25. März 2021
Long-Covid: Die Spätfolgen des Coronavirus

Wer bekommt Long-Covid? Vorhersage der Corona-Spätfolgen

Long-Covid betrifft fast jeden siebten an Covid-19 Erkrankten – sie haben länger als vier Wochen mit Symptomen und Beschwerden zu kämpfen. Wir zeigen, wie sich Long-Covid vorhersagen lässt und wer besonders häufig unter den Spätfolgen des Coronavirus leidet.

Dass Covid-19 eine ernste Erkrankung ist und selbst bei jüngeren und fitten Menschen schwere Verläufe annehmen kann, ist mittlerweile den meisten klar. Leichte Verläufe sind meist nach zwei Wochen mit milden Symptomen wie Husten, Fieber und Geruchsstörungen überstanden. Allerdings gibt es auch viele Fälle, in denen Betroffene noch Wochen oder gar Monate unter schweren Symptomen leiden, die einen normalen Alltag unmöglich machen.

Was ist Long-Covid?

Long-Covid bezeichnet alle Verläufe einer Covid-19-Erkrankung, die über das akute Maß hinausgehen. Allerdings ist der Zeitraum dabei nicht einheitlich definiert: Manche Fachgesellschaften und Wissenschaftler sprechen ab einer Symptomdauer von zwei Wochen von Long-Covid, andere bereits ab einer oder erst ab vier Wochen. Doch wie viele Personen sind überhaupt von solch einem längeren Verlauf betroffen?

In einer britischen Studie mit über 4.000 Covid-19-Patienten klagten nach vier Wochen noch 13,3 Prozent der Probanden über Symptome, nach acht Wochen noch 4,5 Prozent und nach 12 Wochen immerhin noch 2,3 Prozent. Beschwerden rund um das Post-Covid-Syndrom können somit unter Umständen noch monatelang nach der Infektion anhalten.

Wer leidet am häufigsten unter Long-Covid?

Verläuft die akute Covid-19-Erkrankung schwer, ist auch das Risiko für Long-Covid erhöht. Daten aus England zeigen, dass etwa 40 Prozent der an Covid-19 Erkrankten, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, auch über längerfristige Symptome klagten. Doch auch andere Faktoren machen die Langzeitfolgen von Corona wahrscheinlicher.

Als Hauptrisikofaktoren gelten demnach:

  • höheres Alter,
  • höherer Body-Mass-Index (BMI),
  • weibliches Geschlecht.

Lässt sich Long-Covid vorhersagen?

Neben Geschlecht, Alter und Gewicht hat nun eine neue Studie weitere Faktoren identifiziert, die Spätfolgen wahrscheinlicher machen. Darin heißt es: 

Die Patienten, die in der ersten Woche mehr als fünf Symptome dokumentierten, hatten ein signifikant größeres Risiko, auch nach mehr als einem Monat noch unter Beschwerden zu leiden.

Am höchsten sei demnach das Risiko für Spätfolgen bei den Symptomen:

  • Erschöpfung,
  • Kopfschmerzen,
  • Schlafstörungen,
  • Heiserkeit,
  • Muskelschwäche.

Ein organübergreifender Verlauf, der mehrere Teile des Körpers betrifft, scheint somit besonders oft zu Spätfolgen zu führen. Die folgenden Symptome können generell bei Long-Covid auftreten.

Welche Symptome treten bei Long-Covid auf?

Die Symptome von Long-Covid bzw. dem Post-Covid-Syndrom sind individuell sehr unterschiedlich und können noch 12 Wochen nach einer Infektion auftreten. Als häufigste Symptome wurden bisher die folgenden erfasst:

  • Fatigue (ungewöhnliche Erschöpfung)
  • Müdigkeit
  • Gedächtnisprobleme
  • Wortfindungsstörungen
  • Kurzatmigkeit
  • Verlust des Geruchssinns
  • Anhaltender Husten
  • Brustschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Schwindel
  • plötzliches Erbrechen

Neben dem Auftreten dieser Symptome können auch verschiedene Organe langfristig durch Long-Covid geschädigt werden.

Hierzu interessant: Das sind die Langzeitschäden von Covid-19 >>

Die folgenden Beispiele verdeutlichen, wie hart manche Betroffene noch lange nach der Infektion mit dem Coronavirus leiden.

Video: Der harte Weg zurück – Long-Covid

Video: Das schwere Leben mit Long-Covid

Quellen: rki.de, aerzteblatt.de

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