2. Februar 2021
Stürzen bei Glätte: So fallen Sie richtig

Achtung, Glatteis: So fallen Sie richtig!

Glatteis bedeutet für viele Fußgänger erhöhte Sturzgefahr. Da nicht alle Gehwege zuverlässig geräumt oder gestreut werden, können selbst junge und fitte Leute bei Glätte schnell mal ausrutschen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie richtig fallen und schlimme Verletzungen verhindern.

Richtig fallen bei Glätte

Lässt sich ein Sturz nicht mehr vermeiden, ist das wichtigste die Aufschlagfläche. Diese sollte so groß wie möglich sein, um die Wucht des Sturzes gut zu verteilen. Knallen Sie nur mit der Handfläche frontal auf den Boden, kann es schnell zu einem Handgelenksbruch kommen. Vergrößern Sie daher die Fläche, mit der Sie aufkommen: Nutzen Sie Hände, Arme und Schultern, um sich dynamisch unter größter Muskelspannung abzufangen. Versuchen Sie außerdem sich auf die Seite zu drehen, wenn Sie vorwärts oder rückwärts fallen. Bei einem frontalen Sturz könnten Sie sonst mit dem Kinn aufschlagen.

Wichtig: Handgelenk immer strecken und nicht anwinkeln! Ein angewinkeltes oder gebeugtes Handgelenk bricht bei einem direkten Aufprall mit großer Wahrscheinlichkeit.

Wenn Sie rückwärts fallen, ist die Gefahr hoch, mit dem Hinterkopf aufzuschlagen. Daher gilt hierbei immer: Kinn an die Brust, Arme seitlich ausbreiten, alle Muskeln anspannen und mit einer möglichst großen Fläche gleichzeitig aufkommen. Am besten ist jedoch auch hier ein seitlicher Aufprall, um Wirbelsäule und Kopf zu schützen.

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Für Fortgeschrittene: Abrollen

Wer körperlich halbwegs gut in Form ist, kann auch versuchen sich abzurollen, um die wirkenden Kräfte abzuleiten. Die Rolle sollte jedoch regelmäßig geübt werden, z.B. in einer Fallschule, im Judo-Training oder bei anderen Kampfsportarten. Dabei sollte man sich stets seitlich oder schräg über die Arme und Schultern abrollen. Von einer geraden Rolle wie beim Purzelbaum ist hingegen abzuraten! Denn hierbei besteht die Gefahr, dass der Nacken sowie die einzelnen Wirbel der Wirbelsäule zu stark beansprucht oder beschädigt werden.

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Sturzprophylaxe: Pinguin-Gang

Damit es gar nicht erst zu einem Sturz kommt, sollten Sie Ihre Gangart der Glätte anpassen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie rät zu einem Blick ins Tierreich: "Der Pinguin-Gang ist eine einfache Methode, um sicher auf überfrorenem Boden zu gehen und einen Sturz zu vermeiden", erklärt DGOU-Generalsekretär Prof. Dr. Reinhard Hoffmann. Also, machen Sie es wie die Pinguine: Verkürzen Sie Schrittlänge sowie Schrittgeschwindigkeit und setzen Sie mit der ganzen Schuhsohle auf. Kurze, langsame Schritte bringen Sie sicherer ans Ziel. Wichtig ist auch der Körperschwerpunkt: Verlagern Sie Ihr Gewicht immer auf das vordere Bein, um nicht nach hinten wegzurutschen.

Zur Sturzprophylaxe sollte Ihr Schuhwerk zudem ein ordentliches Profil haben. Sie können auch Ihre normalen Straßenschuhe mit Anti-Rutsch-Sohlen oder Schuh-Spikes winterfest machen: Spikes können ganz einfach an Ihrem Alltagsschuh befestigt werden und sind in verschiedenen Größen bereits ab ca. 18 Euro erhältlich.

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