
Warum schwitzen wir überhaupt?
Grundsätzlich ist Schwitzen eine lebenswichtige Funktion unseres Körpers: Es dient als körpereigene Klimaanlage, um die Temperatur zu regulieren. Über den Schweiß scheidet die Haut zudem überflüssiges Salz aus und öffnet die Poren.
Manchmal laufen die Schweißdrüsen jedoch ohne ersichtlichen Grund (wie Sport oder extreme Sommerhitze) auf Hochtouren – man spricht dann von einer sogenannten Hyperhidrose. Ob hormonelle Schwankungen, Stress, zu warme Kleidung oder Kaffeekonsum: Die Auslöser sind vielfältig. Wer nicht gleich zu aggressiven Antitranspiranten oder teuren medizinischen Eingriffen greifen möchte, findet in der heimischen Küche oft die beste Hilfe.
Die 7 besten Hausmittel gegen starkes Schwitzen
1. Salbei: Der unangefochtene Stopper von innen und außen
Salbei ist das wirksamste Kraut gegen Schweißausbrüche. Die enthaltenen Gerbstoffe verengen die Schweißdrüsen und mindern die Schweißproduktion nachweislich.
Die Anwendung: Übergießen Sie frische oder getrocknete Salbeiblätter mit kochendem Wasser, lassen Sie den Tee sechs Minuten ziehen und trinken Sie täglich zwei bis drei Tassen (gerne lauwarm oder kalt). Alternativ können Sie abgekühlten Salbeitee auf ein Wattepad geben und die betroffenen Stellen damit sanft abtupfen.
2. Natron und Zitrone: Die natürliche Deo-Alternative
Schweiß selbst ist geruchlos – der unangenehme Geruch entsteht erst, wenn Bakterien den Schweiß auf der Haut zersetzen. Natron und Zitrone wirken stark antibakteriell und entziehen den Bakterien die Lebensgrundlage.
Die Anwendung: Vermischen Sie etwas Natron mit ein paar Tropfen frischem Zitronensaft, bis eine feine Paste entsteht. Tragen Sie diese auf die Achseln auf, lassen Sie sie 15 Minuten einwirken und waschen Sie sie anschließend gründlich ab.
3. Apfelessig: Reguliert den pH-Wert der Haut
Apfelessig zieht die Schweißdrüsen zusammen und bekämpft gleichzeitig die Bakterien, die für den Schweißgeruch verantwortlich sind.
Die Anwendung: Tupfen Sie abends vor dem Schlafengehen etwas Apfelessig auf die gereinigten Achseln und waschen Sie ihn am nächsten Morgen beim Duschen einfach ab.
4. Das Tomatensaft-Bad gegen Ganzkörperschwitzen
Es klingt ungewöhnlich, ist aber ein altbewährter Geheimtipp: Die im Tomatensaft enthaltenen Antioxidantien und Gerbstoffe haben eine regulierende Wirkung auf die Schweißporen des gesamten Körpers.
Die Anwendung: Geben Sie etwa einen Liter reinen Tomatensaft in Ihr warmes Badewasser und badet darin für 20 Minuten. Wer mag, kann den Effekt durch das regelmäßige Trinken eines Glases Tomatensaft von innen unterstützen.
5. Kräuter-Fußbäder gegen Schweißfüße
Speziell für feuchte Hände und Füße eignet sich ein intensives Bad mit Heilkräutern, die die Schweißproduktion hemmen.
Die Anwendung: Bereiten Sie ein Fußbad mit Eichenrinde, Salbei, Thymian oder Walnussblättern zu. Ein regelmäßiges, 15-minütiges Bad am Abend bewirkt oft schon nach wenigen Tagen Wunder.
6. Lauwarm duschen statt eiskalt
Ein weitverbreiteter Fehler bei Schweißausbrüchen ist die eiskalte Dusche. Das kalte Wasser sorgt zwar für einen kurzen Frischekick, signalisiert dem Körper danach aber sofort: „Achtung, extreme Kälte, wir müssen kräftig aufheizen!“ Die Folge: Nach dem Abtrocknen schwitzt man doppelt so stark. Duschen Sie stattdessen immer lauwarm.
7. Schärfe- und Kaffeeverzicht
Scharfe Gewürze (wie Chili oder Pfeffer) erhöhen die Kerntemperatur des Körpers künstlich und jagen die Schweißdrüsen augenblicklich auf Hochtouren. Auch Koffein regt das Nervensystem und damit die Schweißproduktion massiv an. Setzen Sie an anfälligen Tagen lieber auf milde, leichte Kost.
Wann Sie zum Arzt gehen sollten
Sollten die Schweißausbrüche völlig unkontrolliert, ohne Anstrengung oder vor allem nachts (Nachtschweiß) auftreten, empfiehlt sich ein Besuch beim Arzt. Bei einer ausgeprägten Hyperhidrose können medizinische Verfahren wie die Iontophorese (eine sanfte Gleichstromtherapie, die die Schweißdrüsen irritiert und die Produktion drosselt) verschrieben werden.


