Bringt den Darm in Schwung Verdauungsprobleme in den Wechseljahren

Die Wechseljahre bringen viele körperliche Veränderungen im Leben einer Frau mit sich. Hierzu gehören auch Verdauungsprobleme, die sich in Form von Blähungen, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Durchfall und Gewichtszunahme zeigen können. Wir erklären euch, wie die Veränderungen zu Stande kommen und was euch helfen könnte.

Verdauungsprobleme

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben einer Frau, die mit hormonellen Veränderungen einhergeht. Mit steigendem Alter wird die Leistungsfähigkeit des Körpers geringer, sodass eine Schwangerschaft mit höherem Alter mehr Probleme und Risiken birgt. Der Organismus signalisiert daher ab einem bestimmten Punkt, dass keine weiteren Eizellen heranreifen sollen. Ab diesem Punkt produziert der Körper weniger Hormone für die Eierstöcke einer Frau. Das führt zum Erliegen des Eisprungs und somit zum Ende der Monatsblutung. Allerdings bleibt die Blutung nicht abrupt aus. Typischerweise fällt sie mal aus und erfolgt nur noch in unregelmäßigen Abständen, bis sie schlussendlich ganz fernbleibt. Dieser Übergang wird Perimenopause genannt. Aus biologischer Sicht endet mit dem finalen Ausbleiben der Periode die Fruchtbarkeit einer Frau.


Die Menopause, also die Zeit rund um die letzte Blutung einer Frau, kann Auswirkungen auf den gesamten Körper und das Verdauungssystem haben. Typische Beschwerden innerhalb der Wechseljahre sind Nachtschweiß und Hitzewallungen sowie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und ein verringertes Selbstbewusstsein.  
Beschwerden zeigen sich ebenso in der Darmflora. Die Verdauungsprobleme können in den Wechseljahren in vielerlei Formen auftreten. Klassische Symptome sind Blähungen sowie Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall, Gewichtszunahme oder Verdauungsstörungen mit Bauchschmerzen.  

Wir erklären euch, worauf ihr achten müsst, damit ihr nicht unter diesen Beschwerden leiden müsst. 

 

Pflanzliche Mittel für die Wechseljahre

Die Ursachen von Verdauungsproblemen

Wechseljahre haben ihren Namen aufgrund des Hormonwechsels, der im weiblichen Körper zu dieser Zeit stattfindet. Die Ursache für die Symptome der Menopause ist das Hormon Östrogen, welches normalerweise das Stresshormon Cortisol kontrolliert. Cortisol ist dafür zuständig, Stress sowie starke Gefühle zu regulieren.

Mit den Wechseljahren kommt es allerdings zu einem natürlichen Absinken des Östrogenspiegels. Das führt zu Problemen für den Körper. Es gelingt ihm nicht mehr, das Cortisol ausreichend zu beeinflussen. Ohne diesen Einfluss wird das Adrenalin im Körper leichter ausgeschüttet, welches wiederum die Verdauungsfunktion abschaltet. Diese Wirkungskette bedingt, dass das Verdauungssystem nicht optimal arbeitet und deshalb zahlreiche Beschwerden und Symptome auftreten können. 


Zusätzlich zum sinkenden Östrogenspiegel können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente oder auch Antidepressiva, die von Frauen mittleren Alters häufig eingenommen werden, einen Einfluss auf den Magen und somit auf die Verdauung haben. Sprecht eure Symptome deshalb genau mit einem Arzt ab.

Neuen Schwung für den Darm

Unregelmäßiger Stuhlgang sowie Durchfall, Blähungen und Verstopfung können in den Wechseljahren zur Normalität werden. Die Betroffenen leiden darunter sehr. Um die Verdauung anzukurbeln, könnt ihr einige Tricks anwenden. 
Generell braucht der Körper mit zunehmendem Alter weniger Energie, dafür aber mehr Nährstoffe. Das solltet ihr in eurer Ernährung beachten. Greift daher zu gering verarbeiteten Lebensmitteln und vermeidet Süßigkeiten und Fertiggerichte. Diese enthalten meist wenig Nährstoffe, sind dabei aber sehr kalorienreich. 


Um das Stuhlgewicht zu erhöhen und den Darminhalt weich zu halten, solltet ihr besonders viele Ballaststoffe essen. Steigert die Ballaststoffzufuhr auf mindestens 30 Gramm am Tag. Ballaststoffe sind vor allem in Gemüse, Obst, Trockenfrüchten, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten zu finden.
Außerdem helfen milchsäurehaltige Lebensmittel, die Darmbewegung anzuregen. Hierzu eignen sich Sauermilchprodukte, Sauerkraut und kohlensäurehaltiges Wasser. Zusätzlich haben probiotische Milchprodukte einen positiven Effekt auf die Verdauung.
Eher stopfende Lebensmittel wie Weißmehlprodukte, Schokolade und Bananen solltet ihr dagegen lieber meiden, da sie Verstopfungen und Völlegefühl hervorrufen können. 


Zur Verbesserung der Verdauungsfunktion bieten sich in diesem Lebensalter außerdem eine Vielzahl pflanzlicher Mittel an. Bei Blähungen und Verdauungsstörungen helfen die in Löwenzahn, Artischocken und in Boldo enthaltenen Bitterstoffe. Bei Verstopfungen ist es hilfreich, auf Leinsamen, Sennesblätter und Faulbaumrinde zurückzugreifen. 
Bei sehr starken Verdauungsproblemen könnt ihr euch auch von eurem Hausarzt verdauungsfördernde Medikamente verschreiben lassen, um die Beschwerden zu lindern. Ein Arztbesuch ist auch dann erforderlich, wenn ihr die Vermutung habt, dass die Symptome auf eine andere Erkrankung zurückzuführen sein könnten.

 
Eine bewusste Ernährung hilft aber nicht nur, den Verdauungsapparat auf Trab zu halten, sondern kann auch ein hilfreiches Mittel gegen Schweißausbrüche und Hitzewallungen sein. Die fallen nämlich besonders stark aus, wenn der Blutzuckerspiegel zwischen den Mahlzeiten abfällt. Dies lässt sich verhindern, indem mehrere kleine Mahlzeiten gegessen werden und die einzelnen Mahlzeiten somit nicht zu weit auseinander liegen.

Verdauungsbeschwerden in den Wechseljahren vorbeugen

Um euren Magen im Allgemeinen zu entlasten, gibt es einige hilfreiche Tricks. Diese helfen euch auch in den Wechseljahren, die Verdauung anzuregen. 

  • Sorgfältig kauen: Durch ausführliches Kauen beginnt der Verdauungsprozess. Außerdem fällt es dem Magen leichter, gut gekaute Lebensmittel zu verarbeiten. 
  • Lasst euch Zeit: Nebenher zu essen nimmt dem Verdauungssystem die Energie, die zum Verdauungsvorgang notwendig ist. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit gemindert. Auch hastiges Essen führt zu Problemen. Die zusätzlich verschluckte Luft ist ebenso eine Ursache für Blähungen. 
  • Genug trinken: Gebt eurem Körper ausreichend Flüssigkeit. Ohne die nötige Flüssigkeitszufuhr fällt es dem Verdauungssystem schwerer, zu arbeiten. Am besten sind Wasser und ungesüßte Tees. 
  • Bewegung: Spaziergänge nach dem Essen bringen den Darm in Schwung und unterstützen die Verdauung. 
  • Regelmäßigkeit: Gewöhnt euren Darm an regelmäßige Toilettenzeiten, um Verstopfungen und Blähungen vorzubeugen. Geht zum Beispiel jeden Morgen für zehn Minuten auf Toilette, auch wenn der Stuhlgang ausbleibt. Euer Darm wird sich mit der Zeit an die Routine gewöhnen. 

Autor: Emilia Uhlendorf

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