31. Mai 2021
Corona-Impfung: So verhindern Sie den Nocebo-Effekt

Corona-Impfung: So verhindern Sie den Nocebo-Effekt

Nach der Corona-Impfung können Nebenwirkungen und natürliche Impfreaktionen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit oder Fieber auftreten. Wir verraten Ihnen, was der böse Bruder des Placebo-Effekts damit zu tun hat und wie Sie den sogenannten Nocebo-Effekt verhindern.

Nocebo-Effekt: Der negative Placebo-Effekt

Der Begriff Nocebo könnte vermuten lassen, dass es sich hierbei lediglich um das Ausbleiben einer Wirkung handele. Allerdings hat die Herkunft des Wortes Nocebo mit dem englischen „no“ nichts zu tun. Es stammt – wie auch Placebo („ich werde gefallen“) – aus dem Lateinischen und bedeutet „ich werde schaden“. Damit sind gesundheitliche Beschwerden oder negative Wirkungen gemeint, die auftreten, obwohl der betroffenen Person keine schädlichen Inhalts- oder Wirkstoffe verabreicht wurden. Sie wurde lediglich darüber informiert, dass es durch die Einnahme einer Tablette zu Nebenwirkungen und unangenehmen Symptomen kommen könnte.

Der Nocebo-Effekt lässt sich regelmäßig in Studien beobachten, in denen Personen, die eine Tablette ohne Wirkstoff bekommen, trotzdem an den Nebenwirkungen leiden, auf die man sie vor der Einnahme aufmerksam gemacht hat. Ähnlich wie der Placebo-Effekt tritt der Nocebo-Effekt in etwa 20 Prozent aller Fälle auf. Am häufigsten treten psychosomatische Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit infolge des Nocebo-Effekts auf. Auch der jeweilige Preis der Medikamente oder Placebos scheint hierauf einen Einfluss zu haben: Sowohl positive als auch negative Effekte treten eher auf, wenn der Versuchsteilnehmer oder Patient glaubt, das verabreichte Mittel sei teuer.

Die Ursache der Nocebo- und Placebo-Effekte liegt in der menschlichen Psyche und geht auf eine starke Erwartungshaltung oder Konditionierung zurück. Der genaue Mechanismus ist jedoch noch unklar, da im Zusammenhang mit dem Nocebo-Effekt auch Botenstoffe ausgeschüttet werden, also eine physische Reaktion stattfindet. 

Corona-Impfung: So verhindern Sie den Nocebo-Effekt

Ähnlich wie bei Medikamenten gibt es auch bei der Corona-Impfung eine Reihe an möglichen Nebenwirkungen bzw. Impfreaktionen, die auftreten können. Bei allen Corona-Impfstoffen gehören Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit sowie Fieber und Schüttelfrost zu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen. Diese werden selbstverständlich in Aufklärungsunterlagen und einem Arztgespräch vor der Corona-Impfung erwähnt, damit sich die zu impfende Person ein Bild von den möglichen Gefahren machen und diese gegenüber dem Nutzen abwägen kann.

Durch die gründliche Aufklärung und das Lesen über mögliche Nebenwirkungen infolge der Corona-Impfung kommt es jedoch auch dazu, dass ein Teil der Impfreaktionen durch den Nocebo-Effekt hervorgerufen werden können. Nun stellt sich die Frage, ob und wie man sich selbst davor schützen kann. Damit die Patienten weiterhin mündig bleiben und eine informierte Entscheidung treffen können, sollte die gründliche Aufklärung natürlich weiterhin stattfinden. Es kann jedoch helfen, den Patienten zusätzlich über den Nocebo-Effekt aufzuklären. Allein das Wissen um die Placebo- und Nocebo-Effekte kann deren Auftreten verringern. Gleichermaßen kann es helfen, dem Patienten die Angst zu nehmen und übertriebene negative Erwartungshaltungen einzudämmen. Tritt eine Nebenwirkung oder Impfreaktion nur sehr selten auf, z.B. Juckreiz an der Einstichstelle, der nach Corona-Impfungen nur bei etwa 1 Prozent aller Fälle vorkommt, sollte hervorgehoben werden, dass dies in 99 Prozent der Fälle nicht eintritt. So wird die negative Erwartungshaltung des Patienten geschmälert.

Indem Sie diesen Artikel gelesen und sich über den Nocebo-Effekt informiert haben, haben Sie also bereits die Wahrscheinlichkeit verringert, dass Sie dem Effekt unterliegen.

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Quellen: aerzteblatt.de, pharmazeutische-zeitung.de, deutsche-apotheker-zeitung.de

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