Masern: Was Sie über Symptome und Behandlung wissen müssen

Masern: Was Sie über Symptome und Behandlung wissen müssen

Masern ist eine hochansteckende, fieberhafte Krankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Bevor der typische Masernausschlag auftritt, machen sich erste grippeähnliche Anzeichen bemerkbar. Obwohl die Erkrankung in den meisten Fällen harmlos verläuft, kann es doch zu Komplikationen kommen. Lesen Sie hier über die Symptome, den Krankheitsverlauf und die Behandlung.

Was sind Masern?

Bei Masern handelt es sich um eine hochansteckende Viruskrankheit, welche über Speicheltröpfchen durch Niesen, Husten und Atmen übertragen wird. Auch durch direkten Kontakt, z.B. durch Speichel oder Nasensekret, können Masernviren übertragen werden. Die Viren werden über die Schleimhäute aufgenommen. Nach ca. acht bis zehn Tagen Inkubationszeit treten erste Symptome auf, die einer normalen Grippe ähneln. Erst im zweiten Stadium tritt der maserntypische Ausschlag auf. Masernpatienten sind kurz nach Ausbruch der Krankheit am ansteckendsten, aber auch noch bis zu vier Tage nach Genesung.

Masern: Symptome und Krankheitsverlauf

Masern verlaufen in zwei Stadien mit zwei Fieberschüben. Dazu kommen folgende Symptome:

Im ersten Stadium (Prodromalstadium):

  • Fieber
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • trockener Husten
  • aufgedunsenes Gesicht
  • Kopf- und Bauchschmerzen
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Lichtscheu
  • Abgeschlagenheit
  • Bindehautentzündung
  • Koplik-Flecken (Mundschleimhaut)
  • gerötete Mund- und Rachenschleimhaut
Symptome im zweiten Stadium (Exanthemstadium):
  • Fieber steigt erneut an
  • Masernausschlag
    • drei bis sechs Millimeter große Flecken
    • zuerst hellrot, später bräunlich-violett
    • Flecken verblassen nach vier bis sieben Tagen
    • Haut beginnt zu schuppen
Masern heilen in den meisten Fällen problemlos aus. Jedoch kann es in 10 bis 20 Prozent der Fälle zu Komplikationen kommen. Besonders Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene über 20 Jahren sind betroffen.
Lebenslange Immunität
Wer an Masern erkrankt ist, bleibt sein Leben lang immun vor einer neuen Ansteckung. Das Immunsystem bildet während der Krankheit spezifische Antikörper gegen die Erreger, welche auch nach der Heilung im Körper bleiben und ihn schützen. Bei einem erneuten Kontakt mit Masern werden die Antikörper gleich aktiv.

Masern: Komplikationen

Am häufigsten kommt es im Zusammenhang mit Masern zu einer Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung oder Durchfallerkrankungen. Auch kann es zu einer starken Entzündung der Kehlkopfschleimhaut kommen, die sich mit nächtlichen Anfällen von trockenem, bellendem Husten und Atembeschwerden äußert.

Seltener kommt es toxisch verlaufenden Masern. Dabei bekommen Patienten sehr hohes Fieber und leiden unter Haut- und Schleimhautblutungen. Die Sterblichkeit ist dabei sehr hoch!

Zu weiteren Komplikationen gehört die Gehirnentzündung. Nach ca. vier bis sieben Tagen macht sie sich durch mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bemerkbar. Bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen bleiben Schäden am Zentralen Nervensystem. Rund 10 bis 20 Prozent versterben an der Krankheit.

Sehr selten tritt ca. sechs bis acht Jahre nach der Infektion eine chronische Entzündung des Gehirns (subkutane sklerosierende Panenzephalites) auf. Dabei dringen Masernviren ins Gehirn ein, vermehren sich und schädigen dadurch Nerven. Dadurch ändert sich das Verhalten, es kommt zu Muskelzuckungen, Krampfanfällen und Nervenausfällen. Im Endstadium kommt es zu Hirnversagen.

Behandlung von Masern

  • Bettruhe und körperliche Schonung
  • abgedunkeltes und gut gelüftetes Krankenzimmer
  • ausreichend trinken
  • mehrere kleine Mahlzeiten am Tag
  • Gegen Fieber helfen Wadenwickel und fiebersenkende Medikamente
Keine Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS) bei Kindern verwenden! In Verbindung mit fieberhaften Infekten kann sich das lebensbedrohende Reye-Syndrom entwickeln, bei dem sich Flüssigkeit im Gehirn sammelt und dadurch Nervenzentren und Nervenbahnen geschädigt werden.

Masern: Impfpflicht für Kinder

Da es sich bei Masern um eine Krankheit handelt, die schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen kann, wurde 2019 die Impfpflicht gegen Masern vom Bundestag beschlossen, die im Sommer 2022 in Kraft getreten ist. Das heißt, dass Kinder, die in die Kita gehen, von einer Tagesmutter betreut werden oder sich für die Schule anmelden, gegen Masern geimpft werden müssen oder nachweisen, dass sie Masern hatten. Eines der wichtigen Argumente für eine Impfpflicht ist laut dem Bundesverfassungsgericht die hohe Ansteckungsgefahr. Allerdings räumt das BVG auch ein, dass es sich hierbei um einen erheblichen Eingriff in die Grundrechte handelt.

Der Lebendimpfstoff enthält abgeschwächte Masernviren ohne krankmachende Wirkung. Das Immunsystem reagiert dennoch mit der Bildung von Antikörpern, welche nach vier bis sechs Wochen im Blut nachweisbar sind. Für die optimale Schutzfunktion wird zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat und dem 15. und 23. Monat geimpft. Der Impfstoff wird in der Regel mit Impfstoffen gegen Mumps und Röteln verabreicht.
Nicht-Geimpfte sollten die Impfung bis spätestens zum 18. Lebensjahr nachholen.

Mögliche Nebenwirkungen
Schwerwiegende Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Es kommt an der Einstichstelle manchmal zu Rötung, Schwellung und Schmerzen. Auch können Lymphknoten kurzzeitig anschwellen, die Körpertemperatur erhöht sich und es sind Mattigkeit, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden möglich. Bei etwa fünf Prozent entwickeln sich nach der Impfung abgeschwächte Masernsymptome. Diese Impfmasern sind aber nicht ansteckend.

Video: Übertragung, Symptome, Schutz von Masern

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