Wechseljahrsbeschwerden Tipps bei Scheidentrockenheit

Für viele sind Beschwerden im Intimbereich ein absolutes Tabuthema. Dazu gehört auch die Scheidentrockenheit, unter der vor allem Frauen in den Wechseljahren leiden. Wir verraten Ihnen, welche Ursachen das veränderte Scheidenmillieu hat und was Sie gegen eine trockene Scheide tun können.

Scheidentrockenheit - Hier gibt’s Tipps zur Behandlung

Tipps gegen Scheidentrockenheit

  • Verwenden Sie keine Tampons — diese saugen nicht nur die Blutung, sondern auch das Vaginalsekret auf und trockenen die Scheide nur noch mehr aus
  • Wenn Sie Präparate gegen Scheidentrockenheit nehmen, sollten Sie eher zu Mitteln mit Hyaluronsäure greifen und auf hormonhaltige Präparate verzichten. 
  • Um weiterhin Spaß am Sex mit Ihrem Partner zu haben, können ein ausgiebiges Vorspiel und Gleitmittel, -cremes oder Öle helfen, die Reibung zu verringern
  • Greifen Sie bei der Intimpfelege auf sanfte und natürlich Produkte mit einem niedrigen pH-Wert

 

Scheidentrockenheit, ein unangenehmes Problem

Die Scheidenflüssigkeit, die jede Frau als normalen Ausfluss täglich produziert, hat für die Gesundheit der weiblichen Geschlechtsorgane eine entscheidende Bedeutung. Auch wenn die Menge von Frau zu Frau variieren kann, dient die Flüssigkeit vor allem als Schutz der weiblichen Genitalien vor möglichen Krankheitserregern. Es handelt sich bei der Scheidenflüssigkeit vor allem um Flüssigkeit des Gebärmutterhalses und der Schleimhautzellen der Scheide. Ab welcher Menge produzierter Flüssigkeit man von zu wenig Ausfluss spricht, ist bei jeder Frau sehr individuell. Generell kann man davon ausgehen, dass bei wesentlichen Abweichungen von mehr als zwei Gramm Flüssigkeit irgendetwas nicht in Ordnung ist und Sie am besten einen Frauenarzt aufsuchen. Mit vermindertem Ausfluss steigt die Gefahr der Infektionen und Entzündungen im Intimbereich und diese können dann nicht nur die Scheide, sondern auch die Harnwege betreffen. 

Eine besonders wichtige Funktion übernimmt die Scheidenflüssigkeit beim Geschlechtsverkehr. Durch psychische und lokale Stimulation nimmt die Durchblutung der Scheide erheblich zu, was innerhalb von Sekunden zur bis zu dreifachen Produktion von Feuchtigkeit führt. Diese dient dazu, die Reibung beim Akt zu vermindern und damit die Verletzungsgefahr zu minimieren. Scheidentrockenheit ist nicht nur ein psychisches Problem für die betroffene Frau, sie kann auch die Lust am Akt erheblich beeinträchtigen und dabei zu Schmerzen führen.

 

Ursachen für eine trockene Scheide

Als Ursache für die Scheidentrockenheit kann oft die mangelhafte Durchblutung der Vagina festgestellt werden. Der am häufigsten auftretende Grund dafür, ist eine ungünstige hormonelle Schwankung bei der betroffenen Frau. Oft tritt dieses Problem während der Wechseljahre auf, da in dieser Zeit der Östrogenspiegel verringert wird. Statistisch leidet jede dritte Frau an Scheidentrockenheit während der Wechseljahre. Weitere Gründe für hormonelle Schwankungen können Operationen an Gebärmutter oder Eierstöcken, Schwangerschaften oder auch die Einnahme von Medikamenten sein. Zu den hormonellen Ursachen kommen aber oft auch seelische Begründungen in Frage. Da die sexuelle Erregung auch durch psychische Stimulation ausgelöst wird, können Ängste oder seelische Probleme dazu führen, dass diese Stimulation ausbleibt.

Eine weitere mögliche Ursache für Scheidentrockenheit sind Krankheiten. Dazu zählen beispielsweise Bluthochdruck und Diabetes. Bei der Diabetes wirkt sich der höhere Blutzuckerspiegel negativ auf die Durchblutung vieler Körperbereiche aus. Dazu zählen auch die Geschlechtsorgane der Frau. Ein erhöhter Blutdruck hat eine ähnliche Wirkung, da er viele Blutgefäße nachhaltig schädigt. Weiter häufig auftretende Ursachen sind die Erkrankung an Multipler Sklerose, Endiometrose, dem Sjögren–Syndrom und die Nebenwirkungen von Krebserkrankungen.

Auch ein radikaler Lebenswandel kann unter Umständen der Auslöser für eine zu geringe Produktion der Scheidenflüssigkeit sein. Der übermäßige Gebrauch von Genussmitteln, also beispielsweise Alkohol und Nikotin, beeinträchtigt viele Funktionen des Körpers. Scheidentrockenheit kann auch dadurch entstehen. Eine übertriebene oder falsche Hygiene kann ebenfalls die Scheidenflora nachhaltig schädigen und Scheidentrockenheit auslösen.

 

Wann ist Scheidentrockenheit ein Fall für den Arzt?

Alle Themen im Zusammenhang mit Sexualität oder den weiblichen Geschlechtsorganen sind für betroffene Frauen oft noch tabu oder werden eher verschwiegen als angesprochen. Daher scheuen sich viele betroffene Frauen, obwohl ihre Lebensqualität leidet, dieses Problem mit einem Arzt zu besprechen. Aufgrund der gesundheitlichen Risiken durch die geschwächte Barriere gegenüber Krankheitserregern sollte dieses Symptom jedoch unbedingt untersucht und die Ursache abgeklärt werden. Der Frauenarzt kann in der Anamnese und im Gespräch mit der Patientin bereits feststellen, ob sich der Verdacht auf Scheidentrockenheit erhärten lässt. Dabei werden eventuelle Vorerkrankungen besprochen und der Lebenswandel, also z.B. die verwendeten Verhütungsmittel und eingenommene Medikamente als Auslöser in Betracht gezogen. Danach wird in den meisten Fällen untersucht, ob eine Veränderung der Scheidenflora vorliegt. Mit einer gynäkologischen Untersuchung wird der pH-Wert gemessen. Zusätzlich wird meist die Hormonkonzentration im Blut ermittelt. Mit Hilfe dieser Untersuchung kann dann ermittelt werden, ob körperliche oder hormonelle Ursachen vorliegen. Ist das der Fall, kann der Arzt eine entsprechende Therapie beginnen. In den Wechseljahren kann zum Beispiel auch eine Hormonersatztherapie helfen, die Scheidenflora wieder zu regulieren.

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