8. März 2021
Erste Hilfe bei Wunden: Tipps zur Wundversorgung

Erste Hilfe: So versorgen Sie eine Wunde richtig!

„Autsch! Aber das krieg ich wieder hin.“ So denken viele und behandeln Ihre Wunden mit Hausmitteln oder rezeptfreien Arzneien. Die Expertin Dr. med Kuhlmann verrät Ihnen, was bei der Wundversorgung wirklich hilft!

Ein Ausrutscher auf der Kellertreppe, ein Griff ins Messer – es passiert so schnell. Aber bis die Wunde verheilt ist, vergehen manchmal Wochen, obwohl die Haut über gute Selbstheilungskräfte verfügt. Dr med. Maike Kuhlmann, die Wundversorgungs-Expertin von Hansaplast, verrät uns, was bei einer Wunde zu tun ist.

Erste Hilfe: Wie versorge ich eine Wunde?

Selbst behandeln – aber richtig: Die Hände waschen, trotzdem die Wunde möglichst nicht berühren! Mit Wunden jeglicher Art sollte man nicht leichtfertig umgehen: "Verletzungen der Haut gehören leider zu unserem Alltag. Trotzdem sind sich viele Menschen unsicher, wie sie ihre Wunde behandeln sollen. Und auch eine kleine Wunde kann zu Komplikationen, wie Infektionen, führen und Narben hinterlassen, daher ist die richtige Wundversorgung so wichtig", sagt die Expertin Frau Dr. med Maike Kuhlmann. Sie empfiehlt daher die bewährte Wundpflege-Routine:

Reinigen – Schützen – Behandeln

Muss man jede Wunde reinigen?

Ganz kleine Wunden können Sie von selbst ausbluten lassen. Allerdings heilt eine saubere Wunde immer schneller und besser: "Eine saubere und gereinigte Wunde ist die Voraussetzung für eine optimale Heilung. Die Wundreinigung dient dazu, Verschmutzungen und Fremdkörper, Bakterien, Gewebereste, überschüssige Wundabsonderungen (Exsudat) und sonstige Fremdstoffe von den Wundrändern und dem Wundgrund zu entfernen", erklärt Dr. med Kuhlmann. 

Größere Wunden sollten Sie daher unter fließendem Leitungswasser ausspülen und dann die betroffene Stelle hochlagern, bis die Blutung aufhört. Falls Schmutz darin war, verwenden Sie ein Desinfektionsspray oder ein antiseptisches Wundreinigungsspray (z.B. diese von Hansaplast oder MediGel). "Nach der Wundreinigung die umliegende Haut vorsichtig trocknen", empfiehlt die Expertin. 

Pflaster, um die Wunde zu schützen

Nach der Reinigung sollten Sie die Wunde mit einem Pflaster oder sterilen Wundverband abdecken: "Um ein ungestörtes Abheilen der Wunde zu gewährleisten, sollten Sie die Wunde zuverlässig vor äußeren Einflüssen und Infektionen schützen. Denn jede kleine Verletzung schädigt die schützende Hautbarriere und es besteht die Gefahr, dass Schmutz und Keime in die Wunde gelangen oder eine bereits geschlossene Verletzung sich wieder öffnet. Daher lautet die Empfehlung der Wundexperten, die Wunde während des gesamten Heilungsverlaufs mit einem geeigneten Pflaster zu versorgen", sagt Frau Dr. med Kuhlmann.

Für Hautstellen, die viel bewegt werden, z.B. an Gelenken oder Fingern, eignen sich insbesondere elastische Pflaster (z.B. diese von Höga oder Hansaplast). Um die Heilung zu gewährleisten, sollten Sie das Pflaster täglich wechseln und bei fortbestehender Wunde ein neues auftragen, bis die Heilung vollständig abgeschlossen ist.

Wann sollte ich zum Arzt?

Kleine Hautverletzungen, die nicht allzu tief sind, können Sie problemlos selbst versorgen: Wasser, Luft, Zeit und ein paar bewährte Mittel heilen alle kleinen Wunden. Tiefe Schnitte beschädigen jedoch mitunter Nerven und Sehnen. Gehen Sie deshalb bei beginnendem Taubheitsgefühl sofort zum Arzt, wie auch bei großen, klaffenden oder verschmutzten Wunden "oder wenn Sie Anzeichen einer Infektion bemerken, wie z. B. Rötung, Schwellung, Schmerzen oder Überwärmung. Bei menschlichen oder tierischen Bisswunden besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Und natürlich wird ein Arztbesuch erforderlich, wenn kein ausreichender Tetanusschutz mehr besteht", sagt die Expertin.

Hausmittel zur Wundpflege ungeeignet

Viele greifen beim Versorgen und Pflegen von Wunden auch zu vermeintlichen Hausmitteln. Hiervon rät die Expertin jedoch ab:

Von der Verwendung von Hausmitteln ist grundsätzlich abzuraten. Es kursieren eine Vielzahl von Tipps, was man zur Heilungsförderung auf die Wunde aufbringen könnte: Kohl, Zwiebel, Teebaumöl oder auch Zucker. Nicht nur, dass es keine klinisch nachgewiesene Wirkung gibt, all diese Hausmittel sind potentiell kontaminiert und die Gefahr, dass Keime in die Wunde eingetragen werden und es zu Infektionen kommt, ist hoch.

Dr. med Maike Kuhlmann

Lassen Sie sich daher am besten in der Apotheke oder vom Arzt beraten und verwenden Sie ausschließlich geprüfte Medizinprodukte für die Versorgung Ihrer Wunden!

Vorbeugung: Wunden vermeiden

Die beste Medizin ist die Prävention. So schützen Sie sich und vermeiden Wunden: Am besten verhindert volle Konzentration Stolpern und Fehlgriffe beim Schneiden von Gemüse, Obst & Co. Tragen Sie außerdem bei der Gartenarbeit so oft wie möglich Handschuhe. Gegen kleine Wunden wie Blasen oder rissige Hände hilft es, die Haut mit Cremes geschmeidig zu halten. Ihre Füße sollten Sie beispielsweise vor dem Schlafengehen ordentlich eincremen, um sie über Nacht zu schützen und die Haut zu pflegen.

Video: Erste Hilfe bei stark blutender Wunde

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