15. Januar 2017
Schnelle Hilfe bei Blasenentzündung

Schnelle Hilfe bei Blasenentzündung

Wenn es beim Toilettengang brennt und schmerzt, ist die häufigste Ursache eine Entzündung der Blase. Was bei einer Blasenentzündung hilft, erfahrt ihr hier.

Wärmflasche
© Thinkstock / iStock / studiovespa
Wärmflasche

Beim Wasserlassen auf der Toilette schmerzt es und ein unangenehmes Brennen im Unterleib tritt auf — jede zweite Frau kennt diese typischen Symptome einer Blasenentzündung. Männer leiden übrigens wesentlich seltener an einer Infektion der Harnwege. Doch egal, ob Mann oder Frau, eine Blasenentzündung sollte nicht unterschätzt werden.

Wird eine Blasenentzündung jedoch verschleppt und steigt in die Nieren auf, kann sich die Entzündung auch auf andere Organe ausbreiten im schlimmsten Fall zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen. Geht deswegen unbedingt zum Arzt, wenn die Anzeichen einer Blasenentzündung auch nach mehreren Tagen noch auftreten.

In der Fachsprache wird die Blasenentzündung Zystitis genannt, eine Entzündung der unteren Harnwege. Sie wird durch Bakterien aus dem Darm, sogenannten Kolibakterien, ausgelöst. In den meisten Fällen gelangen die Bakterien von außen über die Harnröhre in die Blase, wo dann die Entzündung entsteht.

Wer ist anfällig für Blasenentzündungen?

Manche Menschen leiden in regelmäßigen Abständen an einem schmerzhaften Harnwegsinfekt. Diese Personen weisen häufig verschiedene Risikofaktoren auf, die zu einer Entzündung beitragen. Dazu zählen zum Beispiel ein geschwächtes Immunsystem, verengte Harnröhren, Harnsteine, Tumore oder eine vergrößerte Prostata. Auch Funktionsstörungen der Blase, oder ein Rückfluss von Urin können Blasenentzündungen begünstigen. Doch egal, ob ihr zu einer der Risikogruppen gehört oder nicht, Anzeichen einer Entzündung bedürfen auf jeden Fall einer Behandlung.

Ursachen einer Blasenentzündung

Zwei von drei Frauen haben einmal im Leben eine Blasenentzündung - sie sind viel häufiger betroffen als Männer. Der Grund: Bei Frauen ist die Harnröhre kürzer als bei Männern, somit gelangen die Erreger, häufig E-coli-Bakterien, schneller ans Ziel. Außerdem leiden Frauen in oder nach den Wechseljahren sehr häufig an Entzündungen der Harnröhre aufgrund von hormonellen Veränderungen. Besonders häufig sind schwangere Frauen betroffen, da sich die Harnwege weiten und Keime schneller eindringen können. In diesen Fällen wird eine Blasenentzündung leicht zu einer Nierenbeckenentzündung, die eine Fehlgeburt auslösen kann. Schwangere Frauen werden deshalb stets mit Antibiotika behandelt. Ein geschwächtes Immunsystem kann eine Blasenentzündung begünstigen. Häufiger Sex reizt die Schleimhäute, sodass die Bakterien leichtes Spiel haben – die sogenannte „Honeymoon-Cystitis“. Durch übertriebe Intimhygiene und spermizide Cremes kann die Scheidenflora ebenfalls geschwächt werden und das Risiko auf eine Zystitis steigt. Auch Nebenwirkungen bestimmter Medikamente und Bestrahlung können eine Blasenentzündung begünstigen.

Symptome einer Blasenentzündung

Typisch für eine Harnröhrenentzündung: Ihr müsst dauernd auf die Toilette, aber es kommen nur ein paar wenige Tropfen. Teilweise brennt es beim Wasserlassen sehr unangenehm. Blut im Urin oder eitriger Ausfluss können zusätzliche Anzeichen auf eine Blasenentzündung sein. Ebenso kann sich der Urin trüben oder der Geruch verändern. Dazu kommen häufig Schmerzen im Unterleib, da sich die Muskulatur verkrampft.

Was tun bei einer Blasenentzündung?

Wir haben einige Tipps für euch, die helfen, die Ursachen und Beschwerden einer Blasenentzündung schnell zu behandeln. Außerdem verraten wir, wie Ihr einer Entzündung effektiv vorbeugen könnt.

Bei einer leichten Harnwegsinfektion helfen häufig auch schon Hausmittel für eine erfolgreiche Behandlung.

  1. Flüssigkeitshaushalt auffüllen: Trotz des ständigen Harndrangs gilt die Devise: Trinken, trinken, trinken – am besten Kräutertees (Brennnessel, Goldrute oder Birke) oder einfach viel Wasser – zwei bis drei Liter sollten es sein. Und möglichst oft Wasserlassen. So wird man die Keime los. Auf Kaffee, Alkohol, Zitrus-, sowie zuckerhaltige Getränke verzichten, da diese die Blase noch mehr reizen. Zudem können erhöhte Blutzuckerwerte das Bakterienwachstum fördern, weshalb Diabetiker überdurchschnittlich häufig an einer Blasenentzündung erkranken.
  2. Wärme stärkt die Abwehrkräfte: Kälte senkt die Durchblutung im Intimbereich, Wärme mobilisiert hingegen die Abwehr. Am besten hilft immer noch die gute alte Wärmflasche oder ein heißes Bad und hinterher ab ins Bett. Alternativ können auch warme Sitzbäder mit Kamille oder Umschläge helfen, die Muskulatur zu entspannen und die Schmerzen zu lindern.
  3. Antibakteriell wirkende Naturmedizin: In Tabletten sind die Wirkstoffe höher dosiert als etwa in Heiltees. Deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, zu einem Nahrungsergänzungsmittel zu greifen. Es eignet sich zum Beispiel ein Bärentraubenblätter-Extrakt. Dieses verringert die Anzahl der Krankheitserreger (z.B. in „Arctuvan“; Apotheke). Auch ein Extrakt aus Cranberries, die amerikanische Verwandte der Preiselbeere („Tuim Urofemin“, Apotheke) kann das Abklingen der Entzündung fördern. Ebenfalls wirksam ist die Duo-Aktiv-Formel mit D-Mannose und Laktobazillen, die sowohl vorbeugend wirkt, wie auch bei Anzeichen einer Blasenentzündung eingesetzt werden kann ("Femalac", Apotheke).
  4. Krampfartigen Schmerzen: Hier helfen krampflösende Medikamente z.B. mit dem Wirkstoff Butylscopolamin („Buscopan“; Apotheke).

Wann zum Arzt?

Treten die Symptome weiterhin auf oder treten neben den Schmerzen noch andere Beschwerden wie Blut im Urin oder Fieber auf, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Euer Arzt wird den Urin untersuchen, um festzustellen, ob sich darin Bakterien befinden. Mit Hilfe eines Harnstreifentests können bestimmte Stoffe im Urin nachgewiesen werden, die auf eine Infektion hinweisen. Steht die Diagnose Blasenentzündung fest, helfen in manchen Fällen nur noch Antibiotika.

Bei der Entscheidung, welches Antibiotikum ihr verschrieben bekommt, spielt die Art der Infektion eine wichtige Rolle. Einige Antibiotika müsst ihr nur einmal andere über mehrere Tage einnehmen. Wichtig ist, dass man sich genau an die Vorgaben des Arztes hält und das Antibiotikum nicht vorzeitig absetzt.

Wenn Pilze als Erreger der Infektion festgestellt wird, wird der Arzt Mittel verschreiben, die pilztötend sind.

Harnwegserkrankungen richtig vorbeugen

Wer anfällig für Erkrankungen der Blase ist, sollte versuchen, unsere Tipps zu verfolgen, um wiederkehrenden Entzündungen vorzubeugen.

  • Flüssigkeit: Achtet darauf, immer ausreichend zu Trinken. Kaffee und Alkohol solltet ihr aber lieber meiden oder den Konsum möglichst reduzieren.
  • Gewürze: Auf stark gewürzte Speisen sollet ihr ebenfalls verzichten. Die Gewürze reizen eine empfindliche Blase. Besonders Menschen mit einer Reizblase sollten scharfe Gerichte ganz von ihrem Speiseplan streichen.
  • Außerdem nicht zu lange den Toilettengang hinauszögern, denn dann konzentrieren sich die Bakterien im Harntrakt.
  • Haltet besonders euren Nierenbereich immer schön warm.
  • Auch Stress kann Entzündungen fördern, deswegen lieber einen Gang runterschalten und sich und seinen Körper entspannen.
  • Nach dem Stuhlgang solltet ihr immer von der Scheide zum After wischen. Das verringert das Risiko, dass Magen-Darm-Bakterien in die Harnröhre gelangen.
  • Baumwollunterwäsche tragen und bei 60 Grad waschen – das sagt jedem Keim den Kampf an. Die Slips sollten zudem nicht zu eng sitzen, damit eine Reizung des Schambereichs nicht gefördert wird.
  • Am besten reinigt ihr euren Intimbereich nur mit warmen Wasser und ohne Seife, denn diese kann das natürliche Milieu durcheinander bringen.
  • Cranberry-Saft soll eine antibakterielle Wirkung haben und einer Blasenentzündung vorbeugen.
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