15. Juni 2021
Starkes Schwitzen: Wie viel Schweiß ist normal?

Starkes Schwitzen: Wie viel Schweiß ist normal?

Schwitzen ist gesund und ganz normal. Doch wie viel Schweiß ist eigentlich gesund und ab wann ist von krankhaftem Schwitzen die Rede? Wir erklären Ihnen, wie Sie eine sogenannte Hyperhidrose erkennen, welche Ursachen dahinterstecken und was gegen starkes Schwitzen hilft.

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, geraten die meisten von uns ins Schwitzen. Vielen Menschen ist es unangenehm, wenn sich unter den Achseln dunkle Schweißflecke bilden. Zudem kann übermäßiges Schwitzen den Alltag einschränken, da Betroffene häufiger die Kleidung wechseln müssen oder Angst haben schlecht zu riechen.

Dabei ist das Schwitzen wie eine Klimaanlage für den menschlichen Körper. Schweiß kühlt, versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und schützt vor einer tödlichen Überhitzung. Am häufigsten schwitzen wir an diesen Körperstellen, wo sich viele und Schweißdrüsen befinden. Dazu zählen:

  • Achseln
  • Handinnenflächen
  • Füße
  • Gesicht

Aber wie viel Schweiß ist eigentlich normal? Täglich verlieren rund einen halben Liter Schweiß. Wer unkontrolliert und viel schwitzt, leidet unter einer sogenannten Hyperhidrose. Krankhaftes Schwitzen äußert sich, wenn betroffene Personen auch bei Kälte oder im Ruhezustand stark schwitzen.

Starkes Schwitzen: Diese Ursachen können dahinter stecken

Betroffene sollten einen Arzt, idealerweise einen Dermatologen, aufsuchen lassen, um die Ursache des starken Schwitzens abzuklären. Meistens ist die Krankheit genetisch bedingt. Manchmal stecken medizinische Ursachen wie eine Fehlfunktion der Schilddrüse oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes sein. Starkes Schwitzen kann auch bei hormonelle Veränderungen beispielsweise während der Wechseljahre auftreten. Zudem lösen neben Hitze bestimmte Situationen die Schweißausbrüche aus. Dazu zählen körperliche Anstrengung sowie Angst- und Stresssituationen.

Starkes Schwitzen behandeln

Therapiemöglichkeiten sind Antitranspirante, Medikamente auf Basis von Aluminiumchlorid, Behandlungen mit Gleichstrom bis hin zum Nervengift Botulinumtoxin und zu operativen Verfahren, bei denen ein Teil der Schweißdrüsen herausgeschnitten oder von den versorgenden Nervenzellen abgetrennt werden. Starkes Schwitzen kann Pilzinfektionen, Warzen oder bakterielle Infektionen begünstigen.

Um eine Hyperhidrose festzustellen, führt Ihr Arzt verschiedene Untersuchungen wie einen Jod-Stärke-Test durch. Schnell schwitzende Körperstellen werden mit rot-brauner Iod-Kaliumiodidlösung (Lugolsche Lösung) bestrichen und mit Stärkepulver bestäubt. Die Stellen, an denen besonders viel Schweiß gebildet wird, verfärben sich blau-schwarz. Bei der gravimetrischen Messung wird ein Filterpapier auf die stark schwitzende Körperstellen gelegt, um festzustellen, wie viel Schweiß abgesondert wird. Werden mehr als 50 Milligramm Achselschweiß pro Minute produziert, diagnostiziert der Arzt eine Hyperhidrose. An den Handflächen liegt der Richtwert bei 30 Milligramm Schweiß, an den Fußsohlen bei 20 Milligramm Schweiß pro Minute.

So schwitzen Sie weniger

Regelmäßiger Sport, Saunagänge und Wechselduschen sind hilfreich, da sie die Wärmeregulation des Körpers trainieren. Um zusätzliche Schweißbildung zu vermeiden, sollten Sie auf Zigaretten, Alkohol, scharfe Gewürze und Kaffee verzichten. Tragen Sie atmungsaktive Kleidung aus Stoffen wie Baumwolle oder Leinen und trinken Sie reichlich, um Ihren Flüssigkeitshaushalt aufzufüllen. Eine Hyperhidrose kann nämlich einen erhöhten Kalium- und Magnesiumbedarf verursachen.

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