestoppt, damit das Virus nicht verschleppt wird. Selbst Peking und Shanghai ziehen mit. 

Was sind die Symptome des Coronavirus?

  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Atemnot
  • Atemwegsprobleme
  • Grippeähnliche Symptome

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?

In China konnten Ärzte erste Erfolge gegen das Virus melden. Elf Patienten konnten der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua behandelt werden, sodass das Fieber zurückgegenagen und das Virus nicht mehr nachgewiesen werden konnte.

Wie hoch ist die Gefahr für Deutschland?

Nach Einschätzungen der Bundesregierung besteht aktuell keine Ansteckungsgefahr in Deutschland! Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts, wonach das Risiko als "sehr gering" eingestuft wurde. Dennoch bleiben Krankenhäuser und Ärzte wachsam und bereiten das Gesundheitssystem auf eventuelle Infektionen der China-Seuche vor. Die Berliner Charité habe bereits "alle Testsysteme hochgefahren", um eine Infektion mit dem Coronavirus schnell nachweisen zu können.

Wie bereitet sich Deutschland auf den Ernstfall vor?

Ein Sprecher des Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) sagte der WELT, dass Deutschland auf einen Pandemiefall gut vorbereitet sei. Dafür gäbe es Pandemiepläne, sowie regelmäßige Übungen und Ressourcen, um schnell und effektiv zu arbeiten. 

Für den Fall, dass sich eine Person mit dem Corona-Virus ansteckt, sind Maßnahmen zur Isolierung vorgesehen. Zusätzlich wird das Umfeld der Person überprüft. Dazu zählen engere Kontakte und auch Mitreisende in den zwei Reihen vor und hinter der Person im Flugzeug. 

In Berlin hängen mittlerweile Plakate auf Deutsch, Englisch und Chinesisch, die auf das Virus hinweisen. Wer aus der chinesischen Region kommt und Symptome wie Atemnot, Fieber oder Husten bemerkt, soll schnellstmöglich das Flughafenpersonal informieren. Auch der Frankfurter Flughafen bereitet sich auf den Ernstfall vor. 

Datum: 31.01.2020

Autor: Christina Liersch