Therapie Der Körper reagiert darauf

Handauflegen mit System: Beim „Therapeutic Touch“ entsteht zwischen Patient und Behandler ein wirksamer Energiefluss

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Die Therapeutin und Ausbilderin Anja Homeyer aus Herten-Westerholt sagt: „Allein die Tatsache, dass jemand sich entspannt und geborgen fühlt, hilft schon, die Selbstheilungskräfte anzuregen.“ Diese Wirkung hat sie am eigenen Leib erfahren, als sie mit 34 an Schilddrüsenkrebs erkrankte. Eine OP und eine anstrengende radioaktive Jodtherapie folgten. „Der Krebs und die Behandlung haben mich umgehauen“, erinnert sich Anja Homeyer. „Ich fühlte mich so kraftlos. Deshalb habe ich mich zusätzlich mit bioenergetischen Methoden behandeln lassen.“ Durch sie fühlte sie sich leichter, stärker und wieder gesünder. Das Konzept überzeugte sie so sehr, dass sich die professionelle Sängerin zur TT-Therapeutin ausbilden ließ.

Der Körper reagiert darauf

Da „Therapeutic Touch“ für die Pflege und Anwendung im Krankenhaus entwickelt wurde, gibt es inzwischen mehrere Studien, die den Effekt belegen. Kinder, die mit akuten Stressanzeichen wegen einer Verletzung, einer bevorstehenden Operation oder einer Krankheit in Kliniken eingeliefert wurden, waren nach der Behandlung entspannter. Zudem hatten sie niedrigere Pulswerte, und ihr Hautwiderstand war geringer. Alles Zeichen dafür, dass es den kleinen Patienten mit TT besser ging. Auch Alzheimer-Kranke zeigten nach einer Sitzung weniger der typischen Symptome wie Fluchen und Unruhezustände. Für den Durchbruch der Methode in den USA sorgte eine Studie, in der eine Verbesserung der Wundheilung nachgewiesen wurde. Heute wird TT an zahlreichen Colleges und Kliniken des Landes unterrichtet und angewendet. In Österreich und den Niederlanden ist „Therapeutic Touch“ bereits Bestandteil der Pflegeausbildung und wird zum Teil auch von Ärzten eingesetzt.

„Im Krankenhaus hat man oft nur wenige Minuten Zeit, aber selbst die kann man etwa beim Verbandswechsel für TT nutzen“, sagt Anja Homeyer. Denn für den Therapieerfolg ist es egal, wie lange der Patient behandelt wird. Ein weiteres Plus: Weil sich die Therapeuten zu Beginn der Sitzung selbst „zentrieren“, um sich optimal auf den Patienten einzustellen, werden auch sie ruhiger und entspannter. Und was Anja Homeyer ebenfalls wichtig ist: TT ist eine handfeste Angelegenheit. „Es ist nichts Heiliges dabei. Deshalb lache ich auch oft mit meinen Patienten während der Behandlungen.“