20. Mai 2020
Zehn einfache Hausmittel aus der Naturapotheke – diese Tricks sollten Sie kennen!

Zehn einfache Hausmittel aus der Naturapotheke – diese Tricks sollten Sie kennen!

Wegen jedem Wehwehchen gleich zum Arzt? Viele Naturheilmittel haben sich seit Jahrhunderten in der Volksheilkunde etabliert und lassen sich zuhause leicht anwenden.

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Während man Safran vor allem im Nahen Osten häufig gebraucht, bessert Honig fast überall auf der Welt die Wundheilung, und Zwiebelsaft hat sich bei Ohrenschmerzen tausendfach bewährt. Die besten Heilmittel haben wir oft in unserer Küche parat. „Lass die Nahrung deine Medizin sein und deine Medizin deine Nahrung“. Besser als Hippokrates vor über 2.000 Jahren kann man den Einsatz vieler Hausmittel nicht auf den Punkt bringen.

In unserer Bilder-Galerie zeigen wir Ihnen zehn Hausmittel aus der Naturapotheke, die Sie auf jeden Fall kennen sollten >>

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1. Honig unterstützt die Wundheilung

Honig ist seit der Antike als Wundheilmittel bekannt. Zuckergehalt und Wasserstoffperoxid halten Verletzungen keimfrei und lassen die Hautzellen ungehindert ihren Reparaturen nachkommen.
Neuseeländischer Manuka-Honig glänzt durch eine hochbakterizide Substanz namens Methylglyoxal (MGO). Zahlreiche Studien bestätigen seinen Wert bei chronischen Wunden wie Druckgeschwüren (Dekubitus), Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris) oder beim diabetischen Fußsysndrom: große, monatelang offen gebliebene Wunden schließen sich und verheilen (Bienen.info hat darüber ausführlich berichtet).

Darüber hinaus spielen Antibiotika-Resistenzen keine Rolle: Manuka-Honig tötet selbst multiresistente Keime wie MRSA zuverlässig ab, bei denen alle Antibiotika zuvor versagt haben. Große, tiefe Verletzungen sollte man von einem Arzt behandeln lassen, aber oberflächliche Kratz-, Schürf- und Schnittwunden verheilen mit täglich aufgetragenem Manuka-Honig viel schneller.

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2. Flohsamen zur Stuhlregulation

Insbesondere Senioren klagen häufig über unregelmäßigem Stuhlgang. In Pflegeeinrichtungen kommen daraufhin wechselweise Abführmittel gegen Verstopfung und Tabletten gegen Durchfall zum Einsatz – ein Teufelskreis.

Eine wesentlich gesündere und natürlichere Methode zur Stuhlregulation sind indische Flohsamen, die Samenkörner des Indischen Wegerichs. Seine weißen Schalen vermahlt man zu einem feinen Pulver, das Unmengen von Wasser zu binden vermag. Flohsamenschalenpulver hat eine der höchsten bekannten Quellzahlen: Kommt der altbekannte Verdauungsregulator Leinsamen auf den Wert Vier, schafft Flohsamen sagenhafte 40.

Der Ballaststoff quillt mit ausreichend zugeführter Flüssigkeit und vergrößert das Volumen des Nahrungsbreis. Zugleich macht es ihn rutschig, sodass er sich problemlos Richtung Ausgang bewegt. Ein großer Löffel Flohsamenschalenpulver täglich genügt für einen gesunden Stuhlgang – viel Trinken nicht vergessen.

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3. Hühnersuppe gegen Erkältungen

Heutzutage schieben böse Zungen diesen positiven Effekt auf das breite Spektrum von Antibiotika, das in modernen Hühnerställen zum Einsatz kommt. Aber bereits unsere Großmütter schworen lange vor jeder Massentierhaltung auf dieses Hausmittel.

Heute wissen wir, dass da etwas dran ist. Die in Hühnersuppe reichlich vorhandene schwefelhaltige Aminosäure Cystein lässt die Schleimhäute abschwellen und dämpft Entzündungen. Histidin sorgt im Darm für eine besonders effiziente Aufnahme von Zink, das als wichtiger Baustein des Immunsystem fungiert.

Zusammen mit Kupfer und Eisen ist es für die Bildung von Antikörpern und neuen Immunzellen verantwortlich. Daher findet man diese Kombination in vielen Nahrungsergänzungsmitteln gegen Erkältungskrankheiten. Hühnersuppe erledigt das Gleiche und schmeckt definitiv besser als eine Pille.

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4. Kamille bei Frauenkrankheiten

Das unscheinbare Kräutlein ist ein wahrer Tausendsassa. Kamille liefert ein altbewährtes Hausmittel gegen schmerzhafte Krämpfe, die bei vielen Frauenkrankheiten wie Prämenstruellem Syndrom (PMS) oder Menstruationsbeschwerden auftreten.

Drei Tassen frisch gebrühter Kamillentee beruhigen nicht nur den häufig ebenfalls strapazierten Magen, sondern auch die schmerzhaft krampfende Muskulatur des Unterleibes. Wer möchte, kann den Tee zusätzlich mit anderen klassischen „Frauenkräutern“ wie Schafgarbe und Frauenmantel kombinieren. Solche Tees helfen bei PMS, anderen Regelschmerzen, während der dramatischen hormonellen Umstellungen im Klimakterium sowie gegen die morgendliche Übelkeit während einer Schwangerschaft.

Krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften lassen sich auch in einem Sitzbad nutzen, etwa bei Entzündungen im Genitalbereich oder Hämorrhoiden, wenn diese dank des kleinen Untermieters gehäuft auftreten.

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5. Safran gegen Depressionen

Die Behandlung von Depressionen stellt Ärzte vor eine Herausforderung. Antidepressiva wirken bei jedem Menschen anders und haben meist erst nach mehrwöchiger Einnahme Erfolg. Wegen Gewöhnung muss man allmählich die Dosis steigern, und es kommt zu einer Reihe unerwünschter Nebenwirkungen von Verstopfungen über Gewichtsveränderungen bis zur Impotenz.

Studien konnten zeigen, dass der Safrankrokus bei leichten bis mittelschweren Depressionen mindestens ebenso gut hilft wie die chemischen Mittel Imipramin und Fluotexin.

Safran wirkt lange bevor sich Stimmungsschwankungen zur Depression manifestieren – nicht umsonst sagt ein altes persisches Sprichwort, dass eine Tasse Safran glücklich macht. Ein abendliches Tässchen Tee mit zwei, drei Fäden Safran ist allemal einen Versuch wert. Ist der Tee zu bitter, darf man mit etwas Zucker nachsüßen.

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6. Zwiebelsaft gegen Ohrenschmerzen

Die antientzündliche und antibakterielle Wirkung der Zwiebel macht man sich bei Ohrenschmerzen zunutze. Wärme verbessert den heilsamen Effekt der Schwefelverbindungen. Am einfachsten ist es, die kleinwürfelig geschnittene Zwiebel vorsichtig ohne Fett leicht anzubraten.

Notfalls erwärmt man sich das Hausmittel in der Mikrowelle oder im Wasserdampf. Die Würfelchen füllt man in eine saubere Baumwollsocke oder schnürt sie in Verbandsmull. Gerade Kinder wissen die wohlige Wärme zu schätzen.

Man muss nur beachten, dass die Masse nicht zu heiß ist – am besten an der Wange testen wie bei einem Babyfläschchen. Mit einem Handtuch darüber bleibt die Wärme länger an Ort und Stelle. Bedenken Sie, dass eine akute Mittelohrentzündung unbedingt in ärztliche Behandlung gehört!

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7. Wadenwickel zur Fiebersenkung

Eigentlich ist Fieber senken keine gute Idee – der Körper denkt sich nämlich etwas dabei. Viren und einige Bakterien sind extrem wärmeempfindlich und sterben bei Fieber ab. Dem Körper geht es allerdings nicht besser, wenn die erhöhte Temperatur über das förderliche Maß hinaussteigt. Bei Babys wird es ab 41 Grad lebensbedrohlich – höchste Zeit für einen Besuch beim Kinderarzt.

Bei einer harmlosen Erkältung ist das Fieber selten so dramatisch und lässt sich mit einem kühlenden Wadenwickel senken. Legen Sie eine wasserdichte Unterlage unter und wickeln ein in Leitungswasser getränktes, ausgedrücktes Frotteehandtuch um die Unterschenkel. Ein trockenes Tuch verhindert, dass die Feuchtigkeit durchschlägt. Achten Sie darauf, dass bei Kleinkindern der Wickel handwarm und nicht eiskalt ist, sonst schlägt das auf den Kreislauf.

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8. Kohlwickel gegen Gelenkschmerzen

Ganz ähnlich legt man einen Kohlwickel an, wenn Knie oder Knöchel schmerzen. Wirksam sind hier die für den typischen Geruch verantwortlichen Phenylsenföle sowie Flavonoide, die kühlen, Entzündungen lindern und Schwellungen zurückgehen lassen, sodass die Schmerzen nachlassen.

Forscher der Universität Duisburg-Essen konnten die Wirksamkeit des alten Hausmittels in einer Studie wissenschaftlich bestätigen: Krautwickel erwiesen sich als effektiver als die bei Osteoarthritis übliche Salbe.

Für den Wickel zerschneiden Sie Kohlblätter grob, blanchieren sie kurz in heißem Wasser, trocknen sie ab und zerstoßen sie. Die warme Masse legen Sie in Mullbinde oder Handtuch eingepackt auf die schmerzende Stelle oder umwickeln diese damit. Am besten wirkt eine solche Krautroulade mit Beinfüllung, wenn man die Blätter über Nacht einwirken lässt.

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9. Fenchel/Anis/Kümmel gegen Blähungen und Bauchschmerzen

Blähungen und Bauchschmerzen sind vor allem bei Kleinkindern ständige Begleiter, aber auch Jugendliche und Erwachsene haben des Öfteren damit zu tun. Auch hier ist es gar nicht nötig, auf chemische Mittel zurückzugreifen, denn ein einfacher Aufguss hilft auf natürliche Weise.

Am besten bewährt hat sich eine Mischung aus gleichen Teilen Fenchelsamen, Anissamen und Kümmelsamen. Davon gibt man einen Teelöffel voll in ein Teesieb und übergießt mit sprudelnd heißem Wasser. Zehn Minuten ziehen lassen und dabei abdecken – ansonsten gehen die wertvollen ätherischen Öle verloren, die einen Gutteil der Wirkung bewerkstelligen. In kleinen Schlucken getrunken sollten sich damit Magen und Darm alsbald beruhigen lassen.

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10. Nelken gegen Zahnschmerzen

Gewürznelken enthalten ätherisches Nelkenöl, das Schmerzen und Entzündungen lindert und leicht betäubt. Das macht sie zu einem ausgezeichneten Hausmittel bei Insektenstichen, Abszessen und Zahnfleischentzündungen. Im letzteren Fall reicht es oft, eine einzelne Gewürznelke in den Mund zu nehmen und leicht darauf herumzukauen. Den Rest spuckt man nach einer Weile wieder aus.

Noch wirkungsvoller ist Nelkenöl, das man in der Apotheke bekommt. Mit einem Wattestäbchen oder einem Wattebällchen auf die schmerzende Stelle aufgetragen, lässt es die Schmerzen kariöser Zähne oder einer Zahnfleischentzündung alsbald verschwinden. Auch hier ist das Hausmittel nur ein Notbehelf – bei der nächsten Gelegenheit sollte sich ein Zahnarzt die schmerzende Stelle genauer ansehen.

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