26. März 2021
Warum Zahnimplantate zunehmend beliebter werden

Warum Zahnimplantate zunehmend beliebter werden

Wenn ein Zahn im Gebiss fehlt, dann gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, diese Lücke wieder zu schließen. Zunehmend beliebter werden in diesem Zusammenhang Zahnimplantate - und das hat gute Gründe.

Zähne
© Shiny Diamond/Pexels
Zahnimplantate werden als Zahnersatz immer beliebter.

Alternative zur herkömmlichen Brücke

Ein fehlender Zahn wird heutzutage noch oft mit einer festsitzenden Brücke ersetzt. Eine Brücke einzusetzen ist zwar eine langjährig erprobte Technik in der Zahnmedizin und kann auch ästhetisch ein gutes Ergebnis liefern – sie hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Zur Befestigung der festsitzenden Brücke müssen im Normalfall auch völlig gesunde Zähne beschliffen werden. Bei Zahnimplantaten hingegen ist das Beschleifen von gesunden Zähnen nicht notwendig. Trotzdem schrecken viele Patienten immer noch vor einem Implantat zurück. Der Implantologe Dr. med. dent. Alexander Goos gibt Antworten auf die häufigsten Fragen zu diesem Thema. Er erklärt, wie verträglich Implantate sind, wann die Versorgung mit Implantaten sinnvoll ist und wie schmerzhaft die Behandlung ist:

Die künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Keramik

Grundsätzlich können Zahnimplantate mit Zahnwurzeln verglichen werden. Diese künstlichen Zahnwurzeln werden direkt in den Kieferknochen eingesetzt. Als Material wird sehr oft Titan verwendet. Titan ist ein Leichtmetall, das im medizinischen Bereich schon lange Zeit eingesetzt wird, da es äußerst biokompatibel ist. Das bedeutet, dass Abstoßungen oder allergische Reaktionen auf das Material extrem selten sind. Viele Patienten wünschen sich jedoch eine Lösung ohne Metall im Mund. Alternativ zu Titan kann in diesen Fällen auch Keramik verwendet werden. Dabei handelt es sich nicht um herkömmliches, sondern hochfestes Keramik, das Zirkoniumdioxid genannt wird. Keramikimplantate sind ästhetisch gesehen optimal, da sie wie echte Zähne wirken. Jedoch fehlen derzeit noch wissenschaftliche Langzeitstudien, was die Lebensdauer des Materials betrifft. Gesichert ist jedoch, dass auch Keramik eine sehr gute Gewebeverträglichkeit und Biokompatibilität aufweist.

Voraussetzungen für die Behandlung

Voraussetzung für das Einsetzen eines Implantates ist ein guter gesundheitlicher Zustand des Patienten. Vor allem die Gesundheit der Zähne spielt eine entscheidende Rolle. Das bedeutet, dass Parodontitis und Karies behandelt werden müssen, bevor ein Implantat eingesetzt werden kann. Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden und ist in der Regel dank örtlicher Betäubung oder Sedierung nicht schmerzhaft. Als unangenehm oder schmerzhaft kann jedoch der nachfolgende Einheilungsprozess empfunden werden, der allerdings mit Medikamenten gut behandelbar ist.

Ablauf einer Implantat Behandlung

Vor der Behandlung wird ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten geführt, indem die Vorstellungen und Wünsche des Patienten und die verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung besprochen werden. Um die Ausgangssituation zu evaluieren, wird das gesamte Kiefer mittels eines hochmodernen, dreidimensionalen Röntgengerätes gescannt. Die Aufnahmen dienen als Basis für die exakte Positionierung der Implantate. Auch die Implantation selbst wird mithilfe von moderner Computernavigation gesteuert. Dabei wird nach einem kleinen Schnitt in das Zahnfleisch der Kieferknochen angebohrt, um dort die Titan- oder Keramikschraube einsetzen zu können. Dann beginnt die Phase der Einheilung, die drei bis sechs Monate dauert. Während das Implantat mit dem Kieferknochen verwächst, stellt eine Zwischenversorgung sicher, dass auch die Ästhetik ansprechend ist. Wenn die Einheilung des Implantates vollkommen abgeschlossen ist, wird ein Abdruck genommen und ein Zahnersatz hergestellt, der etwa 14 Tage später fest mit dem Implantat verankert wird.

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