So gefährlich kann ein Sprung ins kalte Wasser werden

So gefährlich kann ein Sprung ins kalte Wasser werden

An heißen Tagen sehnt sich unser Körper nach einer Abkühlung. Was gibt es da besseres als zum nächsten Badesee oder ins Schwimmbad zu fahren und ins erfrischende Wasser zu springen? Doch was verlockend klingt, kann in einigen Fällen sogar tödlich enden. Warum wir einen Kälteschock nicht unterschätzen sollten und wie Sie sich dagegen schützen können, erfahren Sie hier.

Wer möchte sich nicht an einem heißen Tag abkühlen und in den nächstgelegenen See springen? Doch die warmen Lufttemperaturen können uns ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln. Denn auch wenn eine Wassertemperatur von 16 Grad nicht besonders kalt klingen mag, kann sie tödlich sein — vor allem, wenn der Körper nicht darauf vorbereitet ist. Ein sogenannter Kälteschock ist zwar selten, aber in den wärmeren Monaten wahrscheinlicher. Denn: Je größer die Temperaturdifferenz zwischen unserem Körper und dem Wasser, desto gefährlicher wird es.

Was passiert bei einem Kälteschock?

Springen wir mit einem aufgeheizten Körper ins Wasser, passieren zwei Dinge gleichzeitig: Durch das komplette Eintauchen verlangsamt sich zunächst unser Puls und es kommt zum sogenannten Tauchreflex. Dieser Schutzmechanismus kann bei allen lungenatmenden Wesen beobachtet werden: Sobald wir mit Mund und Nase unter Wasser geraten, verlangsamt er den Herzschlag und reduziert den Sauerstoffverbrauch auf die überlebenswichtigen Organe.

Gleichzeitig führt die Kälte jedoch zu einer Pulsbeschleunigung. Treten diese beiden Reflexe zeitgleich ein, ist unser Herz verwirrt und Herzrhythmusstörungen sind die Folge. Diese können im schlimmsten Fall, sogar schon innerhalb von zwei Minuten, zum Tod führen.

Des Weiteren führt die plötzliche Abkühlung der Haut durch kaltes Wasser zu einem unwillkürlichen Schnappen nach Luft. Die Atmung kann sich unkontrolliert verändern und beim Schwimmer sofortige Panik und Stress auslösen. All diese Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Wasser direkt in die Lunge eingeatmet wird. In großen Mengen führt dies zu sofortigem Ertrinken. 

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So vermeiden Sie einen Kälteschock

Jede Wassertemperatur, an die Ihr Körper nicht gewöhnt ist, stellt eine Gefahr für Sie dar. Wenn Sie also einen Aufenthalt im oder am Wasser planen, ist es wichtig, dass Sie Ihren Körper langsam an die Temperatur gewöhnen. Bleiben Sie daher zunächst im flachen Wasser und gehen Sie Schritt für Schritt hinein. Selbst erfahrene Wassersportler oder Bootsfahrer wissen, dass sie sich auf die Bedingungen vorbereiten müssen und konditionieren sich durch Wechselduschen.

Die Gefahren von Alkohol und Schwimmen

Auch Alkohol unmittelbar vor dem Schwimmen ist keine gute Idee. Aufgrund des Alkoholspiegels im Blut kann der Körper nicht mehr so auf die Kälte reagieren, wie er es normalerweise tun würde: Der Schwimmer empfindet die Kälte des Wassers weniger stark und bleibt daher länger drin. Darüber hinaus überschätzen alkoholisierte Menschen ihre Fähigkeiten häufig. Die Folge: Orientierungslosigkeit und Unterkühlung. Auch ist die Reaktionsfähigkeit verzögert, was ebenfalls ein weiterer Grund dafür sein kann, dass Menschen unter Alkoholeinfluss eher ertrinken. Außerdem weitet das Zellgift die Blutgefäße, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass selbst gesunde, junge Menschen in solchen Fällen plötzlich ohnmächtig werden.

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Im Video: So tödlich kann ein Sprung ins kalte Wasser sein

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