Venenleiden Für wen kommt die Behandlung infrage?

Operieren war gestern: Heute werden Krampfadern mit Radiowellen verschlossen. Schonend, schnell und ohne Narben.

beine.jpg
Wie lange dauert die Behandlung und für wen kommt sie infrage?
Je nach Schwere der Erkrankung und Anzahl der zu behandelnden Venen dauert sie rund 30 bis 60 Minuten pro Bein. Grundsätzlich eignet sich die Therapie für Patienten mit einer insuffizienten Stammvene, also für alle Venen, die früher herausgezogen, eben gestrippt wurden. Nicht durchgeführt werden sollte das Verfahren bei Patienten mit einer akuten Erkrankung wie z.B. einer Grippe mit 40 Grad Fieber. Ist diese aber abgeklungen, kann der Patient selbstverständlich behandelt werden.

Kann die innovative „Closure Fast“-Methode bei jedem Patienten ein Venenstripping ersetzen?
Da, wo ein Draht für ein Venenstripping platziert werden kann, kann auch ein „Closure Fast“-Katheter hineingeschoben werden. Die Methode ersetzt, jedenfalls in der Hand wirklicher Experten, in allen Patienten- Fällen das Stripping. Und nicht zu vergessen: Sie kommt ohne den Leistenschnitt aus. Ich behandle mit dieser Methode mittlerweile sogar einen erheblichen Anteil voroperierter Patienten.

Wie sieht es mit Schmerzen aus, wie mit Komplikationen?
In den ersten Tagen nach dem Eingriff treten, falls überhaupt, nur moderate Schmerzen auf. Etwa einer von fünf Patienten nimmt leichte Schmerzmittel wie Ibuprofen, die meisten gehen am darauffolgenden Tag wieder ihrer beruflichen Tätigkeit oder ihren Alltagsgeschäften nach. Komplikationen sind selten und betreffen Gefühlsstörungen der Haut, die bei einem von 200 Patienten allerdings auch sehr lange anhalten können. Alle herkömmlichen Verfahren haben aber eine deutlich schlechtere Statistik. Häufige harmlose Beschwerden sind ein Ziehen im Oberschenkel oder auch tastbare Verhärtungen unter der Haut. 

Überzeugt denn nach dem Verdampfen auch das kosmetische Ergebnis?
Ich kann es nur als phänomenal bezeichnen, da weder eine Narbe in der Leiste entsteht noch Hauteinblutungen auftreten, wie sie beim Stripping die Regel sind.

Kennen Sie Zahlen zu den Erfolgen und Rückfällen?
Die Erfolgsrate liegt sogar bei dem Verschluss einer großen Stammvene bei über 99 Prozent – vorausgesetzt, der Venenchirurg beherrscht die neue Technik sehr versiert. Über die Rückfallquote liegen derzeit noch keine verlässlichen statistischen Zahlen vor. Es spricht aber einiges dafür, dass Rezidive wesentlich seltener auftreten als nach den herkömmlichen Venenoperationen wie etwa dem Stripping.