1. Juli 2013
Sonnenbaden und Vitamin D

Die sechs Hauttypen

Die Tage sind lang und hell, die Sonne strahlt und schickt so viele UV-Strahlen runter auf unsere Haut wie sonst nie. Das fördert die Vitamin-D-Produktion.

Sonnende Frau mit Sonnencreme
© Thinkstock
Sonnende Frau mit Sonnencreme

Perfekt, weil das Sonnenvitamin vor Allergien und Demenz schützt, den Blutdruck senkt und gute Laune macht. Euer Hauttyp verrät euch, wie viel Sonne ihr braucht, und ein Check, ob euch Vitamin D fehlt.

Keltischer Typ
Er bekommt fast immer und blitzschnell einen Sonnenbrand, hat sehr helle Haut, blondes oder rotes Haar, blaue Augen und sehr viele Sommersprossen. So lange in die Sonne: ohne Sonnenschutz höchstens 10 Minuten.

Nordischer Typ
Der Sonnenbrand kommt leicht, die Haut bräunt nur schwer, ist hell. Die Augen sind grau, grün oder blau, die Haare blond, hell- oder dunkelbraun. So lange in die Sonne: etwa 10 bis 20 Minuten – ohne Sonnencreme.

Misch-Typ
Gelegentlich Sonnenbrand. Die Haut hat eine mittlere Farbe, bräunt langsam, die Haare sind dunkel- oder hellbraun, blond oder schwarz. Wenig Sommersprossen, alle Augenfarben. So lange in die Sonne: 20 bis 30 Minuten ohne UV-Schutz.

Mediterraner Typ
Ein Sonnenbrand tritt selten auf. Er hat eine bräunliche bis olivfarbene Haut, braune Augen, braunes oder schwarzes Haar, keine Sommersprossen. So lange in die Sonne: über 30 Minuten – ohne Sonnencreme.

Dunkler Hauttyp
Bekommt sehr selten einen Sonnenbrand, und die dunkle Haut erschwert die Vitamin-D-Bildung. Wird immer braun, hat eine mittlere bis dunkle Hautfarbe, schwarze Haare. So lange in die Sonne: über 60 Minuten ohne Sonnencreme.

Schwarzer Hauttyp
Kaum Sonnenbrand, dunkelbraune bis schwarze Haut, schwarze Haare, dunkelbraune Augen. So lange in die Sonne: über 90 Minuten ohne Sonnenschutz.

Vitamin D - das Sonnenvitamin

  Prof. Dr. med. Michael F. Holick leitet drei Institute an der Universität Boston, USA

"Dreimal pro Woche raus in die Sonne"

VITAL: Was ist Vitamin D überhaupt?
Prof. Holick: Die Bezeichnung Vitamin ist nicht ganz richtig. Denn es wird typischerweise nicht nur, wie die Definition verlangt, mit der Nahrung aufgenommen, sondern hauptsächlich durch UVB-Strahlung in der Haut gebildet. Es reguliert in erster Linie den Kalzium- und Knochenstoffwechsel.

Wie viel Vitamin D brauchen gesunde Erwachsene?
Prof. Holick: Je nach Größe und Gewicht rund 2000 bis 4000 sogenannte internationale Einheiten* pro Tag. Wer hat einen Extra-Bedarf? Ältere Menschen und Menschen, die Arzneien gegen Bluthochdruck, Muskelstörungen oder Entzündungen einnehmen.

Wie viel Vitamin D bekommen wir denn über die Nahrung?
Prof. Holick: Nur fünf bis zehn Prozent.

Also sind wir aufs Sonnenlicht angewiesen.
Prof. Holick: Ja. Aber erst bei einem UV-Index ab 3 bildet die Haut Vitamin D. Der Index zeigt die Intensität der UV-Strahlen an – je höher, desto mehr Sonnenvitamin. Von Oktober bis März ruht die Produktion jedoch. Dann steht die Sonne zu flach, sodass der UV-Index unter 3 liegt. Nur von April bis September ist er zwischen 10 und 15 Uhr hoch genug. Dann sollten wir dreimal pro Woche 20 Prozent des Körpers der Sonne aussetzen.

Wer überprüft meinen Wert?
Prof. Holick: Jeder Hausarzt kann die Konzentration im Blut mit dem „25-OH-D“- Test bestimmen lassen.

Weiß die Forschung etwas Neues über das Vitamin D?
Prof. Holick: Ja, es senkt den Blutdruck, stärkt Herz, Nerven, Atemwege und Abwehr, schützt vor Diabetes. Erste Mangelsymptome sind häufige Infekte oder Muskelschmerzen.

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