Moderne Heiler - Folge 3 Hilfe für Körper, Geist und Seele

VITAL besucht Frauen, die bewusst, fernab der Schulmedizin, kaum bekannte Verfahren gewählt haben, um zu helfen. Hier sagen sie, wie es dazu kam – und wie sie behandeln. Diesmal: Laura Monserrat.

Laura Monserrat

Wir sitzen zu Hause in ihrem Garten, während Laura Monserrat nach den passenden Worten sucht, um das Wesen der Heileurythmie zu erklären. „Obwohl ich mich seit Jahrzehnten damit befasse, ist es nicht leicht. Denn die anthroposophische Medizin, aus der die Heileurythmie stammt, ist sehr komplex. Ein ganzer Lebensentwurf steckt dahinter, ein menschenfreundliches Menschenbild“, sagt sie und beginnt dann mit Leidenschaft zu erzählen. „Ich spreche den Kopf, das Herz und die Hand an – es ist ideal, wenn Denken, Fühlen und Wollen im Einklang sind. Denn darum geht es: den Patienten wieder in Harmonie zu bringen.“

Hilfe für Körper, Geist und Seele

Wenn Kinder dauernd unkonzentriert sind oder sehr in sich gekehrt, wenn jemand unter häufigen Kopfschmerzen leidet oder Burn-out: Dann stimmt nach dieser Heillehre etwas nicht im Kräftegleichgewicht von Körper, Seele und Geist. Im Sinne der ganzheitlichen Medizin versuchen Heileurythmisten, die fehlende Balance wieder herzustellen: mit Tanzschritten, Gebärden, Musik, Sprache und Farben. Jeder Buchstabe und jeder Ton haben eigene Bewegungsabläufe. „Je nach Indikation wählt der Therapeut passende Laute und Bewegungen, die das Gleichgewicht schulen, die Koordination und Geschicklichkeit trainieren – was vor allem bei Kindern wichtig ist“, so Laura Monserrat. Aber es werden auch Organfunktionen angeregt, Stoffwechsel und Kreislauf in Schwung gebracht. „Man lernt kreative Wege kennen, um mit sich und der Umwelt besser klar zu kommen, um letztlich Krankheiten und seelische Probleme zu bewältigen“, erklärt sie und führt mit fließenden Bewegungen Buchstaben vor.

Leicht und graziös sieht das aus, und plötzlich wird ihr eben noch sprudelndes Temperament abgelöst von großer innerer Ruhe. Man spürt, wie sehr Laura Monserrat aufgeht in dem, was sie tut. Und sie sagt denn auch: „Mein Beruf ist meine Berufung.“

Als 24-jährige Grundschullehrerin und Schulpsychologin hörte sie in ihrer Heimatstadt Mendoza bei einem Vortrag zum ersten Mal von der Ideenwelt des Philosophen Rudolf Steiner: „Ich war fasziniert vom Gedanken der Ganzheitlichkeit und wollte mehr darüber erfahren.“