4. November 2021
Vitamin-D-Mangel: Krankheiten als mögliche Ursache

Diese Krankheiten können einen Vitamin-D-Mangel verursachen

Vitamin D ist für unseren Körper essentiell. Bekommen wir zu wenig davon, leidet vor allem unser Immunsystem darunter. Leider sind ausreichende Sonnenbäder keine Garantie für eine optimale Versorgung. Denn die folgenden Krankheiten können die Aufnahme und Verarbeitung von Vitamin D hemmen und somit einen Mangel verursachen.

Diese Krankheiten können einen Vitamin-D-Mangel verursachen

Malabsorption

Bei Erkrankungen, die den Dünndarm betreffen, kann die Aufnahme von Nährstoffen wie Fettsäuren gestört sein. Da Vitamin D fettlöslich ist, ist jedoch eine ausreichende Fettzufuhr unbedingt notwendig, damit das Sonnenvitamin im Körper weiter verarbeitet und genutzt werden kann. Daher können beispielsweise chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa sowie Zöliakie, die zu einer Malabsorption führen können, die Vitamin-D-Versorgung von Betroffenen verschlechtern.

Nieren- und Leberkrankheiten

Vitamin D wird vorrangig in der Leber gespeichert und von ihr sowie den Nieren in seine aktive Form – Calcitriol genannt – verstoffwechselt. Die inaktiven Formen Vitamin D2 und D3, die wir beispielsweise über die Sonne, aber auch Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen, sind im Körper erst einmal nicht aktiv. Ist nun die Umwandlung aufgrund von Nierenerkrankungen, z.B. Niereninsuffizienz, oder Leberschäden, z.B. Leberzirrhose oder Fettleber, gestört, kann es zu einem Mangel an aktivem Vitamin D kommen.

Phosphatdiabetes

Bei dieser seltenen Erbkrankheit ist das Protein FGF23 aufgrund einer Mutation hyperaktiv. Da es in den Nieren die Umwandlung und Herstellung von aktivem Vitamin D hemmt, kann trotz ausreichender Vitamin-D-Zufuhr beim Phosphatdiabetes ein Mangel auftreten. Da FGF23 auch für die Ausscheidung von Phosphat über die Nieren zuständig ist, scheiden Betroffenen zu viel Phosphat aus – daher der Name Phosphatdiabetes. Dies wiederum kann zu einer unzureichenden Mineralisierung der Knochen führen – die Folge ist zumeist eine Knochenweiche, auch Rachitis genannt.

Unterfunktion der Nebenschilddrüsen

Die Nebenschilddrüsen sind zwar nur so klein wie eine Erbse, haben allerdings eine große Aufgabe: Sie produzieren das sogenannte Parathormon, welches die Konzentration der Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Phosphat im Blut aufrechterhält. Fehlt das Parathormon aufgrund einer Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus), sinkt der Calciumspiegel stark ab und muss mithilfe von Vitamin D aufrechterhalten werden. Dadurch kann es indirekt zu einem Vitamin-D-Mangel kommen, welcher im Rahmen der Behandlung einer Nebenschilddrüsenunterfunktion korrigiert werden muss. Eine solche Unterfunktion ist zwar recht selten, kann jedoch infolge von Schilddrüsenoperationen, Autoimmunerkrankungen oder sogar Vitamin-D-Überdosierungen auftreten. Daher ist die ärztliche Begleitung und Dosierungsempfehlung bei jeglicher Vitamin-D-Supplementierung essentiell.

Interessant: Darum sollten Sie Vitamin D immer zusammen mit Vitamin K2 einnehmen >>

Weitere Faktoren, die Ihre Vitamin-D-Aufnahme hemmen

  1. Sonnenschutzmittel
    Sonnencreme verhindert, dass genügend UVB-Strahlung Ihre Haut durchdringen kann, wodurch kein Vitamin D gebildet wird. Halten Sie Ihre freien Arme und Beine daher vor dem Auftragen fünf bis zehn Minuten lang in die Sonne, um das Vitamin bilden und aufnehmen zu können. Danach ist jedoch stets Eincremen angesagt, um Hautkrebs vorzubeugen.
  2. Direktes Duschen nach dem Sonnenbad
    Die Sonneneinstrahlung führt dazu, dass Provitamin D auf der äußeren Hautschicht gebildet wird. Sofortiges Duschen nach dem Sonnenbad verhindert jedoch, dass es einziehen und über das Blut weitergeleitet werden kann. Warten Sie daher am besten ein paar Stunden mit der Dusche.
  3. Dunklere Haut
    Sehr hellhäutige Menschen bekommen zwar leichter einen Sonnenbrand. Allerdings durchdringen die UVB-Strahlen auch schneller die Haut, um zur Bildung von Vitamin D anzuregen. Bei Menschen mit dunklerer oder schwarzer Hautfarbe dauert dieser Prozess länger, wodurch die Vitamin-D-Aufnahme leider erschwert ist.
  4. Fettmangel
    Vitamin D gehört zu den sogenannten fettlöslichen Vitaminen – für deren Transport, Absorption und Verwertung ist eine gewisse Menge an Fettsäuren notwendig. Herrscht aufgrund einer strikten Low-Fat- oder sogar No-Fat-Ernährung ein Mangel an beispielsweise Omega-3-Fettsäuren, kann sich dies daher auch negativ auf Ihren Vitaminhaushalt ausüben. Auch für die anderen fettlöslichen Vitamine A, E und K ist ein Mindestmaß an Fett aus der Nahrung nötig. Die hochwertigsten Quellen sind fettreicher Seefisch, Leinsamen, Walnüsse und Rapsöl.

Wichtig: Da auch manche Medikamente, z.B. Antiepileptika oder das Antibiotikum Rifampin, die Umwandlung von Vitamin D2 und D3 in Calcitriol hemmen, kann es bei längerer Einnahme zu einem Vitamin-D-Mangel kommen.

Video: Vitamin-D-Mangel vorbeugen – das sollten Sie wissen

Quellen: gesund.bund.de, msdmanuals.com, ukw.de

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