17. Juni 2013
Verblüffende Geheimnisse unseres Körpers

Verblüffende Geheimnisse unseres Körpers

Wir leben Tag für Tag mit ihm und kennen ihn doch so wenig. Ein britischer Professor hat jetzt ein paar verblüffende Geheimnisse unseres Körpers gelüftet.

Frau mit Afro
© Digital Vision/Thinkstock
Frau mit Afro

Warum haben wir nur auf dem Kopf so viele Haare?

Das scheint nur so, denn wir besitzen etwa so viele Haare am ganzen Körper wie ein Schimpanse. Aber: Der Großteil von ihnen ist so flaumig fein und winzig, dass wir ihn kaum wahrnehmen. Anders sieht’s auf unserem Kopf aus. Da wachsen die „drahtigsten“ Exemplare. Und dann auch noch solche, die im Gegensatz zur restlichen Körperbehaarung keine Maximallänge kennen, sondern munter weiter wachsen, wenn wir sie nicht abschneiden. Mit den ersten Kleidern, die unsere Vorfahren trugen, wurde die wärmende, fellähnliche Körperbehaarung überflüssig.
Das Gehirn jedoch, unser zentrales Lebensorgan, musste unbedingt weiter sicher vor Kälte und Hitze geschützt werden. Also blieb die dichte Haarpracht oben bestehen.

Übrigens, wenn wir uns gruseln, stehen uns gern mal „die Haare zu Berge“ – ein reflexartiges Überbleibsel aus grauer Vorzeit: Wie bei vielen Säugetieren plusterte auch der Vormensch unwillkürlich das „Fell“ auf, wenn er sich bedroht fühlte. Damit wollte er größer und gefährlicher rüberkommen – und so seinen potenziellen Feind einschüchtern und in die Flucht schlagen.

Warum fluchen wir laut, wenn wir uns wehgetan haben?

Den Finger mit dem Hammer erwischt, das Küchenmesser in die Handfläche geritzt – autsch! Da hagelt es bei vielen von uns deftige, oft wenig salonfähige Schimpfwörter. Das clevere Phänomen, das hinter diesem Reflex steckt, wurde erst 2009 entdeckt: In einer Studie mit 64 Studenten untersuchten britische Forscher, wie „Rohrspatz-Schimpfen“ die Herzfrequenz sowie die Toleranz und Wahrnehmung von Schmerzen beeinflusst.
Dazu sollten die Testpersonen ihre Hand so lange wie möglich in Eiswasser halten. Währenddessen durften sie im Dauertakt Schimpfwörter ihrer Wahl wiederholen. Das Fluchen half den Studenten, die Schmerzen länger zu ertragen. Und sie empfanden weniger Schmerzen. Auch ihre Herzfrequenz stieg deutlich an.

Fluchen ruft also tatsächlich eine messbare physische Antwort des Körpers hervor. Vermutlich aktiviert es eine natürliche Stressreaktion des Körpers – die Flucht- oder Abwehrreaktion –, welche die Angst vor Schmerzen hemmt und die Schmerzwahrnehmung herabsetzt. Dabei veranlasst das Gehirn die Freisetzung von Adrenalin, das unter anderem die Herz- und Atemfrequenz, die Muskelspannung und den Blutzuckerspiegel erhöht.

Was uns der Körper verrät

Warum können wir mit der Haut „sehen“

Stellen Sie sich vor, in Griffnähe steht ein heißes Bügeleisen. Ihre Sinnesorgane können Ihnen nicht vorhersagen, dass Sie sich, wenn Sie danach greifen, womöglich verbrennen. Denn weder Augen noch Ohren können die vom Bügeleisen ausgehende Hitze wahrnehmen. Aber Ihre Hände. Klar, sagen Sie, die haben ja auch einen Tastsinn mit Temperatursensoren. Stimmt. Aber die nehmen erst bei unmittelbarem Wärmekontakt mit der Haut Signale auf. Das heiße Bügeleisen schon aus der Entfernung erspüren – das klappt nur mit anderen, speziellen Hautsensoren. Die können tatsächlich Wärmestrahlung von unsichtbarer Wellenlänge im Infrarotbereich „sehen“.

Traurige Frau
© Thinkstock
Traurige Frau

Kinder und Erwachsene weinen, um beachtet zu werden. Ein weinender Mensch erregt Mitgefühl, und wir kümmern uns um ihn. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass emotionale Tränen (die Tränenflüssigkeit nimmt um das 400-Fache zu) eine Art körpereigenes Beruhigungs- und Entspannungsmittel enthalten, das über die Gesichtshaut und die Augen selbst in den Körper geschleust wird. Außerdem scheiden „Heulsusen“ mit ihren Tränen Hormone wie Prolaktin und Adrenocorticotropin aus, die der Körper unter anderem bei Stress ausschüttet.

Warum kann sich unsere Nase erinnern

Mit jedem unserer täglichen 20 000 Atemzüge nimmt die Nase Duftmoleküle auf, die von der Riechschleimhaut analysiert werden. Sogar im Schlaf. Die „duften“ Informationen werden von ihren Riechzellen über die Nerven ins Gehirn geleitet. Kein Wunder, dass unsere Nase ein Gedächtnis wie ein Elefant hat, denn sie besitzt eine direkte Standleitung zum limbischen System und dem Hippocampus. In diesen Gehirnarealen sitzen unsere Emotionen und Stimmungen, aber auch das Gedächtnis, unsere Erinnerungen. Dort wird jeder Geruch, den wir in unserem Leben „erschnüffeln“, archiviert – zusammen mit den Gefühlen, die er bei uns ausgelöst hat.

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