1. September 2014
Was unser Herz begehrt

Was unser Herz begehrt

Wir wussten es schon immer: Frauenherzen schlagen anders. Aber nur wer die Unterschiede kennt, kann vorsorgen und sein Herz-Kreislauf-System schützen.

Herzkreislauf fördern
© franckreporter / iStock
Herzkreislauf fördern
Wir sind Mütter, Töchter, Schwestern, Ehefrauen, Geliebte, Freundinnen. Wir Frauen haben für alle ein großes Herz. Doch bei aller Liebe muten wir unserem Herzen unheimlich viel zu. Mitunter zu viel. Laut Deutscher Herzstiftung steigt die Rate der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und -Todesfälle bei Frauen zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr an. Wie eine aktuelle Forsa-Umfrage ergab, sind drei Viertel der befragten Frauen überzeugt, dass Männer ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben und ihr eigenes nur bei 31 Prozent liege. Ein fataler Irrtum. Denn obwohl Männer häufiger einen Herzinfarkt erleiden, sterben Frauen – vor allem junge Frauen unter 50 Jahren – mehr als doppelt so häufig daran.

Schwerpunkt Frauenmedizin

„Schon Frauen um das 30. Lebensjahr sind mittlerweile betroffen“, sagt Dr. Jana Boer, Sprecherin der Arbeitsgruppe Gendermedizin (d. h. geschlechtsspezifische Forschung mit Schwerpunkt Frauenmedizin) im Bundesverband Niedergelassener Kardiologen. „Der weibliche Lebensstil passt sich immer mehr dem männlichen an. Viele junge Frauen rauchen, haben genauso viel Karrierestress und halten auch in ihren Trink- und Essgewohnheiten – zu viel Fleisch, tierische Fette – mit den Männern Schritt. Hinzu kommt die Einnahme von Östrogenen in Form der Pille.“

Übergewicht, Stress, Rauchen und Hormone – (junge) Frauen kennen die Faktoren für ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Doch dass die Folgen eines intensiven Lebensstils einen nicht erst im Rentenalter einholen, will nicht in ihr Bewusstsein. Wie auch. Sie sind in ihrem Job, in ihrer Familie oder auch in beidem oft so eingespannt, dass sie weder Zeit noch Kopf dafür haben, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Schon gar nicht mit lästigen „Wehwehchen“ wie Schwindel oder Aus-der-Puste-Geraten beim Treppensteigen. „Ich habe gedacht, das wird schon wieder“ oder „Ach, das ist nichts Schlimmes“ – so lauten die häufigsten Fehleinschätzungen.

Symptome werden oft unterschätzt

Verständlich, denn oft machen sich Herzbeschwerden eher untypisch bemerkbar. Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel, Bauch- und Rückenschmerzen. Aber sogar mit dem klassischen Symptom des retrosternalen Schmerzes, also des Herzschmerzes hinter dem Brustbein bei einem Angina-Pectoris-Anfall (Herzenge) oder Herzinfarkt, gehen nur etwa zwei Drittel aller Frauen zum Arzt. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, bringt auch der Allgemein- oder Hausarzt das Symptom nicht unbedingt mit dem Herz einer Patientin in Verbindung.

Beschwerden ernst nehmen

„Frauen werden oft nicht ernst genommen in ihrem Krankheitsgefühl“, berichtet Kardiologin Dr. Boer. „In erster Linie kommen sie mit Luftnot. Früher haben die Frauen ihre Einkaufstaschen problemlos in den 4. Stock getragen, und nun geht das nicht mehr. Vor allem Luftnot im Ruhezustand kann auf ein Herzgeschehen hinweisen. Schwindel signalisiert möglicherweise eine akute Rhythmusstörung, wird aber oft fälschlicherweise mit einem degenerativen Geschehen an der Halswirbelsäule in Verbindung gebracht.“

Bluthochdruck geht über Generationen

Schnell wird ein psychologischer Hintergrund ausgemacht und nicht näher hingeschaut: Herzklabastern, typisch Frau 40 Prozent aller Patientinnen mit Herz- beschwerden eine (zusätzliche) Rolle in Form eines Angstkonfliktes spielt, so muss doch immer ein Herz-Kreislauf-Geschehen ausgeschlossen werden. Dazu zählt auch ein akut oder chronisch zu hoher Blutdruck. Das Robert-Koch-Institut sagt voraus, dass in Deutschland jede zweite Frau im Laufe ihres Lebens damit rechnen muss, an einem Bluthochdruck (Hypertonie) zu erkranken. Ausschlaggebend ist unsere genetische Veranlagung: Leidet ein Elternteil unter Bluthochdruck, so steigt das Risiko für die Kinder auf 50 bis 80 Prozent. Sind beide Eltern Hypertoniker, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 100 Prozent.
Eine weitere Ursache: unausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischen Fetten – und vor allem Salz. Wir Deutschen konsumieren täglich circa 3000 mg Natrium (entspricht ca. 6 g Speisesalz), das ist doppelt so viel, wie die American Heart Association empfiehlt.
Tückisch daran: Ein erhöhter Blutdruck bleibt lange unbemerkt. Oft wird der Be- fund nur zufällig bei einer Routineunter- suchung festgestellt. Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot, Nasenbluten und Konzentrationsstörungen können jedoch darauf hindeuten. Vor den Wechseljahren schützen körpereigene Östrogene Frauen vor Bluthochdruck. Mit sinkendem Hor- monspiegel bröckelt dieser Schutz. Um Spätfolgen wie einem Schlaganfall, einer Niereninsuffizienz oder auch Sehstörun- gen vorzubeugen, sollten Frauen ihren Blutdruck ab dem 40. Lebensjahr regelmä- ßig kontrollieren lassen.

Auf die Ernährung achten

Fett und salzarme Ernährung helfen gegen erhöhten Blutdruck, ebenso viel Bewegung, Abnehmen bei Übergewicht und schließlich blutdrucksenkende Medikamente. Dr. Jana Boer weist auch in diesem Bereich auf den Gender-Effekt hin: „Es besteht – sogar unter Kollegen – immer noch viel Aufklärungsbedarf, gerade in Bezug auf die Verordnung von Herz- Kreislauf-Medikamenten an Frauen. Für die Aufnahme einiger blutdrucksenkender Medikamente zum Beispiel braucht der weibliche Magen-Darm-Trakt länger – was bedeutet, dass sie schwächer wirken. Für die Ausscheidung anderer Herzmedikamente hingegen brauchen die Nieren mehr Zeit, diese Medikamente wirken bei Frauen stärker.“ Eines liegt der Kardiologin besonders am Herzen: „Bleiben Sie sensibel. Denken Sie nie, die Nebenwirkung eines Herz-Kreislauf-Präparats sei normal oder Sie müssten diese aushalten.“
Selbst wenn die Erkrankung vom Arzt richtig erkannt wurde, sollten wir Frauen unseren Körper weiterhin aufmerksam beobachten. Und unser Herz zur Herzensangelegenheit machen.

Vorzeichen und Vorsorge

Handeln, wenn das Herz sich meldet
Lassen Sie diese Symptome in Bezug aufs Herz abklären:
  • Neu auftretende Luftnot (in Aktion oder Ruhe)
  • Akuter oder chronischer Schwindel
  • Plötzliche oder anhaltende Müdigkeit
  • Wiederkehrende plötzliche Übelkeit
  • Diffuse oder akute Bauchschmerzen
  • Neu auftretende oder nicht therapierbare Rückenschmerzen.

Das erfreut Ihr Frauenherz

  • Bewegen Sie sich 3-mal in der Woche mindestens 30 Min. (z. B. Joggen, Radfahren, Schwimmen)
  • Verzichten Sie auf das Rauchen – vor allem, wenn Sie die Pille nehmen
  • Ersetzen Sie Zucker durch Honig, tierische Fette durch pflanzliche
  • Essen Sie frisch Zubereitetes statt Fertigprodukten
  • Schaffen Sie Momente der Entspannung und Auszeiten im Alltag
  • Fördern Sie die Durchblutung Ihrer Gefäße durch Wechselduschen: Beine je 2 Min. mit kaltem und heißem Wasser abduschen Gleichen Sie Ihren Elektrolythaushalt aus, vor allem nach exzessivem Sport (hier unterstützend z. B. „Tromcardin complex“)
  • Omega-3-Fettsäuren beeinflussen den Cholesterin-Spiegel positiv (z. B. „Orthomol Cardio“)

Weißdorn – Naturkraut für ein starkes Herz

Weißdornblätter fördern die Durchblutung der Herzkranz- gefäße. In unterschiedlicher Konzentration befindet sich Weißdorn in folgenden Präparaten:

  • „Crataegutt novo“, 450 mg Filmtabletten
  • „Naturreiner Heilpflanzensaft Weißdorn“ von Schoenenberger
  • „Doppelherz Energie Tonikum Herz-Kreislauf“
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