Heilpflanze Echter Eibisch

Bei Magenschmerzen oder Husten beruhigt Eibisch die Schleimhäute. Doch die eigentliche Verwendung der Heilpflanze liegt woanders: in Marshmallows. Das und mehr erfahrt ihr hier!

eibisch

Wie sieht die Heilpflanze aus und wo wächst sie?

Echter Eibisch, auch Arznei-Eibisch genannt, deren Botanischer Name Althaea officinalis lautet und sich vom griechischen althäeis (heilsam) ableitet, gehört zur Gattung der Malvengewächse (Malvaceae). Die mehrjährige, krautige Pflanze wird bis zu zwei Meter hoch. Aus der verzweigten Wurzel wachsen kräftige Stängel mit wechselständigen Blättern. Die Blätter laufen spitz zu, sind samtig und haben einen gezackten Rand. Oberhalb dieser Eibisch-Blätter wachsen fünfblättrige hellrosa Blüten am ganzen Stängel entlang, einzeln oder in kleinen Trauben. Charakteristisch ist der lila Staubbeutel des Heilkrauts.

In Südeuropa, dem Balkan und Südrussland existieren seit jeher wilde Bestände. In unseren Breiten wächst Althaea officinalis nur sporadisch in freier Natur, am ehesten auf salzigen, feuchten Böden, etwa an der Ostsee. Im Garten gedeiht der Echte Eibisch ohne große Pflegeansprüche an Standorten mit warmen Lagen wie etwa in salzhaltigen Böden mit genügend Feuchtigkeit und Nährstoffen. Bienen steuern die Blüten der Pflanze als Nektarspender an.

Wann kann man Eibisch sammeln?

Der Echte Eibisch steht in Deutschland unter Naturschutz. Wilde Pflanzen sind daher tabu. Gesammelt werden darf nur im eigenen Garten. Verwendete Pflanzenteile sind die Blüten, die Eibischwurzel und die Blätter. Die höchste Wirkstoff-Konzentration steckt in der Wurzel des Krauts und zwar im späten Herbst. In erster Linie ist der November ideal, um das schwarzwurzelähnliche Rhizom auszugraben, dann wird es getrocknet und klein geschnitten aufbewahrt. Einfacher ist es, ansatzfertige Eibischwurzel im Kräuterladen zu besorgen.

In welchen Bereichen findet Eibisch Anwendung?

Die Pflanze Althaea officinalis gehört seit der Antike zu den wichtigsten Heilpflanzen. Er soll bei Atemwegserkrankungen, trockener Haut, Hautproblemen und bei leichten Entzündungen im Magen-Darm-Bereich helfen. Nachgewiesen und anerkannt ist die lindernde und positive Wirkung bei trockenem Reizhusten, bei Heiserkeit und Magenschmerzen. Die Volksmedizin nutzt Eibisch auch als Heilwirkung bei äußerlicher Anwendung wie etwa bei leichten Verbrennungen, Insektenstichen oder feuchten Ekzemen.

Und auch in der Küche findet man den Eibisch vor. Essbar sind besonders die jungen Blätter, sie können prima als Salat verwendet werden.

Warum lieben Kindern den essbaren Eibisch?

Die Schleimstoffe des essbaren Eibisch haben eine heilende Wirkung. Der Schleim legt sich wie eine Schutzschicht auf Entzündungen. Deshalb trinken vor allem Kinder gern Eibisch-Sirup oder Eibisch-Tee als Hustensaft, mit ein wenig Honig gesüßt, wird der fade Geschmack übertrumpft.

Das ist aber nicht der einzige Grund, weshalb Kinder gern die Heilpflanze zu sich nehmen, denn die Eibischwurzeln sorgten früher bei Marshmallows für die gummiartige Konsistenz, bis die kostengünstigere Gelatine zum Einsatz kam. Daher entstand der Name Marshmallow. Übersetzt heißt dieser: Sumpf-Malve, was genauso wie "Alter Thee" eine andere Bezeichnung für den Eibisch darstellt. Erfunden wurden Marshmallows übrigens nicht von Amerikanern, sondern von der französischen „pâte de guimauve“.

Was steckt im echten Eibisch?

Medizinisch wirksam sind die Schleimstoffe, die rund 20 Prozent der Wurzel ausmachen. Den Rest bilden Stärke, Zucker, Ballaststoffe und ätherische Öle. Aufgrund des hohen Zuckergehalts sollten sich besonders Diabetiker vor dem essbaren Eibisch in Acht nehmen. Die Schleimstoffe wirken reizmildernd und entzündungshemmend. Vermutlich regen sie auch das Immunsystem an. Der Haupteffekt ist jedoch ein mechanischer: Die Inhaltsstoffe des Eibischs bleiben an den Schleimhäuten haften und bilden einen schützenden Film, der vor Reizen bewahrt. Aber Vorsicht: Weil es zu einer Umhüllung der Schleimhäute kommt, kann die Wirkung gleichzeitig eingenommener Medikamente verzögert werden.

Warum braucht die Pflanze Zeit zum Entfalten?

Eibisch wird immer kalt angesetzt und nur auf Trinktemperatur erwärmt. Kochendes Wasser würde die Schleimstoffe und damit die Wirkung zerstören. Für die Zubereitung eines Eibisch-Tees oder eines Auszugs zum Gurgeln braucht man daher etwas Geduld: Mindestens zwei, besser acht Stunden sollten zwei bis drei Teelöffel geschnittene Eibischwurzel in 150 Milliliter kaltem Wasser ziehen.