20. Februar 2019
Welches Verhütungsmittel passt zu mir?

Welches Verhütungsmittel ist das Beste?

Verhütung geht jeden etwas an. Und besonders in Zeiten, in denen viele Frauen die Pille absetzen, sind alternative Verhütungsmittel gefragt. Lesen Sie in unserer Bildergalerie alles zu Spirale, Kondom und Co.

Verhütung
© iStock / igor_kell
Verhütung

Sex ist eine der schönsten Nebensachen der Welt, für die jeder Geschlechtspartner Verantwortung trägt. Besteht kein Bedarf, eine Familie zu gründen, sollte auf Verhütungsmittel zurückgegriffen werden. Doch welche Verhütungsmittel gibt es überhaupt und wie sicher sind sie? In unserer Bildergalerie zeigen wir, was die Vor- und Nachteile der einzelnen Verhütungsmethoden sind, was sie kosten und wie hoch der Verhütungsschutz ist.

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Übrigens: Das beliebteste Verhütungsmittel unter Frauen ist die Pille. Sie bietet bei einfacher Anwendung einen verlässlichen Schutz.

Kondome
© iStock / CatLane
Kondome

Kondom

Kondome sind die einzigen Verhütungsmittel für Männer. Sie schützen vor Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaften, indem eines vor dem Sex über den erigierten Penis gezogen wird. Dabei ist es wichtig, die richtige Größe zu kennen. Zu enge Kondome können schneller reißen, während zu große eher abrutschen. Um die richtige Größe zu finden, einfach mit einem Maßband den Umfang des Penisses messen und aus der Tabelle die richtige Größe ablesen.

Kondom-Größe finden
Penisumfang (cm) Kondombreite (cm)
9,6 - 10,2 47
10,2 - 10,8 49
10,8 - 11,4 52
11,0 - 11,6 53
11,4 - 12 54
11,6 - 12,2 55
11,8 - 12,4 56
12,0 - 12,6 57
12,2 - 12,8 58
12,6 - 13,2 60
13,2 - 13,8 64
13,8 - 14,4 69

Vorteile:

  • einfache Anwendung
  • keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen
  • passt in jede Hosentasche
  • schutz vor Krankheiten und Schwangerschaft
  • gibt es auch latexfrei
Nachteile:
  • kann die Empfindungstärke beinträchtigen


Pearl-Index: 2 - 12

  • Der Pearl-Index bei Kondomen beträgt zwischen 2 und 12. Das bedeutet, dass in einem Jahr zwischen
    2 und 12 Frauen von 100 Frauen schwanger werden.
Kosten:
  • Bei einer Packung von acht bis 12 Kondomen kostet eins ca. 50 bis 60 Cent. Bei Großpackungen sind sie dementsprechend günstiger. Latexfreie Kondome gibt es schon ab 1,20 Euro pro Stück.
Kondom
© iStock / djedzura
Kondom

Femidom (Kondom für die Frau)

Frauenkondome sind die einzige Möglichkeit, mit der sich eine Frau selbst vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann. Es besteht aus Polyurethan, ist 17 cm lang, befeuchtet und besitzt an beiden Enden je einen Ring. Mit dem inneren Ring wird das Kondom in der Vagina platziert. Der äußere Ring liegt auf den Schamlippen auf. Beim Eindringen des Penisses sollte der Ring festgehalten werden, um ein Verrutschen zu verhindern. Während des Akts kann es zu Knistergeräuschen kommen. Nach dem Sex, sollte das Kondom zusammengedreht und aus der Vagina gezogen werden, um das Auslaufen des Spermas zu verhindern.

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Vorteile:

  • Es ist die einzige Verhütung, wie sich eine Frau selbst vor Geschlechtskrankheiten schützen kann.
Nachteile:
  • Eventuell störende Knistergeräusche
  • Handhabung kann am Anfang schwer sein
  • Kondom kann beim Sex verrutschen
Pearl-Index: 5 -25
  • Im Durschnitt werden 5 bis 25 Frauen von 100 Frauen im Jahr trotz Verwendung des Femidoms schwanger. Diese Methode eignet sich daher eher für Paare, die mit der Anwendung dieses Kondoms geübt sind.
Kosten:
  • Eine Packung mit fünf Kondomen kostet um die 10 Euro.
Kupferspirale
© iStock / Lalocracio
Kupferspirale

Kupferspirale

Die Kupferspirale wird von einem Frauenarzt/einer Frauenärztin, durch den Muttermund und Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingesetzt. Das geschieht meistens während der Periode, da dann das Gewebe weicher ist und das Einsetzen weniger Schmerzen bereitet. Das Einsetzen ist auch unter Dämmerschlaf oder Narkose möglich. Die Kupferspirale bleibt in der Gebärmutter drei bis fünf Jahre und gibt kontinuierlich Kupfer-Ionen ab. Dadurch werden Spermien in ihrer Beweglichkeit gehemmt, sodass es nicht zu einer Befruchtung kommt. Auch nimmt das Kupfer Einfluss auf die Gebärmutterschleimhaut, indem es ihren Aufbau stört, sodass sich im Falle einer Befruchtung das Ei nicht einnisten kann. Die Kupferspirale wird meistens für Mädchen und Frauen empfohlen, die eine leichte bis normale Periode haben.

Vorteile

  • Kostengünstig
  • Keine Gedanken mehr um Verhütung machen
  • Hormonfreie Verhütung
  • Hohe Verhütungssicherheit
Nachteile
  • Eventuell Schmerzen beim Einsetzen
  • Kann die Periode verlängern oder verstärken
Pearl-Index: 0,3 bis 0,6
  • Mit der Kupferspirale werden jährlich 3 bis 6 Frauen von 1000 Frauen schwanger. Damit hat sie einen höheren Verhütungsschutz als die Pille.
Kosten:
  • Für das Beratungsgespräch, die Untersuchung und das Einlegen zahlen Verwenderinnen einmalig zwischen 150 und 250 Euro. Für die nächsten drei bis fünf Jahre ist für die Verhütung vorgesorgt. Bei fünf Jahren Tragezeit und einmaligen Kosten von 250 Euro, kostet die Kuperspirale gerade einmal vier Euro im Monat. Für gesetzlich Krankenversicherte übernimmt die Krankenkasse bis zum 20. vollendeten Lebensjahr die Kosten.
Kupferspirale
© iStock / Lalocracio
Kupferspirale

Hormonspirale

Die Hormonspirale wird wie die Kupferspirale in die Gebärmutter gelegt und bleibt dort ebenfalls drei bis fünf Jahre. Dort gibt sie nur Gestagene ab, welche lokal wirken und das Milieu und den Schleim in der Gebärmutter verändern und verdicken. Dadurch wird das Aufsteigen der Spermien verhindert. Das Gestagen sorgt dafür, dass sich wenig bis keine Gebärmutterschleimhaut aufbaut, sodass sich kein Ei einnisten kann. Die Hormonspirale eignet sich vor allem für Mädchen und Frauen, welche sonst unter starken Schmerzen und Blutungen während ihrer Periode leiden.

Vorteile:

  • Verhütungsschutz über einen langen Zeitraum
  • Hohe Verhütungssicherheit
  • Starke Blutungen und Schmerzen gehen zurück oder bleiben aus
Nachteile:
  • Teurer als die Kuperspirale
  • Blutungsstörungen in den ersten drei Monaten
  • mögliche Nebenwirkungen wie Brustspannen, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Stimmungsveränderungen und geringere Libido
Pearl-Index: 0,16
  • ​Neben der Pille und der Vasektomie ist die Hormonspirale eines der sichersten Verhütungsmittel.
Kosten:
  • Der Preis für die Beratung, Untersuchung und das Einlegen liegt zwischen 250 und 450 Euro. Für gesetzlich Krankenversicherte übernimmt die Krankenkasse bis zum 20. vollendeten Lebensjahr die Kosten.
Kupferkette
© Gynefix
Kupferkette

Kupferkette

Die Kupferkette besteht aus einem medizinischen Nylonfaden, auf den kleine Kupferzylinder aufgezogen sind. Die Kette wird mit einem Knoten ca. 1 cm tief in der Gebärmutterwand befestigt und hängt etwa mittig in der Gebärmutter. Wie die Kupferspirale gibt sie Kupferionen ab und wirkt auch nach der gleichen Methode. Die Kupferkette gibt es in zwei Größen und eignet sich für Mädchen und Frauen mit leichter bis normaler Periode. Gegenüber der Kupferspirale hat die Kupferkette keine Vorteile.

Vorteile:

  • Langfristige Verhütung (bis fünf Jahre)
  • Hormonfreie Verhütung
  • Für Frauen, bei denen sich Myome gebildet hatten, geeignet
  • Für Frauen besser geeignet, wenn die Spirale mal verrutscht ist
Nachteile:
  • stärkere Schmerzen und Blutungen möglich
  • Entzündungsrisiko ist leicht erhöht
Pearl-Index: 0,3 - 0,8
  • Frauen, die mit der Kupferkette verhüten, haben den gleichen Schutz wie Frauen, die mit der Kupferspirale verhüten.
Kosten:
  • Da die Kupferkette noch recht neu ist und nicht jeder Arzt sie einlegen kann, kostet sie zwischen 250 und 350 Euro.
Pillenpackung
© iStock / Toeps
Pillenpackung

Pille

Die Pille ist das beliebteste Verhütungsmittel. Jedoch gerät es immer mehr in Verruf, seitdem Frauen von den vielen verschiedenen Nebenwirkungen berichten. Die sogenannten Ein-Phasen-Präparate enthalten Östrogene und Gestagene und werden 21 Tage hintereinander genommen. Danach folgt eine 7-tägige Pause, in der die sogenannte Abbruchblutung einsetzt. Es gibt auch Pillen, die 28 Tabletten pro Blister enthalten. Davon sind meistens sieben Placebo, welche den Einnahmerhythmus erleichern.
Die Pille verhindert, dass in den Eierstöcken eine Eizelle heranreift. Sie sorgt dafür, dass sich der Schleim in der Gebärmutter eindickt und zäh wird, sodass Spermien nicht hindurchdringen können. Gleichzeitig wird das Wachstum der Gebärmutter gehemmt, sodass die Abbruchblutung weniger schmerzhaft ist und leichter ausfällt.
Wer die Pille zum ersten Mal einnimmt, fängt am ersten Tag der Periode an.

Vorteile:

  • hoher Verhütungsschutz bei gleichmäßiger Einnahme
  • wirkt sich positiv auf Haut und Haare aus
Nachteile:
  • großer Eingriff in den Hormonhaushalt
  • Nebenwirkungen wie Zwischenblutungen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Brustspannungen, verringerte Libido und Bauchschmerzen können auftreten. Mehr zu den Nebenwirkungen gibt es hier >>
  • Kein Schutz vor Geschlechtskrankheiten
  • Es kann zu Wechselwirkungen mit Medikamenten wie Antibiotika kommen, wodurch der Schutz beinträchtigt wird.
Pearl-Index: 0,1 - 0,9
  • Mit einem Pearl-Index von 0,1 - 0,9 werden von 1000 Frauen, die ein Jahr zuverlässig mit der Pille verhüten, eine bis neun schwanger.
Kosten:
  • Bei Frauen unter 18 wird die Pille von den Krankenkassen übernommen
  • Zwischen dem 18. und 20. Lebensjahr fallen für das Rezept 5 Euro Gebühr an
  • Ab dem 20. Lebensjahr tragen Frauen die Kosten selbst. Eine Dreimonatspackung kostet im Durchschnitt zwischen 20 und 40 Euro
Frau und Mann im Bett
© iStock / vadimguzhva
Frau und Mann im Bett

Coitus Interruptus

Zu den unsichersten Verhütungsmethoden zählt der Coitus Interruptus. Dabei zieht der Mann vor dem Samenerguss den Penis aus der Vagina. So soll eine Schwangerschaft verhindert werden. Unsicher ist diese Methode vor allem, da das Prä-Ejakulat (Lusttropfen) bereits Spermien enthalten kann und manche Männer in der sexuellen Ekstase nicht mehr in der Lage sind, den Sex zu unterbrechen. Diese Verhütungsmethode ist eher für Paare geeignet, die eine Schwangerschaft grundsätzlich nicht ablehnen.

Vorteile:

  • gefühlsintensiver Sex
Nachteile:
  • kein Schutz vor Geschlechtskrankheiten
  • Wahrscheinlichkeit für Schwangerschaft hoch
Pearl-Index: 4 - 18
  • Wenn 100 Frauen ein Jahr lang mit dem Coitus Interruptus verhüten, werden im Durschntt 4 bis 18 Frauen schwanger. Zum Vergleich: Bei der Spirale oder Pille sind es zwischen 1 und 9 Frauen von 1000.
Kalender
© Adobestock / VRD
Kalender

Kalendermethode

Mit der sogenannten Kalendermethode können Frauen ihre fruchtbaren Tage errechnen. Das funktioniert zum einen über die Körpertemperatur, zum anderen auch über die Beobachtung des Muttermundes und des Schleims.
Die Temperatur wird jeden Morgen nach dem Aufwachen und am besten zur gleichen Uhrzeit mit einem Thermometer gemessen. Die Werte werden anschließend in ein Kurvenblatt eingetragen. Um die Zeit des Eisprungs steigt die Temperatur an und die unfruchtbare Zeit beginnt am dritten Tag. Ebenfalls lässt sich die fruchtbare Zeit am vermehrten Schleim, sowie am geweiteten, höheren und leicht geöffneten Muttermund erkennen. Alle Beobachtungen sollten stets notiert werden.

Vorteile:

  • ohne Nebenwirkungen
  • sichere Methode, wenn richtig angewendet
  • geringe Kosten
  • besserer Überblick über die Fruchtbarkeit
  • Schwangerschaft kann besser geplant werden
Nachteile:
  • Zeitaufwendig​
  • Methode sollte über mehrere Zyklen gelernt werden
  • Während der fruchtbaren Tage ist das Risiko einer Schwangerschaft erhöht
    • Bei Zyklen zwischen 24 bis 32 Tage sind das ca. 10 bis 18 Tage
  • Kein Schutz vor Geschlechtskrankheiten
  • Bei Stress, Krankheiten, in der Stillzeit und in den Wechseljahren können sich Eisprünge verschieben oder ausbleiben
Pearl-Index: 0,4 - 1,8
  • Bei Sex an unfruchtbaren Tagen ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, schwanger zu werden. An fruchtbaren Tagen sollte zusätzlich ein Kondom verwendet werden.
Kosten:
  • Die Kosten belaufen sich auf Ausgaben für ein Thermometer, eventuell ein Temperatur- und Hormoncomputer, Literatur und Beratungsgespräche.
Spritze
© Adobestock / Adam Gregor
Spritze

Drei-Monats-Spritze

Die Depot-Spritze ist ein Langzeitverhütungsmittel und enthält das Hormon Gestagen in hoher Dosis. Es hemmt den Eisprung über einen Zeitraum von acht bis 12 Wochen. Danach muss der Wirkstoff erneuert werden. Da die Depotspritze stärker als die Pille in den Hormonhaushalt eingreift, darf sie lauft Bundesgesundheitsamt nur dann verschrieben werden, wenn die Frau die Pille nicht verträgt.

Vorteile:

  • unkomplizierte Verhütung
  • muss wenige Male im Jahr angewendet werden
  • hoher Schutz, da Einnahmefehler ausgeschlossen sind
Nachteile:
  • Menge an Gestagen im Vergleich zur Mini-Pille deutlich höher
  • Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Stimmungsveränderungen, Lustlosigkeit, unregelmäßige oder ausbleibende Periode, Schmierblutungen
  • Gestagene können sich negativ auf Knochendichte auswirken
  • Nach dem Absetzen kann es Monate oder Jahre dauern, bis sich der normale Zyklus eingestellt hat
Pearl-Index: 0,33 - 0,8
  • Da es keine Einnahmefehler gibt, ist diese Methode sehr sicher.
Kosten:
  • Die Drei-Monats-Spritze kostet ab dem 20. Lebensjahr ca. 35 Euro. Manche Ärzte nehmen zusätzlich eine Gebühr. Bis zum Alter von 20 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen diese Verhütungsmethode. Auch werden die Kosten für die Beratung übernommen.
Pille
© iStockphoto
Pille

Mini-Pille

Die Mini-Pille enthält im Gegensatz zur normalen Pille nur Gestagen und kein Östrogen. Das Gestagen bewirkt, dass sich ein Schleimpfropf bildet, der den Muttermund verschließt. Da sich der Pfropf bei sinkender Gestagenkonzentration verflüssigt, muss die Mini-Pille täglich zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. Länger als drei Stunden sollte mit der Einnahme nicht gewartet werden. Auch wird bei der Mini-Pille keine Pillenpause eingelegt.
Die meisten Pillen-Präparate enthalten den Wirkstoff Levonogestrel, ein Präparat enthält Desogestrel, welches in hohen Dosen auch den Eisprung hemmt und auch bis zu 12 Stunden verspätet eingenommen werden kann.

Vorteile:

  • Für Frauen, die Östrogen nicht vertragen, geeignet
  • Auch für Frauen, die stillen, geeignet
    • Geringe Hormonmenge schadet dem Kind nicht
  • Sehr zuverlässiges Verhütungsmittel
Nachteile:
  • Periode kann ausbleiben oder unregelmäßig sein
  • Es können Zwischenblutungen auftreten
  • Nebenwirkungen wie Brustspannen, Kopfschmerzen, Stimmungsveränderungen und verringerte Libido
  • Medikamente wie Antibiotika, Johanniskraut, Antiepileptika und Psychopharmaka können die Wirkung mindern
Pearl-Index: 0,5 - 3
  • Bei richtiger Einnahme ist die Mini-Pille ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Jährlich werden von 1000 Frau maximal drei schwanger.
Kosten:
  • Bis zum 18. Lebensjahr übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten. Privat Versicherte zahlen nur das Medikament.
  • Zwischen dem 18. und dem 20. Lebensjahr ist für gesetzlich Versicherte das Medikament kostenlos. Es fällt lediglich eine Rezeptgebühr von 5 Euro an. Privat Versicherte zahlen nur das Medikament.
  • Ab dem 20. Lebensjahr wird das Medikament gezahlt. Es fallen keine weiteren Kosten an.
Diaphragna
© iStock / jenjen42
Diaphragna

Diaphragma

Das Diaphragma kommt ohne Hormone aus und kann bis zu zwei Stunden vor dem Sex in die Vagina eingesetzt werden. Es wirkt wie eine Barriere und verhindert, dass Spermien durch den Muttermund in die Gebärmutter gelangen. Um den Schutz zu erhöhen, sollte ein spermientötendes Gel verwendet werden. Nach dem Sex sollte das Diaphragma mindestens acht Stunden in der Vagina bleiben, damit es optimal gegen die Spermien wirkt. Vor Verwendung dieser Verhütungsmittel sollte das Diaphragma angepasst werden, damit es sicher sitzt. Auch nach Geburten, Fehlgeburten oder einer Gewichtsveränderung ab 5kg sollte der Sitz überprüft werden.

Vorteile:

  • Schnelle und einfache Anwendung
  • Hormonfrei
  • Zyklus bleibt erhalten
  • Bei Bedarf anwendbar
    • kann die Kalendermethode unterstützen
Nachteile:
  • Das Einsetzen muss geübt werden
  • Gel kann Nebenwirkungen wie Wärmegefühl oder Brennen hervorrufen
    • Gel wechseln
  • Selten kommt es zu Reizungen
Pearl-Index: 1 - 20
  • Da es beim Diaphragma schnell zu Anwendungsfehlern kommen kann, ist es keine Verhütungsmethode mit hoher Sicherheit. Von 100 Frauen werden jährlich 1 bis 20 schwanger.
Kosten:
  • Das Diaphragma gibt es in einer Einheitsgröße und kostet zwischen 31 und 38 Euro. Zusätzlich fallen Kosten für Anpassung, Verhütungsgel und Kontrolluntersuchungen an.
Nuvaring
© MSD
Nuvaring

Nuvaring

Der Nuvaring oder auch Vaginalring besteht aus Kunststoff und ist ein hormonelles Verhütungsmittel, welches in die Vagina eingeführt wird und dort 21 Tage Hormone freisetzt. Im Anschluss an die 21 Tage folgt eine 7-tägige Pause, in der die Periode einsetzt. Sollte der Nuvaring nach 21 Tagen vergessen werden zu entfernen, setzt er noch weitere sieben Tage Hormone frei, sodass der Schutz weiterhin gegeben ist. Die Hormone sind wie bei der Kombinationspille Östrogen und Gestagen und hemmen den Eisprung. Der Ring gibt die Hormone in die Vagina ab, durch die sie ins Blut gelangen.

Vorteile:

  • Es muss nicht täglich an die Verhütung gedacht werden
  • Bietet auch Frauen Sicherheit, die häufiger unter Erbrechen oder Durchfall leiden
  • Sehr sicheres Verhütungsmittel
Nachteile:
  • Nebenwirkungen sind wie bei der Kombi-Pille
  • Entfernen und Einsetzen wird schnell vergessen
  • kann Scheidenreizungen und Ausfluss verursachen
  • Kann beim Sex herausrutschen
    • sollte das passieren: kurz abwaschen und gleich wieder einsetzen
Pearl-Index: 0,4 - 0,65
  • Da es sich um eine hormonelle Verhütung handelt, ist der Nuvaring sehr sicher. Von 1000 Frauen werden jährlich nur vier bis sechs schwanger.
Kosten:
  • Der Nuvaring kostet für drei Monate ca. 48 Euro.
Pflaster
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Pflaster

Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster wirkt wie die Pille oder der Nuvaring, indem es Hormone ins Blut abgibt. Es enthält die Hormone Östrogen und Gestagen und wird über die Haut in den Körper abgegeben. Sie unterdrücken den Eisprung, sodass es nicht zu einer Schwangerschaft kommen kann. Alle sieben Tage wird das Pflaster gewechselt. Nach 21 Tagen wird eine Pause von sieben Tagen eingelegt. In dieser Zeit findet die Abbruchblutung statt.

Vorteile:

  • Nicht täglich an Verhütung denken, sondern alle sieben Tage einmal
  • Besonders für Frauen, die häufig unter Magen-Darm-Beschwerden oder -krankheiten leiden
  • Sehr sicheres Verhütungsmittel
Nachteile:
  • Nebenwirkungen sind wie bei der Pille möglich
  • Reizungen der Haut sind möglich
  • Thromboserisiko ist höher als bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln
Pearl-Index: 0,72 - 0,9
  • Da es eine hormonelle Verhütungsmethode ist, ist der Schutz sehr hoch. Von 1000 Frauen werden jährlich 7 bis 9 Frauen schwanger.
Kosten:
  • Das Verhütungspflaster kostet für drei Monate ca. 40 Euro.
OP-Besteck
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OP-Besteck

Sterilisation des Mannes

Bei der Sterilisation werden die Samenleiter in den Hoden durchtrennt, sodass keine Samenzellen mehr in den Samenerguss gelangen können. Häufig wird die Operation ambulant und mit örtlicher Betäubung durchgeführt.

Vorteile:

  • an Verhütung muss nicht mehr gedacht werden
Nachteile:
  • endgültiger Verzicht auf leibliche Kinder
  • Eingriff rückgängig machen gelingt nicht immer
  • kann bei falscher Entscheidung zu seelischen Problemen führen
Kosten:
  • bei medizinisch notwendigen Sterilisationen tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Operation
  • bei persönlicher Entscheidung kostet die OP ca. 300 bis 400 Euro
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Sterilisation der Frau

Hier werden die Eileiter verschlossen oder seltener teilweise oder ganz enfernt. Nach dem Eingriff gelangt die Eizelle nur noch bis zur Unterbrechungsstelle und wird von der Schleimhaut des Eileiters aufgenommen, sodass Spermien die Eizelle nicht mehr befruchten können. Die OP wird vom Gynäkologen meist ambulant durchgeführt.
Vorteile:
  • an Verhütung muss nicht mehr gedacht werden
Nachteile:
  • während der OP können Komplikationen auftreten, wie Narkosezwischenfälle, innere Blutungen, Verletzung des Darms etc.
  • Eingriff bedeutet Verzicht auf leibliche Kinder
  • es kann zu Hormonstörungen in den Eierstöcken kommen
  • kann bei falscher Entscheidung zu seelischen Problemen führen
Kosten:
  • Kostenübernahme bei medizinischer Notwendigkeit
  • Kosten belaufen sich sonst auch 500 bis 1000 Euro
Pille danach
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Pille danach

Pille danach

Bei einer Verhütungspanne kann die Pille danach eine ungewollte Schwangerschaft verhindern, wenn sie rechtzeitig eingenommen wird. Hat noch kein Eisprung stattgefunden, verschiebt die Pille den Eisprung, sodass Spermien, die bis zu fünf Tage in der Gebärmutter überleben können, die Eizelle nicht befruchten. Aktuell gibt es zwei Pillen auf dem Markt: Die Pille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel muss innerhalb von maximal 72 Stunden eingenommen werden, die Pille mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat innerhalb 120 Stunden.

Vorteile:

  • eine eventuelle Schwangerschaft kann verhindert werden
Nachteile:
  • Es können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Zwischenblutungen, Brustspannen, Erbrechen und Schwindel auftreten
  • starkes Übergewicht kann die Wirkung von Levonorgestrel herabsetzen
Kosten:
  • Die Pille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel kostet ca. 18 Euro
  • Die Pille mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat kostet um die 35 Euro
  • Für Frauen unter 20 übernimmt die Krankenkasse die Kosten, vorausgesetzt sie wurde vom Arzt per Rezept verschrieben. Es fällt lediglich die Rezeptgebühr (ab 18. Jahren) an
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