26. November 2021
Wechseljahre beim Mann: Was hilft gegen Testosteronmangel?

Wechseljahre beim Mann: Das hilft gegen Testosteronmangel

Ab dem 40. Lebensjahr sinkt bei den meisten Männern der Testosteronspiegel natürlicherweise Jahr für Jahr ab. Diese hormonelle Veränderung wird auch als Andropause oder Klimakterium virile bezeichnet und kann mit Beschwerden einhergehen. Erfahren Sie, was bei einem Testosteronmangel in den männlichen Wechseljahren helfen kann.

Wechseljahre beim Mann: Gibt es die Andropause wirklich?

Derzeit sind sich Forschende und Mediziner:innen noch uneinig darüber, ob der im mittleren und hohen Alter sinkende Testosteronspiegel beim Mann wirklich mit den Wechseljahren der Frau vergleichbar ist. Zwar nimmt ab dem 40. Lebensjahr die Testosteronproduktion im männlichen Körper jährlich um durchschnittlich etwa ein bis zwei Prozent ab – dieser Prozess läuft im Vergleich zur Menopause jedoch deutlich langsamer ab. Während sich bei allen Frauen innerhalb weniger Jahre die hormonelle Lage komplett verändert und mit Wechseljahresbeschwerden einhergeht, ist dies bei Männern eher selten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) gibt es daher keine mit dem Klimakterium der Frau gleichzusetzenden Wechseljahre bei Männern: „In der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen haben nur drei bis fünf Prozent einen Testosteronmangel, der den Libidomangel und andere Symptome wie erektile Dysfunktion erklärt.”

Auch wenn Bezeichnungen wie männliche Wechseljahre oder Klimakterium virile daher die hormonellen Veränderungen des Mannes nicht perfekt beschreiben, so gibt es doch einige, die unter dem verringerten Testosteronspiegel leiden. So kann ein Testosteronmangel unter anderem mit belastenden Symptomen wie Erektionsproblemen, Muskelabbau oder psychischen Beschwerden einhergehen. Ein symptomfreies Absinken des Testosteronspiegels ist jedoch nicht bedenklich und muss laut DGE nicht behandelt werden.

Tipp: Lassen Sie bei auftretenden Beschwerden Ihren Testosteronspiegel stets ärztlich untersuchen, da auch andere, schwerwiegende Ursachen vorliegen können.

Das hilft gegen den Testosteronmangel in den Wechseljahren

Ärztliche Therapie bei Testosteronmangel

Vor Beginn einer Therapie sollte immer die eindeutige Diagnose eines klinisch-pathologischen Testosteronmangels vorliegen. Der Urologe oder Endokrinologe ermittelt diesen mithilfe mehrerer Bluttests an unterschiedlichen Terminen sowie anhand auftretender Symptome. Um einen Testosteronmangel zu beheben, gibt es zwei medikamentöse Möglichkeiten:

  • Exogenes Testosteron: Das direkte Zuführen von Testosteron bzw. Testosteronersatz wird nach Möglichkeit nur bei Männern mit irreversiblem Hodenversagen verwendet, da der direkte Testosteronersatz zwar den Testosteronmangel behebt, aber die eigene Testosteronproduktion zum Erliegen kommt und Impotenz die Folge sein kann.
  • Gonadotropinersatztherapie: Dies ist der bevorzugte Behandlungsansatz bei Männern, die noch fruchtbar sind bzw. nur an einem reversiblen Hodenversagen leiden. Dabei wird dem Körper kein Testosteron zugeführt, sondern sogenannte Gonadotropine – diejenigen Hormone, welche die Hoden zur eigenständigen Produktion von Testosteron anregen.

Entsprechende Präparate gibt es je nach Schwere des Mangels in kurzwirkenden sowie langwirkenden Formen. Es gibt sie in Tablettenform, als Injektion oder auch als Gel bzw. Pflaster zur Anwendung auf der Haut. Das Ziel der Therapie ist, den für die jeweilige Person normalen Testosteronspiegel wiederherzustellen, weswegen es immer einer auf das Individuum zugeschnittenen Therapie bedarf.

Wichtig: Aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen sollte die Testosteronersatztherapie nur bei ärztlich diagnostiziertem Mangel durchgeführt werden und stets mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen einhergehen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören unter anderem Gynäkomastie (Vergrößerung der Brustdrüsen), Akne, Haarausfall sowie Hustenanfälle.

Hausmittel und Tipps für einen höheren Testosteronspiegel

  • Krafttraining mit oder ohne Gewichte führt zu einem Muskelaufbau und einer erhöhten Ausschüttung von Testosteron.
  • Intensives Intervalltraining, z.B. lockeres Joggen mit 15-sekündigen Sprint-Intervallen, Ihren Testosteronspiegel um bis zu 40 Prozent.
  • Eine Reduktion des Bauchumfangs bei Übergewicht lässt ebenfalls Ihr Testosteron ansteigen, da das viszerale Bauchfett Testosteron in das weibliche Hormon Östradiol umwandelt. Je weniger viszerales Fettgewebe Sie haben, desto weniger Testosteron wird umgewandelt.
  • Die Aufnahme von gesunden Fettsäuren, die zum Beispiel in Nüssen, Seefisch oder Avocados enthalten sind, ist wichtig, damit der Körper Testosteron produzieren kann.

Tipp: Meiden Sie Faktoren, die den Testosteronspiegel sinken lassen. Hierzu zählen chronischer Stress sowie Schlafmangel oder eine geringe Schlafqualität.

Video: Niedriger Testosteronwert bei Männern erhöht Risiko für schweren Covid-Verlauf

Quellen: gesundheit.gv.at, msdmanuals.com, urologenportal.de, maennergesundheit.info

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