Was tun bei Nasenpolypen?

Nasenpolypen entfernen: So werden die Wucherungen behandelt

Geschwülste in der Nase können spontan auftreten oder die Folge von chronischen Schleimhautentzündungen sein. Zwar sind solche Polypen gutartige Wucherungen, sie können aber trotzdem erhebliche Auswirkungen haben. Wir erklären alles, was Sie über Nasenpolypen wissen müssen.

Was sind Nasenpolypen eigentlich?

Im medizinischen Jargon bezeichnen „Polypen“ sichtbare Ausstülpungen der Schleimhaut. Nasenpolypen treten als gutartige Geschwüre in den Nasennebenhöhlen auf. Bei Betroffenen wuchern die Schleimhäute in den Nasen und bilden Polypen, die mitunter einige Zentimeter groß werden können. Die Wucherungen treten in der Regel auf beiden Seiten auf und können aus den Nebenhöhlen der Nase bis in die Nasenhaupthöhle wachsen und eine vollständige Verstopfung der Nase bedingen.

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Nasenpolypen entwachsen der Schleimhaut meist tropfenförmig. Die Geschwülste sind über einen schmalen Stiel mit der Schleimhaut verbunden und sind mit Flüssigkeit und Schleimhautgewebe gefüllt. Typischerweise sind die Wucherungen rosafarben, können aber auch gräuliche Töne annehmen oder glasig-bernsteinfarben sein.

Neben der häufigen Tropfenform der Nasenpolypen gibt es auch Geschwüre, die flächig auftreten. Statistisch betrachtet sind von Nasenpolypen Männer häufiger betroffen als Frauen. Oft treten die gutartigen Geschwüre in der Nase nach dem 30. Lebensjahr auf.

Was Sie bei Nasenpolypen tun können

Die Therapie von Nasenpolypen ist immer abhängig vom jeweiligen Fall. Einige Patienten und Patientinnen leiden nur unter kleinen Polypen, die mit dem gezielten Einsatz von Kortison-Sprays nach einigen Wochen Anwendungsdauer verkleinert oder komplett beseitigt werden können. Bei anderen Patienten oder Patientinnen führen Nasenpolypen mitunter zu Komplikationen wie schweren Entzündungen der Nasenschleimhaut oder chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen. Dann müssen mitunter andere Therapien angewandt werden.

Konventionelle Therapie: Behandlung mit Nasensprays

Die Behandlung von kleineren Polypen erfolgt mit speziellen Nasensprays. Haben HNO-Ärzte oder -Ärztinnen Nasenpolypen bei einer Untersuchung der Nasennebenhöhlen festgestellt, verschrieben diese in der Regel kortisonhaltige Nasensprays. Solche Sprays enthalten Wirkstoffe, die künstlich hergestellt wurden, um im Körper eine ähnliche Reaktion wie auf echtes Kortison hervorzurufen.

Kortison nämlich hemmt das Immunsystem so weit, dass Entzündungsreaktionen gelindert werden. So können kleine Nasenpolypen zum Schrumpfen gebracht werden, da die chronisch entzündete Schleimhaut in der Nase durch die kortisonähnlichen Stoffe beruhigt wird.

Solche Nasensprays wirken nur örtlich und über lange Zeit. Betroffene müssen die Nasensprays oft über viele Monate regelmäßig anwenden, um kleinere Nasenpolypen vollständig abschwellen zu lassen.

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Neue Methode: HNO-Ärzte und -Ärztinnen nutzen heute eine neue Methode zur Behandlung und Entfernung von Nasenpolypen. Dabei wird ein spezieller entzündungshemmender Wirkstoff direkt in die betroffene Nasenschleimhaut gespritzt.

Hier kommt das Präparat Dupilumab zum Einsatz. Ursprünglich wurde es zu Behandlung von Neurodermitis entwickelt. Seit 2019 ist es in der EU aber auch zur Behandlung von Nasenpolypen zugelassen. Es wird allerdings nur in schweren Fällen eingesetzt. Der Wirkstoff blockiert Rezeptoren in der Nasenschleimhaut, die für Immunantworten wie Entzündungen und Schwellungen verantwortlich sind.

Nasenpolypen entfernen: Wie funktioniert die OP?

Die medikamentöse Behandlung ist bei kleinen Polypen mitunter erfolgreich – große Nasenpolypen lassen sich aber nicht mehr mit Kortisol-Präparaten behandeln. Sind die Geschwüre schon sehr groß geworden und blockieren die Atmung stark, hilft nur noch ein chirurgischer Eingriff. Je nach Lage der Wucherung kann der Eingriff ambulant in der HNO-Praxis erfolgen. Ärzte und Ärztinnen setzen dann lokale Betäubungen und nutzen spezielle schlaufenartige Instrumente. Mit diesen greifen sie die Polypen in der Nase. Die Schlaufe umfasst den Polypen dabei am Stiel. Durch Zusammenziehen der Schlaufe wird der Polyp am Stiel abgetrennt und kann aus der Nase entfernt werden. Um mitunter starke Blutungen zu stillen und die Infektionsgefahr zu senken, werden Tamponanden bis in die Nasenhöhlen geschoben. Nach einigen Tagen entfernen die behandelnden Ärzte und Ärztinnen die Tamponaden wieder.

Animation eines Endoskops mit Schlaufe zur Entfernung eines Polypen
© iStock/PhonlamaiPhoto
Mit Schlaufen-Endoskopen können Polypen entfernt werden. Solche Werkzeuge werden bei Polypen in der Nase oder auch im Darm angewandt.

Oft müssen Betroffene aber auch stationär behandelt werden. Sind die Nasenpolypen besonders groß oder liegen an schwer zugänglichen Stellen in den Nasennebenhöhlen, erfolgt die Operation unter Vollnarkose im Krankenhaus. Die minimal-invasiven Eingriffe geschehen durch die Nasenlöcher. Die wuchernde Schleimhaut wird dabei entfernt, mögliche Fehlbildungen der Nasennebenhöhlen, die die Entstehung von Polypen begünstigen könnten, werden behoben. Nach der OP gilt es, die Nase und die Nebenhöhlen bestmöglich zu schonen. Niesen, Schnäuzen oder sportliche Belastung sind tabu, sonst können die empfindlichen Nähte und frischen Wunden in den Nasennebenhöhlen sich öffnen.

An diesen Symptomen erkennen Sie Polypen in der Nase

Je nachdem wie groß die Nasenpolypen bereits geworden sind und wie ihre Lage in den Nasennebenhöhlen ist, treten eine Reihe möglicher Symptome auf. Eines der klassischen Anzeichen für Polypen in der Nase ist die mitunter stark eingeschränkte Nasenatmung. Blockieren die Polypen den ungehinderten Luftstrom durch die Nase, kommt es unweigerlich zu Atembeschwerden. Es können dann auch Atemgeräusche auftreten. Mitunter ist ein Pfeifen oder Ziehen beim Ein- und Ausatmen hörbar, wenn sich Luft am Nasenpolypen durch die Nasenmuscheln vorbeizwängen muss. Weitere mögliche Symptome von Nasenpolypen können sein:

  • Verlust des Riech- und Geschmacksinns
  • Druck auf den Nebenhöhlen
  • Kopfschmerzen
  • nächtliches Schnarchen
  • Mundatmung

Warum die Schleimhautwucherungen entstehen, ist nicht vollständig klar. Wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen oder chronische Entzündungen der Nasenschleimhaut scheinen aber begünstigende Faktoren für Nasenpolypen zu sein. Asthmabetroffene oder Menschen, die regelmäßig erkältet sind, leiden häufiger unter Nasenpolypen.

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Untersuchung und Diagnose

HNO-Ärzte und -Ärztinnen können Polypen durch eine Reihe verschiedener Maßnahmen diagnostizieren. Bei der Anamnese wird durch Befragung zunächst festgestellt, ob es Atembeschwerden gibt, Betroffene seit kurzem stark schnarchen oder es oft zu Nasennebenhöhlenentzündunge kommt. Mithilfe von kleinen Spiegeln können HNO-Spezialisten tief in die Nase gucken und auch Bereiche der Nebenhöhlen auf Polypen untersuchen. Konnten bei der optischen Untersuchung keine offensichtlichen Polypen gefunden werden, stehen den Ärzten und Ärztinnen immer noch bildgebende Verfahren wie die Computertomografie zur Verfügung.

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