Uveitis: Anzeichen, Ursachen, Behandlung

Uveitis: Das sollten Sie über die Augenerkrankung wissen!

Gerötete Augen, die oft schmerzen und an Sehkraft verlieren: Eine Uveitis ist eine Entzündung der Augen. Wir erklären Ihnen, welche Ursachen und Therapien für die Erkrankung infrage kommen, welche Beschwerden auftreten  – und warum Sie die Augenentzündung unbedingt ernst nehmen sollten.

Was ist eine Uveitis?

Bei einer Uveitis handelt es sich um eine Augenentzündung. Diese kann das gesamte Auge – oder nur Teile davon betreffen. Meist wird die mittlere Gefäßhaut im Auge, die sogenannte Uvea beziehungsweise Regenbogenhaut, angegriffen. Aber auch auf den größten Teil des Auges, den Glaskörper, kann die Infektion übergreifen. In Deutschland sind etwa 400.000 Menschen von einer Uveitis betroffen. Dabei gibt es hierzulande jährlich etwa 8.000 bis 15.000 Neuinfektionen, berichtet das Deutsche Ärzteblatt

Die verschiedenen Formen einer Uveitis

Eine Uveitis kann verschiedene Abschnitte der Uvea angreifen. Treten die folgenden drei Arten gemeinsam auf, ist das gesamte Auge entzündet (Panuveitis).

Vordere Uveitis (Uveitis anterior)

Im Falle einer vorderen Uveitis greift die Entzündung vornehmlich die Regenbogenhaut sowie teilweise den Strahlenkörper, auch Ziliarkörper genannt, an. Dabei kann es sich um eine akute Entzündung – oder um einen schleichenden Prozess handeln. Insbesondere bei Kindern trifft oft eine chronische, vordere Uvetitis auf.

Mittlere Uveitis (Uveitis intermedia)

Bei der sogenannten Uveitis intermedia sitzen die verantwortlichen Entzündungszellen hauptsächlich im Glaskörper, die Entzündung ist meist im Bereich zwischen Ziliarkörper und Aderhaut aktiv. Medizinisches Fachpersonal spricht auch von einer Vitritis.

Hintere Uveitis (Uveitis posterior)

Die hintere Uvetitis erfasst die Aderhaut im Auge, im Fachjargon auch Chorioiditis genannt. Die Chorioiditis ist für die Versorgung der Netzhaut zuständig. Das heißt: Entzündet sich die Aderhaut, ist überwiegend auch die Netzhaut einer Person betroffen.

Ist Uveitis gefährlich?

Ja, eine Uveitis ist eine seltene und gefährlich Infektion der Augen, die Sie unbedingt ärztlich behandeln lassen sollten. Ansonsten kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen – bis hin zur Blindheit. Speziell dann, wenn die Infektion nicht rechtzeitig von einem Facharzt behandelt wird. Nach altersbedingten Ursachen, dem Grünen Star und einer diabetischen Retinopathie ist die Uveitis die vierthäufigste Ursache für eine Erblindung

 

Ursachen: Was löst eine Uveitis aus?

Die Entzündung im Auge bewirkt, dass die Iris mit der Linse verklebt. Die Folge? Das Kammerwasser kann nicht mehr richtig abfließen, was den Druck im Auge erhöht und die Infektion begünstigt. Dieser Zustand kann unter anderem der Sehnerv stark schädigen – und gravierende Langzeitfolgen nach sich ziehen. 

Oft sind Pilze, Bakterien oder Vieren für die Infektion im Auge verantwortlich. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Krankheiten, die ursächlich für eine Uvetitis sein können. Dazu zählen beispielsweise entzündliche Gelenkerkrankungen (etwa die juvenile idiopathische Arthritis) und entzündliche Systemerkrankungen (zum Beispiel bei Sarkoidose). 

Außerdem ist eine Uvetitis einer der häufigsten Begleiterscheinungen bei der Autoimmunkrankheit Morbus Bechterew: Fast die Hälfte aller Bechterew-Patienten erkranken mindestens einmal in ihrem Leben an einer Uveitis.

Fazit: Die Vielfalt an möglichen Krankheitsbildern kann Ärzte vor Herausforderungen stellen. In manchen Fällen finden Sie keine genaue Ursache für die Erkrankung ihrer Patienten.

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Symptome: Wie äußert sich eine Uveitis?

Die Augenentzündung äußert sich meist durch Schmerzen im Bereich der Augen. Zudem können folgende Anzeichen und Beschwerden für die Erkrankung sprechen:

  • Verschlechterung der Sehleistung
  • Schleiersehen (Patienten sehen oft verschwommen, nebelig oder wie durch einen Vorhang) 
  • Kleine schwarze Punkte im Sehfeld, auch “fliegende Mücken” genannt
  • rötliche Verfärbung der Augen 
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit

Wichtig: Nehmen Sie die Symptome ernst. Denn: Wer nicht richtig sieht, stellt eine Gefahr für sich und andere dar, beispielsweise im Straßenverkehr oder bei der Bedienung von schweren Maschinen. Außerdem könnten Ihnen die Zeit davonrennen. Im besten Fall suchen Sie innerhalb von 24 Stunden einen Augenarzt auf.

Behandlung: Ist Uveitis heilbar?

Bei frühzeitiger Erkennung und Therapie stehen die Heilungschancen für Patienten gut. Bei der Therapie kommen vorwiegend kortisonhaltige Augentropfen zum Einsatz. Die Medikamente sollen die Entzündung bekämpfen und eine weitere Ausbreitung verhindern. Zu Beginn der Infektion sind regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt, etwa alle 2 bis 4 Tage, zu empfehlen. Gönnen Sie sich darüber hinaus Ruhe und entschleunigen Sie während der Behandlung Ihren Alltag.

Eine chronische Uveitis hingegen wird oft erst spät erkannt – und dementsprechend auch erst spät behandelt. Diese Verzögerung erhöht das Risiko für Komplikationen. 

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