15. September 2021
2G-Regel: Einschränkungen für Ungeimpfte

2G-Regel: Welche Einschränkungen gelten für Ungeimpfte?

Hamburg hatte als erstes Bundesland das 2G-Modell eingeführt, jetzt setzen weitere Bundesländer neue Corona-Regeln um, welche das Leben für Ungeimpfte einschränken. Ein aktueller Überblick.

Das besagt die 2G-Regel

Aktuell gilt bundesweit die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet). Doch Hamburg verschärfte Ende August als erstes Bundesland die Regel und setzt auf ein 2G-Modell (geimpft und genesen). Demnach können Veranstalter oder Gastronomen auf Grundlage des Hausrechts selbst entscheiden, ob sie ausschließlich Geimpfte und Genese einlassen wollen. Diese müssen dann einen entsprechenden Nachweis erbringen. Sich „frei zu testen“ – wie es bei 3G der Fall ist – ist dann für ungeimpfte Personen nicht möglich. Mit Einführung der 2G-Regel erhöht die Politik den Druck auf Ungeimpfte, sich gegen Corona impfen zu lassen. Bei einem 2G-Modell besteht nach Ansicht des Senats ein geringes Infektionsrisiko, sodass Lockerungen möglich sein könnten – Abstands- und Maskenpflicht fallen weg.

Immer mehr Bundesländer führen 2G-Modell ein

Weitere Bundesländer wie Berlin, Niedersachsen, Hessen, Sachsen und Baden-Württemberg ziehen nun an und setzen ebenfalls auf 2G. Baden-Württemberg plant zurzeit eine „Corona-Ampel“. Bei einer hohen Auslastung der Intensivbetten könnte die 2G-Regel dann auch im süddeutschen Bundesland greifen.

Die Ausweitung der 2G-Regel sei laut Niedersachsens Ministerpräsident Stephan-Peter Weil (SPD) ein „Beitrag zu Normalisierung des öffentlichen Lebens“. Vollständig geimpfte Bürger hätten das Anrecht, "ihr altes Leben" wieder "uneingeschränkt" führen zu können. Erwachsene, die sich gegen eine Schutzimpfung entscheiden, müssten hingegen „für die Folgen ihrer Entscheidung einstehen“.

2G-Regel: Nachteile für Ungeimpfte

Das 2G-Modell bedeutet für ungeimpfte Menschen erhebliche Einschränkungen, die vergleichbar mit einem leichten Lockdown sind. Die Teilnahme am öffentlichen Leben wie der Besuch von öffentlichen Einrichtungen wie Restaurants, Fitnessstudios oder Kinos sind für ungeimpfte Personen nicht möglich. Im Umkehrschluss bedeutet das für geimpfte und genesene Personen, dass ein solcher Besuch ohne Kapazitätseinschränkungen oder Abstandsgebote möglich sei.

Wann die 2G-Regel sinnvoll ist

Gerade bei einer steigenden Inzidenz und Hospitalisierungsrate ist 2G nicht auszuschließen – allerdings gibt es hierzu keine korrekten Aussagen bezüglich der Bundesregierung, sondern nur vereinzelte Aussagen von Politiker wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) oder Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD), die sich positiv für das Modell aussprechen. Gegenüber den Tagesthemen sagte Spahn: „Geimpfte und Genesene sollen es durchaus leichter haben.“

Lauterbach hält bei starkem Infektionsgeschehen weitergehende Einschränkungen für Ungeimpfte für notwendig. Im Gespräch mit der Berliner Morgenpost sagte er: „Wenn die Fallzahlen weiter so rapide steigen, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, dann wird es notwendig werden, die Regeln für Ungeimpfte zu verschärfen. Dazu zählt dann auch eine möglichst konsequente 2G-Regel, zumindest in den Bereichen, wo ein sehr hohes Risiko besteht.“

Kaum Ausnahmen beim 2G-Modell

Bei der 2G-Regel gibt es keine Ausnahmen. Wegen des Infektionsrisikos sind grundsätzlich alle Ungeimpften – also auch Personen wie Schwangere, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können – von 2G-Veranstaltungen ausgeschlossen. Einzige Ausnahme sind Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren.

Fazit: Die 2G-Regel spaltet

Schon jetzt bietet die 2G-Regel Konfliktpotential. Zwar ermöglicht eine solche Regelung, mehr Auslastungen und daher mehr Gewinn für Gastronomen und Veranstalter sowie weitere Freiheiten für Geimpfte. Allerdings bedeutet die 2G-Regelung auch eine indirekte Impfpflicht sowie eine gesellschaftliche Ausgrenzung von nicht geimpften Personen.

Video: Corona im Herbst: Diese Bundesländer haben 2G-Regeln eingeführt

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