Demenz bei jüngeren Menschen: 3 Anzeichen

Demenz bei jüngeren Menschen: 3 Anzeichen

Unter Demenzerkrankungen wie Alzheimer leiden vorwiegend ältere Menschen. Doch auch Jüngere unter 65 und sogar in ihren Dreißigern können betroffen sein – dann spricht man von einer jungen Demenz. Diese ersten Anzeichen können darauf hindeuten.

In Deutschland leiden zwischen 20.000 und 24.000 Menschen unter 65 Jahren an einer Demenz. Manche erkranken bereits im dritten Lebensjahrzehnt. Erfahren Sie, welche Ursachen einer frühen Erkrankung zugrunde liegen und welche Anzeichen darauf hindeuten können.

Was ist Demenz?

Demenzerkrankungen gibt es in unterschiedlichen Formen und die meisten von ihnen betreffen vor allem ältere Menschen. Besonders häufig ist die Alzheimer-Demenz, bei der Nervenzellen im Gehirn absterben und dadurch Symptome wie eine abnehmende Gedächtnisleistung, Verwirrung, Stimmungsschwankungen und Sprachprobleme entstehen. Deutlich seltener erkranken Menschen im mittleren oder gar jungen Lebensalter an Demenz – Schätzungen zufolge betreffen jedoch immerhin knapp zwei Prozent aller Demenzfälle Personen unter 65 Jahren. Genetische Ursachen spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

Da eine Demenz in jungen Jahren sehr selten ist, dauert es oft zwei oder drei Jahre bis die Diagnose steht. Häufig handelt es sich um die sogenannte Frontotemporale Demenz, bei welcher Nervenzellen in den vorderen Hirnarealen zugrunde gehen. Aufgrund dessen unterscheiden sich die Symptome vor allem im frühen Stadium deutlich von denen, die bei älteren Demenzpatienten auftreten.

Demenz bei jüngeren Menschen: 3 Anzeichen

Da im frontalen und temporalen Lappen des Gehirns vor allem Emotionen und das Sozialverhalten gesteuert werden, schlägt sich die Frontotemporale Demenz bei jungen Menschen häufig in diesen Symptomen nieder.

1. Veränderungen der Persönlichkeit

Das wohl einschneidendste Symptom, das sowohl die Betroffenen als auch ihre Angehörigen zur Verzweiflung bringen kann, ist die Wesensveränderung, welche sich durch starke Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Taktlosigkeit und Enthemmung bemerkbar machen kann. Betroffene können emotional abflachen und ihr zwischenmenschliches Verhalten deutlich verändern. 

2. Antriebslosigkeit

Auch eine gewisse Apathie und Teilnahmslosigkeit, die vorher nicht da war, kann auf eine Demenz in jüngeren Jahren hindeuten. Betroffene werden antriebslos und können sich nicht mehr für ihre alltäglichen Aufgaben motivieren.

3. Sprachstörungen

Sprachstörungen können ebenfalls auftreten, vor allem in der Form von Wortfindungsstörungen oder Benennungsstörungen. Beeinträchtigungen des Gedächtnisses sind in jüngeren Jahren hingegen selten, können jedoch in späteren Stadien auch vorkommen.

Wichtig: Da die Erkrankung für Betroffene und ihr Umfeld eine enorme Belastung darstellt, ist es sinnvoll, sich professionelle Hilfe zu besorgen, z.B. in Form einer Familientherapie. Entsprechende Beratungsangebote und Informationsmaterial finden Sie auf der Homepage der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. >>

Diagnose einer Frontotemporalen Demenz

Eine Demenz bei jungen Menschen zu erkennen, erweist sich meistens als schwierig. Da zu Beginn der Erkrankung vor allem Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens auftreten, werden diese meistens in Verbindung mit anderen psychischen Störungen wie Depressionen, Schizophrenie oder Manie gebracht. 

Video: Alzheimer erkennen – 10 Warnsymptome

Quellen: deutsche-alzheimer.de, msdmanuals.com

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