18. Januar 2016
Welt der Wunder - Amerika

Welt der Wunder - Amerika

Als das älteste Gewerbe gilt – genau: die Heilkunde. Die ersten Heiler konnten Arzneimittel nur aus den Kräutern, Blüten und Blättern herstellen, die sie in ihrer Umgebung fanden. Heute steht uns in puncto Heilpflanzen die ganze Welt offen. Also zapfen wir auch das uralte Heilwissen anderer Kontinente und Kulturen an. Ihre Rezepte haben längst den Weg in unsere Apotheken gefunden. vital zeigt die besten Beispiele.

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© AlexeyBorodin/iStock
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Fördert die Wundheilung.

HEIMAT: Der Hamamelis-Strauch stammt aus den Appalachen, dem bewaldeten Mittelgebirge Nordostamerikas. Schon die dort ansässigen Cherokee nutzten die wundheilende Wirkung des Extraktes aus Blättern und Zweigen.

VERWENDUNG: Neben dem heilenden Effekt auf Wunden wirken die Inhaltsstoffe, vor allem Gerbsäure, Saponine und Flavonoide, juckreizstillend. Das mildert entzündliche Hautreaktionen. Hauptsächlich wird Hamamelis äußerlich in Form von Salben oder Cremes angewendet (z. B. in „Posterine“, in Apotheken).

Bei Übelkeit und Bronchitis.

HEIMAT: Die tropische Pflanze (Carapichea ipecacuanha) wurde einst in den Regenwäldern von Mittel- und Südamerika entdeckt.

VERWENDUNG: Aus der giftigen Wurzel stellten Ärzte im Mittelalter ein Brechmittel her. Heute wirkt eine homöopathische Dosis Ipecacuanha (z. B. in „Bronchikatt“, in Apotheken) wohltuend bei Übelkeit, Erbrechen und starkem Krampfhusten – getreu dem Leitsatz „Gleiches mit Gleichem behandeln“.

Spült die Harnwege.

HEIMAT: Ihr Verbreitungsgebiet, ursprünglich Kanada, hat die Goldrute (Solidago virgaurea) mittlerweile bis nach Europa ausgedehnt. Sie wächst in Gärten, an Wald- und Wegesrändern.

VERWENDUNG: Die heilende Wirkung dieser Pflanze beruht auf der idealen Kombination ihrer Inhaltsstoffe: Flavonoide, Saponine und Glykoside. Gemeinsam regen sie die Nieren an, vermehrt Wasser auszuscheiden, was die Harnwege besser durchspült. In der Folge heilen Blasenentzündungen schneller ab (z. B. in „Cysto Fink Mono“, in Apotheken).

Sauerkirsche

Schenkt erholsamen Schlaf.

HEIMAT: Rund um den Michigansee in den USA entstand Mitte des 19. Jahrhunderts das Hauptanbaugebiet der Montmorency-Sauerkirsche.

VERWENDUNG: Die gesundheitsfördernde Kraft der Sauerkirsche wird seit mehr als 20 Jahren intensiv erforscht. Dabei kam heraus, dass die spezielle Sorte „Montmorency“ verglichen mit anderen Sauerkirschen einen sechsfach höheren Melatonin-Gehalt aufweist. Dieses Hormon steuert unseren Schlaf-Wach-Rhythmus und unterstützt so die gesunde Nachtruhe. Auch bei Gicht zeigt sich eine positive Wirkung, weil der Saft den Harnsäurewert senkt (z. B. „Cherry-Plus“, in Apotheken).

Passionsblume

Löst Ängste und lindert nervöse Unruhe.

HEIMAT: Ursprünglich stammt die Kletterpflanze (Passiflora incarnata) aus dem Südosten der USA. Sie wächst aber inzwischen auf der gesamten Welt.

VERWENDUNG: Bereits die amerikanischen Ureinwohner erkannten die beruhigende Wirkung. Passionsblumenkraut-Extrakt (z. B. in „Pascoflair“, in Apotheken) wirkt über den Neurotransmitter GABA und zeigt ähnliche Effekte wie chemische Angstlöser aus der Gruppe der Benzodiazepine. Der entspannende Einfluss auf das Nervensystem konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden.

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Welt der Wunder - Europa

Thymian

Lindert Halsbeschwerden.

HEIMAT: Die größte Sortenvielfalt des würzigen Heil- und Küchenkrautes (Thymus vulgaris) findet sich im Mittelmeerraum.

VERWENDUNG: Seine antibiotischen und entzündungshemmenden Eigenschaften machen Thymian zu einem der wichtigsten Heilmittel für die Atmungsorgane. Als Tee (z. B. „Salus Thymian Arzneitee“, in Apotheken, Reformhäusern und Bioläden) oder Tinktur eingenommen, lindert er Erkältungsbeschwerden, vor allem im Hals. Die zum Teil quälenden, krampfartigen Hustenanfälle klingen ab (auch bei Keuch- und Reizhusten oder Asthma), und hartnäckiger Schleim löst sich besser. Nach Geschmack mit Honig süßen.

Bärentraube

Bei Blaseninfekten.

HEIMAT: Auf der Nordhalbkugel gedeiht die Pflanze (Arctostaphylos uva-ursi) vor allem im Bergland, z. B. in den Alpen und Mittelgebirgen.

VERWENDUNG: Der Körper wandelt den Pflanzenstoff Arbutin in das antibakteriell wirkende Hydrochinon um. Es wird über die Nieren ausgeschieden, daher können sich Bakterien nicht in den Harnwegen festsetzen und vermehren (z. B. in „Cystinol“, in Apotheken).

Zistrose

Unterstützt die Abwehrkräfte.

HEIMAT: Im gesamten Mittelmeerraum, vor allem in Griechenland, wächst die Zistrose (Cistus incanus) auf kargen Sandböden.

VERWENDUNG: Zistrosen-Extrakt wird in letzter Zeit immer wieder als Alternative zur Prävention und bei der Behandlung von Influenza A ins Gespräch gebracht. Erste Studien bestätigen die Wirksamkeit. Auch bei bakteriellen Infekten kann eine innerliche Anwendung helfen, etwa als Lutschbonbon (z. B. in „Cystus 052“, in Apotheken).

Pestwurz

Verhindert Migräne.

HEIMAT: Die in ganz Nord- und Mitteleuropa heimische Pflanze wächst mit Vorliebe an den Auen von Flüssen und Bächen.

VERWENDUNG: Pestwurz-Extrakt (Petasites hybridus) punktet mit schmerzlindernden, entzündungshemmenden und krampflösenden Eigenschaften. Eine kurartige Einnahme (z. B. mit „Petasites Petadolex“, über www.petadolex.eu) kann die Zahl der Migräne-Tage deutlich reduzieren, wie Studien belegen.

Bittere Schleifenblume

Besänftigt den Magen.

HEIMAT: Auf der Iberischen Halbinsel und in den Pyrenäen ist die Iberis amara zu Hause.

VERWENDUNG: Die enthaltenen Pflanzenstoffe können die Beweglichkeit des Magens regulieren – und zwar je nach Bedarf. Bei erschlaffter Magenmuskulatur wirken sie anregend, bei verkrampften Zuständen entspannend. Das lindert Völlegefühl, Krämpfe und Sodbrennen (z. B. in „Iberogast“, in Apotheken).

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Welt der Wunder - Afrika

Rote Bete

Spendet Energie.

HEIMAT: Der Ursprung der Beta vulgaris (auch: Rote Rübe, Rande) liegt in Nordafrika.

VERWENDUNG: Rote Bete liefert reichlich Eisen, Folsäure, Kalium und Vitamin B. Forscher der Universität Exeter in England konnten nachweisen, dass ein halber Liter Rote-Bete-Saft täglich die Ausdauerleistung steigern kann. Außerdem trägt der frische Direktsaft (z. B. von Grünfink, bei Kaufland) dazu bei, den Blutdruck zu senken.

Teufelskralle

Fördert die Verdauung.

HEIMAT: In Namibias Savannen gedeiht die krautige Pflanze (Harpagophytum procumbens) prächtig.

VERWENDUNG: Die Bitterstoffe im Extrakt (z. B. in „Doppelherz Teufelskralle Kapseln“, in Drogeriemärkten und Apotheken) regen Magensaftbildung und Gallenfluss an. Gleichzeitig kommt die entzündungs- und schmerzlindernde Wirkung Rheuma- und Arthrose-Kranken zugute (z. B. in „Rivoltan“, in Apotheken).

Kapland-Pelargonie

Lindert Bronchitis.

HEIMAT: Die lila blühende Geranienart (Pelargonium sidoides) findet sich nur in der Savanne Südafrikas.

VERWENDUNG: Der pflanzliche Wirkstoff (z. B. in „Umckaloabo“, in Apotheken) erleichtert den Abtransport von Schleim und stärkt die Abwehrkräfte. Das lässt die typischen Bronchitisbeschwerden schneller abklingen.

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Welt der Wunder - Asien

Niembaum

Stoppt die Hausstauballergie.

HEIMAT: In seinem Ursprungsland Indien gilt der Niembaum (Azadirachta indica) wegen seiner Heilkraft als „Apotheke“ oder „freigiebiger Baum“.

VERWENDUNG: Insekten und Krankheitserreger haben beim Niembaum keine Chance. Darum nutzt der Mensch seit Langem seine Inhaltsstoffe bei der Schädlingsbekämpfung – in der Landwirtschaft, aber auch immer mehr im Haushalt. So macht das kalt gepresste Öl aus den Samen (z. B. in „Milbopax“, in Apotheken) die Nahrung der Hausstaubmilbe ungenießbar. Die Milben verhungern, was die allergene Belastung in Bett oder Teppich für mindestens sechs Monate stark reduziert.

Rosenwurz

Bremst den Stress aus.

HEIMAT: Eine Pflanze muss sehr robust sein, um in den arktischen Regionen Asiens zu wachsen – so wie die gelb blühende Rhodiola rosea, die in Sibirien „goldene Wurzel“ genannt wird.

VERWENDUNG: In einer Leistungsgesellschaft wie unserer müssen die meisten Menschen im Alltag einem eng getakteten Zeitplan folgen – und wünschen sich, der Tag hätte mehr als nur 24 Stunden. Dieser Dauerstress bleibt nicht ohne Folgen. Gerade in Belastungsphasen vermag Rosenwurz-Extrakt (z. B. in „Rhodiolan“, in Apotheken) Müdigkeit und Erschöpfung zu verhindern und zugleich Kräfte freizusetzen, um anstehende Aufgaben zu bewältigen.

Ginseng

Hilft schneller wieder auf die Beine.

HEIMAT: Ursprünglich stammt das Efeugewächs (Panax ginseng) aus den Gebirgswäldern Ostasiens, heute wird die Heilpflanze vor allem in Korea angebaut.

VERWENDUNG: Ginseng ist aus der Apotheke der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) nicht wegzudenken. Seit Jahrtausenden hat sich die Anwendung bewährt, jedoch weniger als Heilmittel. Vielmehr gilt Ginseng als erste Wahl, um die Gesundheit zu erhalten. Er kommt bei generellen Erschöpfungszuständen zum Einsatz, zur besseren Rekonvaleszenz und um die allgemeine Leistungsfähigkeit zu steigern (z. B. in „Manuia“, in Apotheken).

Yamswurzel

Gleicht Hormonstörungen aus.

HEIMAT: Die Knollenfrucht (Dioscorea villosa) wächst in tropischen Gebieten, 50 verschiedene Arten allein in China.

VERWENDUNG: Diosgenin heißt die wirksame Substanz in der Wurzel. Sie ähnelt dem Hormon Progesteron. Bei uns sind Yams-Produkte (z. B. „Trivital meno“, in Apotheken) zwar nicht als Arznei zugelassen, aber als Nahrungsergänzungsmittel bei Menstruations- und Wechseljahrbeschwerden.

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Welt der Wunder - Australien

Eukalyptus

Lindert Erkältungssymptome.

HEIMAT: In den subtropischen Gebieten Austra­ liens und Tasmaniens erstrecken sich zum Teil riesige Eukalyptuswälder (Eucalyptus globulus).

VERWENDUNG: Das ätherische Öl enthält reichlich Cineol, einen Wirkstoff, der antibakterielle und antivirale Eigenschaften besitzt, entzündungshemmend und schleimlösend wirkt. Bei Erkältung, Bronchitis und Entzündung der Nebenhöhlen zeigt sich die befreiende Wirkung (z. B. in „Soledum forte“, in Apotheken).

Teebaum

Desinfiziert und heilt kleine Wunden.

HEIMAT: Der immergrüne Strauch mit den nadelförmigen Blättern (Melaleuca alternifolia) stammt ursprünglich von der australischen Ostküste.

VERWENDUNG: Teebaumöl lässt Pilze, Bakterien und Viren alt aussehen. Es eignet sich zur Akne-Therapie, bei Entzündungen in Mund und Rachen, und sogar beim Bekämpfen von Herpesviren scheint es Wirkung zu zeigen. Die Konzentration sollte mindestens
5 Prozent betragen. Hochwertige Qualität erhalten Sie in Apotheken.

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