5. August 2021
Alzheimer-Demenz früh erkennen: Erste Symptome

Die ersten Symptome einer Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Krankheit macht 60 bis 70 Prozent aller Demenzerkrankungen aus. Mit modernen Medikamenten kann der geistige Abbau in den Anfangsstadien verlangsamt werden, weswegen die Früherkennung essentiell ist. Wir verraten Ihnen, an welchen ersten Symptomen Sie die Alzheimer-Demenz erkennen können.

Sie können sich einfach nicht erinnern, wo Sie Ihren Haustürschlüssel deponiert haben und auch der Name Ihrer Nachbarin will Ihnen so schnell nicht einfallen? Keine Sorge – solch kleine Gedächtnislücken hat jeder einmal. Gerade ältere Menschen haben aufgrund physiologischer Alterungsprozesse immer öfter Schwierigkeiten, sich etwas zu merken. Auch diese „Altersvergesslichkeit“ ist in Maßen normal. Problematisch wird es, wenn zu den Gedächtnisstörungen auch Sprachstörungen, Orientierungsprobleme und Schwierigkeiten bei alltäglichen Verrichtungen hinzukommen.

Alzheimer-Demenz – was ist das genau?

Die Demenz beschreibt eine Minderung oder den Verfall der geistigen Fähigkeiten in einem Maße, das den Alltag der Betroffenen beeinträchtigt. Die Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) ist die häufigste Ursache und Form von Demenzerkrankungen und geht auf Ablagerungen, Entzündungen und einen eingeschränkten Blutfluss im Gehirn zurück. Betroffene verlieren im Krankheitsverlauf ihre erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, sie vergessen ganze Begebenheiten und gewohnte Abläufe. Alltägliche Tätigkeiten wie das Wäsche waschen, Schnürsenkelbinden oder Kaffee Kochen können demnach nicht mehr ausgeführt werden. Demenzpatienten können sich kaum noch konzentrieren, finden sich immer schlechter zurecht. Auch kann es passieren, dass sie im Verlauf der Krankheit selbst engste Familienmitglieder nicht wiedererkennen.

Die ersten Symptome einer Demenz

Typische für die Demenz ist es, dass sich ein Muster aus verschiedenen körperlichen Anzeichen zeigt. In erster Linie kommt es zu Beeinträchtigungen, die das Erinnerungsvermögen, das Denken, die Sprache und die Orientierung betreffen. Aber auch anhand des Sozialverhaltens und der Persönlichkeit lässt sich eine Demenz vermuten. Im Anfangsstadium beginnt es meist damit, dass Kurzzeitgedächtnis und Merkfähigkeit gestört sind. Später verschwinden dann bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses. Das sind die häufigsten Symptome und Anzeichen, anhand derer Sie eine Demenz frühzeitig erkennen können:

  • Erinnerungslücken
  • Konzentrationsprobleme
  • Orientierungsschwäche
  • Verlorenes Zeitgefühl
  • Schwierigkeiten, gewohnte Tätigkeiten zu verrichten
  • Sprachstörungen
  • Schlafstörungen
  • Beeinträchtigung der Urteilsfähigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Starke Persönlichkeitsänderungen
  • Lustlosigkeit
  • Nachlassendes Interesse an Hobbys und Kontakten
  • Fehleinschätzung von Gefahren
  • Abstreiten von Fehlern und Verwechslungen
Wenn Sie ab und an mal etwas vergessen, ist das noch lange kein Grund zur Sorge. Häufig stecken auch einfach nur harmlose Ursachen wie Stress oder Schlafmangel hinter den kleinen Gedächtnislücken. Hält die Vergesslichkeit jedoch über Monate an oder nimmt sie sogar zu, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Bei Verdacht auf eine demenzielle Erkrankung überweist er Sie an einen Spezialisten.

Medizinische Verfahren zur Früherkennung der Alzheimer-Krankheit

  1. Kernspintomografie
    Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München haben das bildgebende Verfahren der Kernspintomografie so weiterentwickelt, dass sie schon kleinste Veränderungen im Gehirn feststellen können. Mit sogenanntem Diffusion Tensor Imaging (DTI) können sie den für Alzheimer typischen Untergang von Nervenfasern in verschiedenen Hirnregionen sichtbar machen. So sollen bereits frühe Formen der Alzheimer-Demenz bei einzelnen Patienten erkannt werden.

  2. Blutuntersuchung
    Kennzeichnend für die Alzheimer-Krankheit sind gefährlichen Stoffwechselprodukte, die sich im Gehirn der Betroffenen ablagern und den Untergang von Nervenzellen verursachen. Bisher konnten diese speziellen Proteine nur im Hirn selbst oder in der Flüssigkeit des Rückenmarks festgestellt werden. Forschende des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben nun einen speziellen Bluttest entwickelt, mit dem sich die sogenannten Aß-Peptide auch im normalen Blut nachweisen lassen. Dadurch kann Alzheimer auf einfache Weise schon im Frühstadium erkannt und entsprechend mit Medikamenten verlangsamt werden.

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