Gesundheitsrisiko Kassenbons: Kein schädliches Bisphenol A mehr, dafür jetzt andere bedenkliche Stoffe

Seit Anfang des Jahres sind Kassenbons mit dem chemischen Stoff Bisphenol A verboten. Alternativen gibt es schon, aber auch die seien nicht ganz unbedenklich.

Kassenbon

Zum 2. Januar haben die EU-Behörden den chemischen Stoff Bisphenol A (BPA) in Thermopapieren, die als Kassenbons, Kontoauszüge oder Fahrscheinen genutzt werden, verboten. Zulässig sind nur noch Papiere, die einen maximalen Gewichtsanteil von 0,02 Prozent von BPA aufweisen. Vorher enthielten Thermopapiere das 25- bis 150-Fache.

Das Problem an BPA

Bisphenol A steht schon länger in der Kritik: So empfahl das Umweltbundesamt (UBA) solche Papiere nicht länger als nötig zu berühren, da sich das BPA aus den Papieren löse und über die Haut in den Körper gelange. In Tierversuchen und zahlreichen Studien wurde die gesundheitliche Wirkung von BPA nachgewiesen, u.a. dass der Stoff hormonell in den Körper eingreift. Aufgrund des giftigen Stoffes gehören Kassenzettel auch in den Restmüll statt ins Altpapier. Beim Recycling könnten sich sonst die giftigen Stoffe aus dem Papier lösen.

Alternativen zu BPA - aber auch besser?

Trotz des nur noch geringen Anteils an BPA empfiehlt das UBA weiterhin, Thermopapier im Restmüll zu entsorgen. Der Grund: Statt BPA kommt nun Bisphenol S (BPS) zum Einsatz. Dieser Stoff steht ebenfalls im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein und hormonell zu wirken. Für Konsumenten bleibt es somit weiterhin schwierig, zu erkennen, welches Papier beschichtet ist und welches nicht.

Die einzige Ausnahme bietet blaues Thermopapier, welches in Bioläden eingesetzt wird. Es kommt ohne die Chemikalie aus und ist daher ungefährlich. Ebenso kann es recycelt werden.

Datum: 15.01.2020

Autor: Christina Liersch