25. Februar 2021
Wie weiß ich, dass ich eine Analfistel habe?

Analfistel: Wie weiß ich, dass ich eine Fistel habe?

Schwellung, Schmerzen, Nässe – eine Fistel im Analbereich ist sehr unangenehm. Doch wie entsteht sie und woher weiß ich, dass ich eine Fistel habe? Hier erfahren Sie alles zu Symptomen, Ursachen und Behandlung von Analfisteln.

Was ist eine Analfistel?

Jährlich erkranken ungefähr 2 von 10.000 Menschen in Deutschland an einer Analfistel. Männer zwischen 20 und 50 Jahren sind dabei häufiger betroffen. Bei Analfisteln handelt es sich um röhrenförmige, entzündliche Verbindungen zwischen den Drüsen, die sich am Ende des Verdauungstraktes befinden, und der Haut vom Analkanal. Sie treten meist als Folge eines Analabszesses oder anderen Verletzungen des Rektums auf und sehen aus wie mit Eiter gefüllte Pickel oder Furunkel.

Wie weiß ich, dass ich eine Fistel habe?

In den meisten Fällen entsteht eine Analfistel durch einen Abszess, also eine Eiteransammlung. Selten kann es auch umgekehrt sein. Die Fistel macht sich durch typische Entzündungssymptome bemerkbar. Dazu zählen:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Schmerzen
  • Druckgefühl
  • Nässen
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Fieber

Wenn der Abszess sich nach außen hin entleert, kommt es zu einer Besserung der Symptome.

Analfisteln: Diese Ursachen gibt es

Bei 90 Prozent der Fälle ist die Ursache eine Entzündung im Bereich der Proktodealdrüsen, also der Drüsen im Anusbereich, die zwischen dem inneren und äußeren Schließmuskel enden und sich im letzten Abschnitt des Verdauungstraktes befinden. Da die Drüsen in das Innere des Darms münden, können Bakterien aus dem Darm in sie hinein gelangen und dort Entzündungen hervorrufen. Als Folge kann sich eitriges Sekret absondern und einen Abszess bilden.

Eine Analfistel kann auch aus Analkrankheiten wie einer Analfissur entstehen. Ebenso können Verletzungen im Bereich des unteren Darms, zum Beispiel durch das Verschlucken von Fischgräten, einen Einriss hervorrufen, der sich wiederum entzünden und zu einem Abszess werden kann.

Bei den restlichen 10 Prozent der Fälle handelt es sich um Analfisteln, die vom Rektum ausgehen. Sie können durch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Tumorerkrankungen oder Immunschwäche-Erkrankungen wie HIV verursacht werden.

Behandlung von Fisteln

Je früher eine Analfistel behandelt wird, desto besser. Da sich viele Analfisteln über einen längeren Zeitraum ausbilden, verursachen sie oftmals zuerst keine Beschwerden und bleiben lange unentdeckt.

Wenn Sie Beschwerden wie Schwellungen, Nässe – oder möglicherweise auch Blut – im Darmbereich bemerken, dann sollten Sie immer einen Proktologen, also einen Darm-Facharzt, aufsuchen. Besonders wichtig ist dies, wenn Symptome wie Fieber und Schüttelfrost hinzukommen. Der Proktologe kann durch das Abtasten des Enddarms bereits mögliche Ursachen feststellen. Bei Bedarf können weitere Untersuchungen wie ein Ultraschall oder eine Endoskopie durchgeführt werden.

Weil immer die Gefahr besteht, dass sich eine Analfistel ausdehnt, sollte sie schnellstmöglich operiert werden. Während der Operation wird die Fistel mit einem Skalpell aufgespalten, sodass der Eiter abfließen kann.

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