Unterkühlung: Alles zu Symptomen, Ursachen und Maßnahmen

Symptome, Ursachen und Maßnahmen bei einer Unterkühlung

Eine Unterkühlung können Sie sich leicht zuziehen, schon längere Aufenthalte draußen oder nasskaltes Wetter stellen ein Risiko dar. Erfahren Sie, welche Anzeichen bei einer Unterkühlung auftreten und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. 

Was ist eine Unterkühlung?

Unser Körper hat ein komplexes Regelsystem, mit dem er seine Temperatur auf etwa 37 Grad hält. So bleibt diese Kerntemperatur auch bei leichten Schwankungen der Umgebungstemperatur konstant. Eine Unterkühlung entsteht, wenn die Körpertemperatur unter einen Wert von 35 Grad fällt. Je niedriger Ihre Körpertemperatur ist, desto lebensbedrohlicher kann eine Unterkühlung werden. 

Wir erklären Ihnen daher, anhand welcher Anzeichen Sie eine Unterkühlung erkennen können und welche Maßnahmen infrage kommen.

Symptome einer Unterkühlung

Sie können sich schnell eine Unterkühlung zuziehen, gerade Nässe und Wind sind tückisch. Und so reichen schon Temperaturen um 6 Grad, die den Körper auskühlen lassen. Eine Unterkühlung wird in verschiedene Stadien unterteilt.

Stadium I: Leichte Unterkühlung

Eine leichte Unterkühlung (35 bis 32 Grad) macht sich als Erstes durch ein Kältezittern bemerkbar. Es ist ein Zeichen, dass sich Ihr Körper gegen die Abkühlung wehrt. Der Atem ist vertieft, Puls und Blutdruck sind erhöht, die Haut ist blass und kalt. Wird die Körpertemperatur wieder erhöht, müssen Sie mit keinen schwerwiegenden Folgen rechnen.

Stadium II: Mittelgradige Unterkühlung

Sinkt die Temperatur weiter auf 32 bis 28 Grad, fällt auch der Blutdruck und der Puls verlangsamt sich. Weitere Anzeichen sind Schläfrigkeit und Bewusstseinsstörung. Das Muskelzittern hört auf. Des Weiteren wird die Schmerzempfindlichkeit runtergesetzt.

Stadium III: Schwere Unterkühlung

Schreitet die Unterkühlung immer weiter fort und fällt die Körpertemperatur unter 28 Grad, wird es lebensgefährlich. Es drohen Bewusstlosigkeit und Herzrhythmusstörungen. Atmung und Puls sind kaum noch feststellbar, die Hirnaktivität vermindert sich und es kann zu einem Atem- und Kreislaufstillstand kommen.

Was ist eine Erfrierung?

Erfrierungen sind Konsequenzen von einer Unterkühlung. Erfrierungen sind eine Kälteschädigung des Gewebes. Damit die Durchblutung der inneren Organe in der Körpermitte gewährleistet wird, wird zuerst die Blutversorgung in Fingern, Zehen, Nase und Ohren reduziert. Das betroffene Gewebe ist weiß, fühlt sich weich an, ist schmerzempfindlich oder gefühllos. Im weiteren Verlauf kann das Gewebe absterben und sich schwarz verfärben.

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Ursachen von Unterkühlung

Es gibt verschiedene Ursachen, die eine Unterkühlung hervorrufen können. Eine der häufigsten Gründe ist eine niedrige Umgebungstemperatur. Besonders kalter Wind und Nässe können den Körper schnell auskühlen lassen. Auch die falsche Kleidung, zu wenig Bewegung und zu lange Aufenthalte im Freien stellen mögliche Risiken dar – insbesondere Ski- oder Schwimmunfälle oder Obdachlosigkeit. Eine große Gefahr ist auch Alkoholgenuss, da er eine Unterkühlung beschleunigt. Hinzu kommt, dass stark alkoholisierte Menschen den gefährlichen Wärmeverlust nicht wahrnehmen.

Unterkühlung: Diese Maßnahmen sollten ergriffen werden

Abhängig von den verschiedenen Maßnahmen sollten Sie entsprechend reagieren. Grundsätzlich gilt, dass Sie bei Verdacht einer Unterkühlung sofort den Notruf (112) wählen.

Bei einer leichten Unterkühlung sollten Sie die betroffene Person an einen warmen, trockenen Ort bringen. Nasse, kalte Kleidung sollten Sie austauschen und den Betroffenen in warme Decken einwickeln. Ist die betroffene Person bei Bewusstsein, geben Sie Ihr einen warmen, gezuckerten Tee. Beruhigen Sie sie und spenden Sie Trost.

Wichtig: Führen Sie keine aktive Wärme der betroffenen Person zu, indem Sie sie warm reiben, massieren oder heiße Wärmflaschen auflegen. Warum? Es kann ein sogenannter Bergungstod drohen. Zu hohe Temperaturschwankungen können einen Herzstillstand verursachen. Wärmen Sie stattdessen die Person mit Decken und trockener Kleidung auf.

Bei einer mittelgradigen Unterkühlung gehen Sie gleichermaßen vor. Bringen Sie die betroffene Person in eine stabile Seitenlage. Droht eine Bewusstlosigkeit oder setzt die Atmung aus, beginnen Sie mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Vorbeugung einer Unterkühlung

  • Kleiden Sie sich dem Wetter entsprechend. In der kalten Jahreszeit am besten mehrere Lagen tragen und auch an eine Kopfbedeckung denken. 
  • Nasse Kleidung so bald wie möglich wechseln.
  • Halten Sie sich nicht zu lange im Freien auf und trinken Sie keinen Alkohol. Da sich die Gefäße erweitern, gibt der Körper schneller Wärme ab. 
  • Verweilen Sie außerdem nicht zu lange in kaltem Wasser.
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