Affenpockenvirus: Symptome, Übertragung und Behandlung

Symptome, Übertragung und Behandlung des Affenpockenvirus

Erst Corona, jetzt die Affenpocken? Die Sorge vor einer neuen Pandemie beunruhigt gerade viele Menschen. Doch das Robert Koch-Institut gibt Entwarnung – was zum Virus bekannt ist, welche Symptome auftreten und wie das Virus übertragen wird, erfahren Sie hier.

Die Sorge vor einer neuen Pandemie wächst, nachdem erste Fälle des Affenpockenvirus in Deutschland gemeldet wurden. Antworten zu den wichtigsten Fragen rund um das Affenpockenvirus geben unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Robert Koch-Institut (RKI). Die wichtigsten Informationen haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Was ist der Affenpockenvirus?

Beim Affenpockenvirus handelt es sich um eine Viruserkrankung bei Affen, die verwandt mit dem ausgerotteten Pocken (Variola major) ist. Beim Affenpockenvirus handelt es sich um eine zoonotische Erkrankung – wie beim Coronavirus wird der Erreger von Tieren auf Menschen übertragen. Die Affenpocken lösen bei Menschen eine milde, pockenähnliche Erkrankung aus, laut dem BMBF endet jede zehnte unbehandelte Erkrankung tödlich. Bei der Ausbreitung in Europa wird der westafrikanische Virustyp übertragen. Experten stufen seine Tödlichkeit geringer ein als die bisher sporadischen Ausbrüche in Zentral- und Westafrika. „Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland wird nach derzeitigen Erkenntnissen als gering eingeschätzt“, so das RKI.

Anzeichen des Affenpockenvirus

Die Inkubationszeit des Pockenvirus beträgt zwischen sieben und 21 Tagen. Laut dem RKI kann es bei einer Infektion mit Affenpocken zu folgenden Symptomen kommen:

  • Fieber
  • Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Hautausschlag, sogenannte Hauteffloreszenzen (Hautblüten), welche erst im Gesicht auftreten und sich dann auf andere Körperteile ausbreiten. Wie dem RKI aus aktuellen Fällen bekannt ist, kann sich die Hautveränderung zunächst im Urogenital-Bereich ausbreiten.

Wie das Robert Koch-Institut berichtet, ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch selten und nur bei engem Kontakt möglich, beispielsweise durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Krusten wie Schorf oder im Rahmen von sexuellem Kontakt. Eine Übertragung durch ausgeschiedene Atemwegssekrete ist ebenfalls möglich. Ebenso über Schmierinfektionen, beispielsweise über Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher. 

Behandlung von Affenpocken

Der Krankheitsverlauf ist im Vergleich zu Menschenpocken milde. Betroffene erholen sich in der Regel innerhalb von mehreren Wochen. Ein Arzneimittel mit dem antiviralen Wirkstoff Tecovirimat wurde kürzlich zu Behandlung der Affenpocken zugelassen. Um eine Ausbreitung bestmöglich zu verhindern, können Isolation und Quarantäne von Infizierten als potenzielle Maßnahmen infrage kommen – hierzu steht eine Entscheidung seitens des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach noch aus. 

Eine allgemeine Pockenimpfung schützt gut vor einer Ansteckung mit dem Affenpockenvirus. Allerdings war eine Schutzimpfung bis 1975 in Westdeutschland Pflicht, in der DDR bis 1982. Wie tagesschau.de berichtete, hat sich Frank Ulrich Montgomery, Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, dafür ausgesprochen, dass jüngere Generationen ein Impfangebot für Pocken erhalten sollen.

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Die Historie des Affenpockenvirus

Affenpocken sind in West- und Zentralafrika bei Nagetieren verbreitet. Wie das Robert Koch-Institut berichtet, gibt es Affenpocken bereits seit 1970, die erstmals im Kongo entdeckt wurden. Seitdem gab es immer wieder Fälle von Affenpocken in west- und zentralafrikanischen Ländern. 2003 wurden erste Fälle außerhalb Europas bekannt.

In Deutschland wurden bislang in Berlin, Bayern, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg Fälle von Affenpocken registriert. Weltweit wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 250 bestätigte Fälle oder Verdachtsfälle aus 16 Ländern gemeldet.

Video: Fachärzte warnen vor zu viel Affenpocken-Aufregung

 

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