Ein Blick in die Windel – Stuhlgang bei Babys

Der Stuhlgang zwischen Kleinkindern und Erwachsenen unterscheidet sich enorm. Während in unserer Gesellschaft unter Erwachsenen die Ausscheidungen meist ein Tabu-Thema sind, scheinen junge Eltern fast kein anderes Thema als den Windelinhalt des Nachwuchses zu kennen.

Baby schläft mit Schnuller und Mützchen im Gitterbett© Marko Pekic / iStock
Das Alter sowie die Art der zugeführten Nahrung spielen eine wesentliche Rolle bei den Ausscheidungen des Babys.

Gerade bei Kleinkindern ändert sich der Stuhlgang in Farbe, Konsistenz und Geruch rasant mit der Entwicklung. Umso wichtiger ist es für Eltern zu wissen, was der Inhalt der Windel über den Gesundheitszustand ihres Babys aussagt. Das Alter sowie die Art der zugeführten Nahrung spielen eine wesentliche Rolle bei den Ausscheidungen des Babys. So kann der Stuhlgang immer unterschiedlich aussehen. Genauer hinschauen lohnt sich, um auf das Wohlbefinden Ihres Babys schließen zu können.

Eltern sollten ihre Kinder nicht untereinander vergleichen, um Verwirrungen zu vermeiden. Jedes Kind entwickelt sich individuell und so auch seine Verdauung.

Die 1. Ausscheidung: Das Kindspech

Die erste Ausscheidung eines Säuglings nach der Geburt nennt sich Kindspech. Kurz nach der Geburt entleert das Kind das, was sich während der Zeit im Mutterleib im Darm angesammelt hat. Durch das Trinken der Vormilch wird die Verdauung des Babys angeregt, was die Ausscheidung der grün-schwarzen, zähen Flüssigkeit bedingt.

Stillen vs. Flaschennahrung

Da der Stuhl des Kindes stark abhängig von der Nahrung ist, müssen die Windeln von Still- und Flaschenkindern unterschieden werden.

Babys, die mit Muttermilch gestillt werden, haben in den ersten sechs Wochen bis zu dreimal täglich Stuhlgang. In den Wochen danach kann es sich auf nur alle drei Tage reduzieren. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern. Es handelt sich nicht um Verstopfungen. Solche Schwankungen sind normal. Die Konsistenz eines gesunden Stuhls bei Stillkindern ist weich bis wässrig und gekennzeichnet durch eine gelbliche Farbe sowie einen milden, leicht süßlichen Geruch. Da die Verdauung durch den Stillvorgang in Gang gesetzt wird, ist es normal, dass die Kinder während oder nach dem Stillen ihren Darm entleeren.

Kinder, die mit Milchersatznahrung gefüttert werden, haben dagegen andere Stuhlgewohnheiten. Deren Ausscheidungen sind seltener, dafür aber regelmäßig und in größeren Mengen als bei Stillkindern. Der Darm braucht einfach länger, um die künstliche Milch zu verarbeiten. Die Konsistenz des Stuhls bei Flaschen-Babys ist breiig oder geformt und schwankt zwischen hellgelb und lehmbraun. Der Geruch entspricht dabei in etwa dem des Stuhlgangs bei Erwachsenen.

Auswirkungen der Beikost auf den Stuhlgang

Die Einführung von Beikost verändert wiederum den Inhalt der Windel. Die Ausscheidungen der Kinder werden durch die Nahrung dicker, dunkler und riechen strenger. Auch unverdaute Gemüsestücke im Stuhl sind normal, da sich der Körper erst an die neue Nahrung gewöhnen muss. Der Körper muss noch die neuen Enzyme bilden, die zur Spaltung der Lebensmittel notwendig sind. Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um Verstopfungen zu vermeiden.

Wenn Ihr Kind einen harten Stuhlgang aufweist, könnte es sich um eine Verstopfung handeln. Anzeichen für eine Verstopfung sind seltene Darmentleerung, ein sehr harter Stuhl, starkes Pressen und gegebenenfalls Blut im Stuhl. Bei diesen Anzeichen hilft Milchzucker, Obst und Gemüse sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Sollten die Verstopfungen aber mehr als 24 Stunden anhalten, ist es sinnvoll den Kinderarzt zu kontaktieren.

Grünlich gefärbter, schaumiger Stuhl

Grünlich gefärbter, schaumiger Stuhl muss kein Anzeichen für Durchfall sein. Nimmt Ihr Kind weiterhin zu und wirkt gesund, müssen Sie sich nicht sorgen. Beobachten Sie aber, ob Symptome von Durchfall auftreten. Hierfür spricht eine sehr häufige Darmentleerung sowie ein wässriger oder flüssiger Stuhlgang mit einem unangenehmen Geruch. Durchfall kann durch eine Lebensmittelunverträglichkeit oder einen Virusinfarkt hervorgerufen werden. 

Wenn der Durchfall oder der grünliche Stuhl innerhalb von 24 Stunden nicht abklingen, sollten Sie zum Kinderarzt gehen. Achten Sie aber unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr um Ihr Baby vor dem Austrocknen zu schützen.

Bei grünen Ausscheidungen ist Aufmerksamkeit geboten. Wenn Ihr Kind mehrere giftgrüne Ausscheidungen aufweist, kann dies ein Zeichen für eine Virusinfektion oder eine zu hohe Aufnahme von Laktose sein. Befragen Sie hier auch Ihren Kinderarzt.

Medikamente können Stuhlgang verändern

Medikamenteneinnahme kann auch ein Grund für Stuhlveränderungen sein. Eisenpräparate können zum Beispiel zu dunkelgrünem bis schwarzem Stuhl führen. Wenn Ihr Kind allerdings keine Medikamente bekommt und trotzdem eine dunkle Stuhlfarbe aufweist, sollten Sie unbedingt zum Arzt. Es könnte ein Anzeichen für Blut im Stuhl aufgrund von Verletzungen des Darmtrakts sein.

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Bei anhaltenden Beschwerden, ungewöhnlichem Stuhlgeruch oder anderen gesundheitlichen Problemen sollten Sie immer eine qualifizierte Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Nur medizinische Fachkräfte können eine individuelle Diagnose stellen und eine geeignete Therapie empfehlen.