Wasseranwendung Wassertreten: So stärken Sie Ihre Abwehrkräfte

Die wohl berühmteste Wasseranwendung ist das Wassertreten. Wir erklären Ihnen, was sie gesund macht, wie Sie dadurch Ihre Abwehrkräfte stärken und wie das Wassertreten richtig angewendet wird.

Wassertreten

Das Wassertreten ist die berühmteste Wasseranwendung bzw. Behandlungsmethode in der Hydrotherapie. Sie wurde durch den Hydrotherapeuten und Naturheilkundler Sebastian Kneipp populär. Seitdem wird das Wassertreten auch "Kneippen" genannt. 

Wirkung des Wassertretens

  • regt den Kreislauf an
  • fördert die Durchblutung
  • hilft gegen Krampfadern
  • wirkt gegen heiße Beine
  • kräftigt die Venen
  • fördert den Schlaf bei Anwendung am Abend
  • hilft bei Migräne
  • wirkt vegetativ stabilisierend
  • stärkt das Immunsystem
Beim Wassertreten wird der Kreislauf angeregt und die arterielle Durchblutung gefördert. Durch den Kältereiz ziehen sich die oberflächlichen Blutgefäße zusammen. Gleichzeitig sind die Beinmuskeln in Bewegung, sodass der venöse Blutstrom gefördert und Krampfadern vorgebeugt wird. 

Mit Kneippen das Immunsystem stärken

Wird das Wassertreten regelmäßig angewendet, kann dadurch das Immunsystem gestärkt werden, sodass man gerade in der Winterzeit weniger anfällig für Krankheiten, z. B. Grippe oder Erkältung, ist. Verantwortlich dafür ist die Wärmeregulation im Körper, die nach einem Kältereiz aktiviert wird. Das sorgt für mehr Durchblutung in den Organen bzw. im gesamten Körper, wodurch Sauerstoff, Nährstoffe, Hormone, Enzyme, Wärme und Antikörper transportiert und Giftstoffe abtransportiert werden. 

Richtig Wassertreten – so geht's

In vielen Heilbädern und Kur-Parks in Deutschland gibt es Kneipp-Anlagen. In dieser Liste finden Sie alle öffentlichen Anlagen. Die Wassertretanlagen werden häufig künstlich angelegt. Manchmal findet man sie aber auch an kleinen Fließgewässern. Haben Sie jedoch keine Möglichkeit draußen zu kneippen, können Sie das Wassertreten auch in die eigenen vier Wände verlegen. Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein Eimer oder eine Badewanne, sowie Wasser, welches maximal 18 Grad warm ist. 
 
Und so geht's:
  1. Bevor Sie ins kalte Wasser steigen, sollten Sie warme und gut durchblutete Füße haben. 
  2. Kneippen Sie zu Hause, füllen Sie einen Eimer oder Ihre Badewanne so hoch mit Wasser, dass es knapp bis unter das Knie reicht. 
  3. Ob nun zu Hause oder bei einer Anlage: Gehen Sie langsam ins Wasser. Mit jedem Schritt ziehen Sie die Beine langsam wieder aus dem Wasser, um dann im sogenannten "Storchenschritt" wieder einzutauchen.
  4. Idealerweise reicht das Wasser bis knapp unter die Knie.
  5. Versuchen Sie ein bis zwei Minuten zu kneippen, um sich anschließend ca. eine Stunde Ruhe zu gönnen. Danach können Sie eine erneute Anwendung durchführen.
  6. Nach dem Verlassen des Beckens oder des Eimers laufen Sie noch ein paar Schritte. Anschließend werden Füße und Beine mit einem Handtuch abgestreift. Ihre Füße und Beine sollten leicht rosa sein. Schon kurze Zeit später sollte sich ein warmes Gefühl und Kribbeln einstellen.
  7. Nach der Anwendung sollten Sie starke Belastungen meiden und viel Wasser trinken.
Datum: 01.07.2020

Autor: Christina Liersch