Heilpflanze des Jahres 2019 So wirkt Johanniskraut auf die Gesundheit

Johanniskraut ist vielseitig einsetzbar und wird in Europa am häufigsten als Beruhigungsmittel und Antidepressivum eingesetzt. Was das sogenannte Herrgottsblut noch kann, lesen Sie hier.

Johanniskraut

Wie sieht Johanniskraut aus und wo wächst es?

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die zwischen 15 und 100 Zentimetern hoch wächst. Sie blüht von Juni bis August, hat gelbe Blüten und wächst verbreitet an Gebüschsäumen, Waldrändern, Wegen, Böschungen, auf Wiesen und in Ginster- und Heidekrautweiden. Sie war bereits Arzneipflanze des Jahres 2015.

Wo findet Johanniskraut Anwendung?

In Europa wird Echtes Johanniskraut am häufigsten als Beruhigungsmittel und Antidepressivum eingesetzt, da die Wirksamkeit besser belegt ist als etwas Lavendelöl oder Passionsblumenextrakt. Echtes Johanniskraut kann die Stimmung aufhellen und hilft gegen nervöse Unruhe und Angstzustände. Wissenschaftler vermuten, dass die Substanzen Hyperforin und Hypericin dafür verantwortlich sind. Neben der psychischen Wirkung wirkt Johanniskraut vor allem auf der Haut, da es Entzündungen hemmt und trockene und schuppige Haut beruhigt. Ebenso hilft das sogenannte Rotöl gegen Neurodermitis. 

Wann wirkt Johanniskraut im Körper?

Möchten Sie Johanniskraut einnehmen, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, ob ein pflanzliches oder doch chemisches Mittel in Frage kommt, da Johanniskraut nicht sofort, sondern erst nach mehrmaliger Einnahme wirkt. Bis sich ein positiver Effekt zeigt, können manchmal Wochen vergehen. Wichtig ist ebenfalls, dass die Präparate ausreichend hoch dosiert sind.

Welche Wechselwirkungen gibt es?

Echtes Johanniskraut kann mit zahlreichen Medikamenten wechselwirken, indem es die Wirkung anderer Mittel abschwächt. Besonders Arzneimittel gegen HIV/Aids, Blutverdünner, Zytostatika, die Antibabypille und Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten sind davon betroffen. Fragen Sie im Zweifel immer Ihren Arzt oder Apotheker. 
Schwangere und Stillende sollten auf die Einnahme von Johanniskraut verzichten.
Wichtig: Wer helle und leicht zu Sonnenbrand neigender Haut hat, sollte Johanniskraut nicht einnehmen und sich lange in der Sonne oder im Solarium aufhalten. Der Stoff Hypericin macht die Haut lichtempfindlicher und kann zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen führen!

Autor: Christina Liersch