19. März 2017
Heilpflanzen und Heilkräuter für Frauen

Die besten Heilpflanzen für Frauen

Wenn ihr es lieber zuerst natürlich versucht: Gegen viele Beschwerden ist ein Kraut gewachsen. Dies sind die besten Heilpflanzen für Frauen – in allen Lebenslagen. Hier findet ihr unsere Liste mit den 20 besten Heilkräutern.

Die besten Heilkräuter für Frauen
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Die besten Heilkräuter für Frauen

Heilkundige verwenden seit Anbeginn der Menschheit Pflanzen, die Krankheiten aller Art zu kurieren können. Lange Zeit basierte ihr Wissen rein auf Erfahrungen und Beobachtungen, frei nach dem Prinzip "Versuch macht klug". Die klassische Phytotherapie setzt heute noch auf die jahrtausendealten Überlieferungen aus der Volksmedizin verschiedener Länder. Dennoch ist Pflanzenheilkunde alles andere als ein alter Hut. Denn da wäre noch ihr anderer Zweig, die moderne, rationale Phytotherapie. Sie orientiert sich an rein naturwissenschaftlich fundierten Erkenntnissen zu pflanzlichen Substanzen und wie sie sich auf Körper und Seele auswirken. Ihr verdanken wir zahlreiche Studien, die belegen, dass die Kräuterkundigen häufig richtig lagen – und warum.

Bevor ein neues pflanzliches Arzneimittel (Phytopharmakon) seine offizielle Zulassung am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erhält, muss es strenge Kriterien zu Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität erfüllen. Grund genug, auf die sanfte Wirkung der Natur zu setzen. Pflanzliche Medikamente verursachen seltener Neben- oder Wechselwirkungen, deswegen eignen sie sich besonders bei chronischen Erkrankungen und um eine schulmedizinische Therapie zu begleiten.

20 dieser bewährten Heilpflanzen stellen wir euch auf den nächsten Seiten vor. Tipp: Manchmal braucht ihr nur etwas Geduld, weil die Wirkung erst nach einer Weile einsetzt.

Bärentraubenblätter lassen Blaseninfekte abklingen
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Bärentraubenblätter lassen Blaseninfekte abklingen

Bärentraubenblätter lassen Blaseninfekte abklingen

Im Volksmund heißt die unter Naturschutz stehende Pflanze auch Harnkraut. Aus gutem Grund, denn sie wirkt sehr gut bei Entzündungs­prozessen entlang der Harnwege. In Bärentrau­benblättern stecken große Mengen an schleimhautschützenden, entzündungshemmenden Gerbstoffen, keimtötenden Phenolglycosiden (vor allem Arbutin) und antimikrobiellen Flavo­noiden. Wenn ihr bei wiederkehrenden Harn­wegsinfekten frühzeitig ein entsprechendes Präparat einnehmt (z.B. „Arctuvan“, aus Apothe­ken), lässt sich mitunter die Behandlung mit Antibiotika vermeiden.

Traubensilberkerze kühlt Hitzewallungen
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Traubensilberkerze kühlt Hitzewallungen

Traubensilberkerze kühlt Hitzewallungen

Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein Spezialextrakt dieser Heilpflanze typische Wechseljahressymptome wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche deutlich lindern kann. Wichtig für Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Hormone einnehmen dürfen oder wollen: Die Traubensilber­ kerze (z.B. in „Remifemin”, in Apotheken) hat keine phyto­östrogene (hormonartige) Wir­kung und beeinflusst daher weder das Gebärmutter­- noch das Brustdrüsengewebe.

Typisch weiblich: Manche Beschwerdebilder haben wir Frauen nun einmal exklusiv. Zum Glück bringt das Wissen aus der Pflanzenheilkunde in der Gynäkologie viele Vorteile!

Mönchspfeffer reguliert den Zyklus
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Mönchspfeffer reguliert den Zyklus

Mönchspfeffer reguliert den Zyklus

Klassische „Frauenleiden“ wie Brustspannen, ein unregelmäßiger Zyklus oder PMS gehen meist auf einen zu hohen Prolaktinwert zurück. Das Hor­mon hilft mit, den Zyklus zu steuern. Die Inhalts­stoffe von Mönchspfeffer (Agnus castus, z.B. in „Mönchspfeffer­ratiopharm”, aus Apotheken) regeln einen zu hohen Prolaktinspiegel im Blut herunter und lindern so die Symptome.

Die Frau ohne Unterleib: Die Organe „untenrum” bleiben für die meisten ein Mysterium. Selbst viele Frauen können nicht auf Anhieb den Unterschied zwischen Vulva (äußere Geschlechtsorgane) und Vagina (innere) erklären.

Melissen-Extrakt verhindert Herpes-Bläschen
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Melissen-Extrakt verhindert Herpes-Bläschen

Melissen-Extrakt verhindert Herpes-Bläschen

Die ätherischen Öle der Zitronenmelisse bekämpfen wirksam Herpesviren und können, rechtzeitig angewendet, einen Herpesausbruch häufig noch abwenden. Am besten schon beim ersten Kribbeln auf die Lippe auftragen. Der pflanzliche Extrakt (z.B. in „LomaHerpan”, aus Apotheken) zeigt keinen Gewöhnungseffekt und eignet sich gut, wenn bei anderen, synthetischen Substanzen der Erfolg ausbleibt.

Pfefferminze lindert Kopfschmerzen
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Pfefferminze lindert Kopfschmerzen

Pfefferminze lindert Kopfschmerzen

Bei Spannungskopfschmerzen hilft es, Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen aufzutragen. Es blockiert die Schmerzweiterleitung, lockert die Muskulatur und erhöht die Durchblutung der Kopfhaut (z.B. „Euminz”, aus Apotheken).

Unser Helm aus Knochen: Der Schädel besteht aus 22 Einzelknochen. Bis auf den Unterkiefer sind alle unbeweglich miteinander verbunden. Und das Zungenbein hat überhaupt keine Verbindung zu anderen Knochen.

Augentrost bei trockenen Augen
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Augentrost bei trockenen Augen

Augentrost bei trockenen Augen

Der Name ist Programm: Augentrost (Euphrasia officinalis) beruhigt gereizte, trockene, tränende Augen und wirkt nachweislich auch bei Bindehautentzündung oder einem Gerstenkorn. Eine Tinktur könnt ihr selbst herstellen, aber aus hygienischen Gründen solltet ihr gekaufte Präparate vorziehen. Augentropfen in Einzelverpackung, die ohne Konservierungsmittel auskommen und sicher anzuwenden sind, erhaltet ihr in der Apotheke (z. B. „Wala Euphrasia Augentropfen”).

Passionsblume löst Ängste und beruhigt
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Passionsblume löst Ängste und beruhigt

Passionsblume löst Ängste und beruhigt

Die wunderschönen Blüten lassen die Pharmakologen unangetastet, sie interessieren sich ausschließlich für Stängel und Blätter der Passionsblume. Der entspannende Effekt auf das Nervensystem kommt zustande, indem die Wirksamkeit bestimmter Neurotransmitter verstärkt wird. Die brauchen wir, um in aufregenden Zeiten Ruhe bewahren zu können. Bei regelmäßiger Einnahme (z.B. „Pascoflair”, in Apotheken) lassen Ängste und nervöse Unruhe nach, auch Einschlafstörungen gehören dann der Vergangenheit an.

Für mehr Ruhe und Kraft: Wenn die Sorgen des Alltags auf die Seele schlagen, wenn Schlafstörungen wichtige Energie rauben, dann kann die Natur sanften Ausgleich bringen.

Johanniskraut hellt die Stimmung auf
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Johanniskraut hellt die Stimmung auf

Johanniskraut hellt die Stimmung auf

Klinische Studien belegen die Wirkung von Johanniskraut bei depressiven Verstimmungen: Ähnlich wie chemisch nachgebaute Antidepressiva bringt die Heilpflanze die Botenstoffe zwischen den Nervenzellen ins Gleichgewicht. Das stabilisiert das Gefühlsleben. Bis der Effekt eintritt, braucht es jedoch einige Wochen (z.B. „Laif 900”, in Apotheken).

Schlangenwurzel stärkt die Nerven
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Schlangenwurzel stärkt die Nerven

Schlangenwurzel stärkt die Nerven

Seit Jahrhunderten nutzt die indische Medizin die Wurzeln des tropischen Strauches mit der botanischen Bezeichnung Rauwolfia serpentina. Homöopathisch verdünnt wirkt sich der Inhaltsstoff Reserpin (z. B. in „dystologes”, in Apotheken) positiv bei einer leichten Depression aus und reguliert nervlich bedingten Bluthochdruck.

Bitte entspannt entspannen: Voll im Trend, doch kein Allheilmittel: Bei manchen Menschen können Achtsamkeitsübungen auch Ängste und Nervosität hervorrufen, also das genaue Gegenteil des Gewünschten.

Artischockenblätter unterstützen die Verdauung
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Artischockenblätter unterstützen die Verdauung

Artischockenblätter unterstützen die Verdauung

Bestandteile wie Bitterstoffe und Flavonoide in den Blättern der Artischocke regen den Leber- und Gallenfluss an. Das erleichtert die Fettverdauung. Sogenannte dyspeptische Beschwerden (Völlegefühl, Übelkeit, Schmerzen, Stichwort „Reizmagen”) nach dem Essen treten dann entweder gar nicht mehr oder in wesentlich abgeschwächter Form auf. Ein weiterer positiver Effekt, den ein Artischockenextrakt (z. B. in „Hepar-SL”, in Apotheken) mit sich bringt: Die Darmmuskulatur wird aktiviert, was sich ebenfalls verdauungsfördernd auswirkt.

Frauenmantelkraut stoppt leichten Durchfall
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Frauenmantelkraut stoppt leichten Durchfall

Frauenmantelkraut stoppt leichten Durchfall

Seine adstringierenden Gerbstoffe überziehen die gereizte, entzündete Darmschleimhaut mit einer Schutzschicht. Sie hält Erreger vom Inneren des Körpers fern und verhindert, dass Wasser in den Darm strömt und so den Stuhl weiter verdünnt. Täglich 3–5 Tassen Arzneitee trinken (z. B. von Salus, in Apotheken, Reformhäusern, Bioläden).

Sennesblätter helfen bei Verstopfung
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Sennesblätter helfen bei Verstopfung

Sennesblätter helfen bei Verstopfung

Viele pflanzliche Abführmittel nutzen Sennes-Bestandteile (z.B. „Sidroga Abführtee”, in Apotheken). Die in der Heilpflanze enthaltenen Sennoside werden im Darm durch Enzyme zu dem Wirkstoff Rheinanthron aufgespalten. Der lässt mehr Wasser in den Dickdarm strömen und stimuliert die Darmbewegung – es flutscht wieder.

Der Bauch denkt mit: Im Darm sitzen mehr Nervenzellen als beispielsweise im Rückenmark. Daher passt der Begriff „Bauchhirn”. Es arbeitet völlig unabhängig vom Kopfhirn und redet bei Liebe und anderen Gefühlen – spürbar – ein Wörtchen mit.

Herbstzeitlose ist wirksam bei Gicht
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Herbstzeitlose ist wirksam bei Gicht

Herbstzeitlose ist wirksam bei Gicht

Vorsicht, giftig! Die kleine Pflanze, deren Blüten an Krokusse erinnern und deren Blätter sich leicht mit Bärlauch verwechseln lassen, enthält das arsenähnliche Gift Colchicin. Von der Selbstmedikation wird daher dringend abgeraten! In der richtigen Dosis, z.B. in Form eines homöopathischen Präparates (z.B. „Pflügerplex Colchicum 306”, in Apotheken), eignet sich der Inhaltsstoff jedoch, um akute Gelenkschmerzen bei Gicht zu lindern. Auch die Schulmedizin verwendet Colchicin zur Gicht-Therapie.

Brennessel gegen Gelekverschleiß
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Brennessel gegen Gelekverschleiß

Brennessel stoppt Gelenkverschleiß

Die spontane Hautreaktion, wenn wir Brennnesselblätter berühren: Schmerzen. Innerlich angewendet bewirkt die Pflanze das Gegenteil: Linderung. Bei Arthrose kann ein Spezialextrakt (z.B. in „Hox alpha”, in Apotheken) die durch Knorpelabrieb entstandenen Entzündungen am Gelenk hemmen und damit den weiteren Abbau stoppen. Die Schmerzen lassen nach, die Gelenkfunktion bessert sich.

Weihrauch lindert Entzündungen
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Weihrauch lindert Entzündungen

Weihrauch lindert Entzündungen

Das Harz des Weihrauchbaumes sieht ähnlich aus wie Gold – und war früher ebenso wertvoll. Es medizinisch zu nutzen hat in der indischen Heilkunst Ayurveda eine sehr lange Tradition. Weihrauch besteht bis zur Hälfte aus Boswelliasäure und ist bekannt für seine schmerzstillende, entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung, was verschiedene wissenschaftliche Studien auch belegen. Bei verspannten Muskeln und überlasteten Gelenken bringt kühlende Pflege mit Cremes oder als Umschlag spürbare Linderung (z.B. „Arthoro frio”, in Reformhäusern).

Beinwell nimmt den Schmerz
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Beinwell nimmt den Schmerz

Beinwell nimmt den Schmerz

Die heilungsfördernden Wirkstoffe konzentrieren sich in dem unterirdischen Teil der Pflanze, dem Wurzelstock (Rhizom). Aus ihm wird der Beinwell-Extrakt für Schmerzsalben gewonnen (z.B. „Kytta”, in Apotheken). Medizinisch sinnvoll bei Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen, Sehnenscheidenentzündungen und Rückenschmerzen.

Hagebutte nährt den Gelenkknorpel
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Hagebutte nährt den Gelenkknorpel

Hagebutte nährt den Gelenkknorpel

Forscher konnten die entzündungshemmende Substanz in Hagebuttenschalen identifizieren: ein hitzeempfindliches Galaktolipid (darum wirkt es nicht in Tee oder Marmelade). Für medizinischen Hagebuttenextrakt liegen jedoch Stu­dien vor, die bei Arthrose ein Nachlassen der Schmerzen und eine verbesserte Beweglichkeit belegen. Der hohe Vitamin­C­ Gehalt fördert zudem die Kollagenbildung – das nährt den Knorpel (z. B. „CH­Alpha Plus”, in Apotheken).

Sie haben es in der Hand: Gäbe es eine Pille, die unsere Gesundheit bewahrt und Krankheiten lindert, jeder würde sie schlucken. Dabei existiert diese Medizin längst: Sport – und zwar mäßig, aber regelmäßig.

Kapland-Pelargonie lässt Bronchitis abklingen
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Kapland-Pelargonie lässt Bronchitis abklingen

Kapland-Pelargonie lässt Bronchitis abklingen

Zwei Tage früher wieder fit sein und den Infekt ohne Antibiotika überstehen – so häufig, wie grippale Infekte umgehen, ist das ein echter Gewinn, durch klinische Studien belegt. Nachweislich bekämpft der Spezialextrakt aus den Wurzeln der Kapland-Pelargonie (z. B. „Umckaloabo”, in Apotheken) Erkältungsviren und erhöht die Beweglichkeit der Flimmerhärchen in den Bronchien. Das führt dazu, dass sich die Atemwege besser von zähem Schleim befreien können. Ein weiteres Plus: Der pflanzliche Wirkstoff kann eine zusätzliche Infektion mit Bakterien verhindern.

Eukalyptus löst festsitzendes Sekret
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Eukalyptus löst festsitzendes Sekret

Eukalyptus löst festsitzendes Sekret

Ob im Erkältungs-Wannenbad, Sauna-Aufguss oder Halsbonbon (z.B. von Abtei, in Drogerien) – das ätherische Öl des Eukalyptus lässt uns sofort tief durchatmen. Seine antimikrobiellen, entzündungshemmenden und schleimlösenden Inhaltsstoffe kommen bei Erkältungen wie gerufen. In Kombination mit anderen ätherischen Ölen, z.B. von Myrte, Süßorange und Zitrone (z.B. in „Gelo-Myrtol forte”, in Apotheken), ergänzt sich deren Wirkung gegenseitig. Darum zahlt sich oft sogar bei einer Nasennebenhöhlenentzündung der Versuch mit einer rein pflanzlichen Therapie aus.

Isländisch Moos lindert Halsschmerz
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Isländisch Moos lindert Halsschmerz

Isländisch Moos lindert Halsschmerz

Der hohe Schleimstoffanteil der Flechte (z.B. in „isla”, in Apotheken) lindert Hals- und Rachenbeschwerden unmittelbar. Hausmittel bei Husten: pro Tasse 1 TL des Krautes (in Apotheken) aufbrühen, 10–30 Minuten ziehen lassen, den Tee mit Honig süßen.

Luft holen für den ersten Schrei: Im Mutterleib hat die Lunge für das ungeborene Kind noch keine Funktion. Erst mit der Geburt entfaltet sie sich – dann aber richtig!

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