1. Dezember 2021
Herzinfarkt: 6 Anzeichen und Tipps zur Vorbeugung

Herzinfarkt: 6 Anzeichen und Tipps zur Vorbeugung

Der Herzinfarkt ereilt in Deutschland jährlich mehr als 300.000 Menschen, von denen leider knapp 50.000 sterben. Je schneller der Notfall erkannt und behandelt wird, umso größer die Überlebenschancen. Erfahren Sie, welche 6 Anzeichen eines Herzinfarktes Sie unbedingt kennen sollten und wie Sie vorbeugend Ihr Risiko für einen Herzinfarkt senken.

Ein Herzinfarkt entsteht in den meisten Fällen als direkte Folge der sogenannten koronaren Herzerkrankung (KHK), bei welcher die Herzkranzgefäße verstopft oder verengt sind und somit den Herzmuskel nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgen können. Zur Verengung oder Verstopfung der Koronararterien kommt es aufgrund der Arteriosklerose – die „Verkalkung“ der Blutbahnen durch Cholesterin-Ansammlungen in den Gefäßwänden. Im Falle eines Herzinfarktes müssen die Blutbahnen innerhalb kürzester Zeit wieder frei gemacht werden, was mittels Operation oder Medikamenten erfolgt. Da jede Sekunde zählt und über Leben und Tod entscheiden kann, sollte jeder von uns die wichtigsten Anzeichen des Herzinfarktes kennen.

Herzinfarkt: 6 Anzeichen, die jeder kennen sollte

1. Schmerzen in der Brust

Das wohl typischste und bekannteste Symptom des Herzinfarkts sind starke Schmerzen oder ein Brennen im Brustkorb. Diese treten vor allem hinter dem Brustbein auf, da das Herz ziemlich mittig liegt. Entgegen dem Irrglauben befindet es sich nicht auf der linken Seite, sondern ist lediglich leicht nach links eingedreht. Die Brustschmerzen sind besonders bei betroffenen Männern stark ausgeprägt und können in andere Körperteile ausstrahlen. Bei Frauen hingegen sind die Brustschmerzen häufig schwächer ausgeprägt, weswegen der Herzinfarkt bei Männern üblicherweise schneller als solcher erkannt wird.

2. Schmerzen im Oberbauch

Bei einem Herzinfarkt können die Symptome von betroffenen Frauen zwar denen der Männer ähneln, treten jedoch häufig in abgeschwächter Form oder an anderen Stellen auf – etwa am Rücken zwischen den Schulterblättern oder im Oberbauch. Gerade die Schmerzen im Bauchbereich können die Diagnose eines Herzinfarktes erschweren, da das Symptom nicht selten mit Magen-Darm-Beschwerden in Verbindung gebracht wird. Aufgrund dessen werden Herzinfarkte bei weiblichen Betroffenen leider weniger schnell erkannt, wodurch die Überlebenschancen sinken.

3. Druck und Engegefühl im Brustkorb

Neben Schmerzen tritt häufig auch ein beklemmender und einengender Druck im Brustbereich auf. Dieser löst nicht nur Panik und Angst bei den Betroffenen aus, sondern führt auch zu Atemnot. Eine solche Brustenge wird auch als Angina pectoris bezeichnet und ist einerseits eine eigenständige Erkrankung, kann jedoch andererseits als Vorbote eines Herzinfarkts fungieren. In jedem Falle ist eine sofortige ärztliche Konsultation notwendig.

Video: Alarmzeichen für Herzinfarkt bei Frauen – Symptome richtig deuten!

4. Kalte, blasse Haut

Aufgrund der heftigen, beklemmenden Symptome empfinden Betroffene häufig eine Todesangst, die wiederum Blässe im Gesicht oder auch Angstschweiß hervorruft. Auch wenn Erkrankte ihre Beschwerden möglicherweise herunterspielen, könnte eine fahle, schwitzige Haut auf Schlimmeres hindeuten.

5. Übelkeit und Erbrechen

Gerade bei Frauen können auch sehr allgemeine Beschwerden auftreten, die man im ersten Moment nicht mit einem Herzinfarkt in Verbindung bringen würde. Zu solchen unspezifischen Symptomen gehören etwa Übelkeit und Erbrechen, aber auch Rückenschmerzen oder ungewöhnliche Müdigkeit und Schwäche. Insbesondere dann, wenn die Beschwerden in einem ungewöhnlichen und noch nie zuvor erlebten Ausmaß vorkommen, sollten Sie laut der Deutsche Herzstiftung kein Risiko eingehen und sicherheitshalber die 112 anrufen: „Lieber einmal zu viel den Notruf wählen als einmal zu wenig!“ Denn jährlich sterben über 20.000 Frauen an einem Herzinfarkt, der häufig aufgrund leichterer oder unspezifischer Symptome zu spät erkannt wird.

6. Beschwerden am Vortag

Zwar tritt der Herzinfarkt bei vielen Menschen plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung auf. Allerdings kommt es laut aktuellen Daten in bis zu 50 Prozent aller Fälle bereits in den 48 Stunden vor dem Infarkt bereits zu Symptomen, die den Notfall ankündigen. Als ernstzunehmende Vorboten können etwa kurzzeitig auftretendes Brennen hinter dem Brustbein oder die oben genannte Brustenge fungieren. Diese können sowohl unter Belastung, z.B. beim Treppensteigen, als auch in Ruhe, z.B. nachts, auftreten. Insbesondere Menschen, bei denen bereits eine Vorerkrankung des Herz-Kreislauf-Systems vorliegt, sollten sich bei solchen Anzeichen unmittelbar an Ihren Arzt wenden.

Herzinfarkt vorbeugen: Meiden Sie diese Risikofaktoren

Zwar tragen ein höheres Lebensalter und die Genetik zu einem gewissen Teil zur Entstehung eines Herzinfarkts bei. Allerdings gibt es eine Menge Risikofaktoren, die Sie selbst in der Hand haben, um Ihre Chancen zu optimieren. Mit kleinen Veränderungen Ihres Lebensstils können Sie daher Ihr Risiko für einen Herzinfarkt stark senken. Gehen Sie die folgenden Punkte einen nach dem anderen an:

  • Meiden Sie Zigaretten und Alkohol
    Diese beiden Genussmittel tragen maßgeblich zu einer Erhöhung des Blutdrucks bei, begünstigen eine Arteriosklerose und schwächen Ihr Herz.
  • Bewegen Sie sich täglich
    Bewegungsmangel stellt in unserer bequemen Gesellschaft ein großes Problem dar. Sie müssen zwar nicht täglich zwei Stunden lang Sport treiben, um einem Herzinfarkt vorzubeugen. Es ist jedoch wichtig, dass Sie an jedem einzelnen Tag ein Mindestmaß an Bewegung erreichen, etwa durch Spaziergänge, die Radfahrt zur Arbeit oder eine Joggingrunde. So stärken Sie Ihren Herzmuskel, halten Ihre Gefäße elastisch und bauen Übergewicht ab – einen weiteren Risikofaktor für Herzinfarkte.
  • Meiden Sie Fast Food, Fertigprodukte und Wurstwaren
    Die Transfette und gesättigten tierischen Fettsäuren aus frittierten Speisen, Burgern und Wurstwaren wirken nicht nur entzündungsfördernd, sondern lassen Ihren LDL-Cholesterinspiegel in die Höhe schießen. Überschüssiges LDL-Cholesterin lagert sich auf Dauer in den Gefäßwänden ab und erhöht Ihr Risiko für diverse Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ersetzen Sie schädliche Lebensmittel vermehrt durch Gemüse, Hülsenfrüchte oder Nüsse, um Ihrem Herzen etwas Gutes zu tun.
  • Entschleunigen Sie
    Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen und somit Herzinfarkte sowie andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. Bauen Sie daher in Ihren Alltag gezielt Entspannungsübungen wie Meditation oder Yoga ein und verbannen Sie unnötige Stressfaktoren aus Ihrem Leben.

Wichtig: Nehmen Sie alle empfohlenen medizinischen Vorsorgetermine wahr und lassen Sie bei dem leisesten Verdacht Ihr Herz auf mögliche Schäden überprüfen.

Quellen: herzstiftung.de, herzbewusst.de

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