
1. Wissen, was eine Anaphylaxie ist – und wodurch sie entstehen kann
Eine Anaphylaxie ist eine schwerwiegende allergische Reaktion, die den gesamten Körper betrifft. Sie entsteht, wenn das Immunsystem auf einen eigentlich harmlosen Stoff – ein Allergen – äußerst heftig reagiert. Dabei werden bestimmte Abwehrzellen, wie Mastzellen, durch sogenannte IgE-Antikörper aktiviert. Diese Zellen setzen daraufhin große Mengen entzündungsfördernder Botenstoffe frei, vor allem Histamin, was zu den typischen Symptomen führt. Ein anaphylaktischer Schock tritt meist innerhalb weniger Minuten nach Kontakt mit dem Auslöser auf, zum Beispiel nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel wie Nüsse, Eier, Fisch oder Milch, durch Insektenstiche oder durch Medikamente wie Antibiotika oder Schmerzmittel.
In Deutschland sind etwa 36 Prozent der Menschen ärztlich diagnostizierte Patient*innen.1

2. Frühe Anzeichen erkennen
Eine aktuelle bevölkerungsrepräsentative Befragung ergab, dass 54 Prozent der Menschen in Deutschland die Symptome einer Anaphylaxie nicht kennen.2 Das liegt unter anderem daran, dass sich die Anzeichen einer Anaphylaxie sehr vielfältig äußern können. Häufig treten schon innerhalb von Minuten mehrere Symptome gleichzeitig auf. Daher ist es wichtig, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und schnell zu handeln. Typische Beschwerden, die auf eine Anaphylaxie hindeuten können, sind:
Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung oder Quaddeln („Nesselsucht“), die sich oft am ganzen Körper ausbreiten
Schwellungen, besonders im Gesicht, an Lippen, Zunge oder im Rachen – sie können das Atmen erschweren
Atemprobleme wie pfeifende Atmung, Engegefühl in der Brust oder sogar akute Atemnot
Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen
Kreislaufprobleme bis hin zu Schwindel, Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit – ein Hinweis darauf, dass der Körper in einen Schockzustand gerät
Manchmal kommen auch weitere Beschwerden wie Unwohlsein, Kopfschmerzen, metallischer Geschmack im Mund oder Kribbeln im Rachenraum hinzu. Sie möchten mehr Informationen? Erfahren Sie hier mehr über Anaphylaxie.

3. Vorbereitung ist der beste Schutz
Eine gute Vorbereitung kann im Ernstfall Leben retten. Wichtig ist, Auslöser zu kennen und Notfallmedikamente stets griffbereit zu haben – zu Hause, unterwegs und in der Schule oder am Arbeitsplatz.
Das Notfallmedikament der ersten Wahl ist laut medizinischen Leitlinien Adrenalin.3 Als mögliche Darreichungsform gibt es den Autoinjektor (Adrenalin-Pen) und – ganz neu erhältlich – ein Adrenalin-Nasenspray. Es ist immer einfach anzuwenden, schnell einsatzbereit und erfordert keine besondere Lagerung. Es kann bei Personen ab 30 Kilogramm Körpergewicht eingesetzt werden. Da es verschreibungspflichtig ist, sollten Sie sich bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin dazu beraten lassen.
4. Richtig reagieren: 5-Schritte-Notfallplan kennen
Schon bei den allerersten Anzeichen einer Anaphylaxie ist entschlossenes und rasches Handeln lebenswichtig. Im Notfall zählt jede Sekunde. Deshalb sollte jede betroffene Person – ebenso wie Angehörige, Freund*innen oder Betreuungspersonen – den Anaphylaxie-Notfallplan kennen und regelmäßig üben. Hier kommen fünf Schritte, die im Notfall lebenswichtig sind:
Adrenalin sofort gemäß ärztlicher Verordnung verabreichen.
Den Notruf 112 wählen und das Stichwort „Anaphylaxie“ nennen.
Betroffene Person richtig lagern:
Kreislaufprobleme: flach hinlegen, Beine hoch
Atemnot: aufrecht sitzen lassen
Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage
Nach 5–15 Minuten erneut Adrenalin verabreichen, wenn keine Besserung eintritt.
Bei Herzstillstand: Herzdruckmassage beginnen.
5. Psychologische Sicherheit stärken
Viele Notfälle entstehen, weil Symptome einer Anaphylaxie zu spät erkannt oder notwendige Medikamente aus Unsicherheit nicht angewendet werden. Selbst unter denjenigen, die wissen, was eine Anaphylaxie ist, fühlen sich 64 Prozent im Notfall unsicher, und 58 Prozent geben an, bei der Anwendung eines Adrenalin-Autoinjektors ein ungutes Gefühl zu haben.2 Diese Zahlen zeigen deutlich, wie wichtig solide Kenntnisse und regelmäßiges Üben sind. Denn: Wer den Ablauf verinnerlicht hat, kann im Notfall ruhiger und entschlossener handeln. Es lohnt sich daher, den persönlichen Notfallplan immer wieder durchzugehen – idealerweise gemeinsam mit Familie, Freund*innen oder Betreuungspersonen. Auch das praktische Üben mit Trainingsgeräten oder Demo-Sprays kann Hemmungen abbauen und Sicherheit vermitteln. Mehr Wissen schafft Vertrauen – und genau dieses Vertrauen kann im entscheidenden Moment den Ausschlag geben.
Mehr Informationen rund um Allergien, Anaphylaxie und den Umgang im Alltag finden Sie auf allergiecheck.de.
Quellen
1 Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes. Ergebnisse veröffentlicht am 10. April 2025, abrufbar unter: https://www.aok.de/pp/bw/nachricht/april-2025/
2 Online-Befragung von OnePoll im Auftrag der ALK-Abelló Arzneimittel GmbH vom 30. Juli bis 4. August 2025 unter 2.000 Erwachsenen in Deutschland (bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht und Region).
3 Deutsche S2k-Leitlinie „Akuttherapie und Management der Anaphylaxie“, AWMF 061-025, 2021.
